Parlando - Der Operntalk

Parlando - Der Operntalk

Transkript

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00:00:19: Herzlich willkommen zurück zu Parallando mit mir Bernhard Hanski und einem spannenden Gast aus der Welt der Oper.

00:00:28: Mein heutiger Gast ist eine der führenden Wagner-Interpreten in den letzten Jahrzehnten, kaum eine hochdramatische Partie die nicht durch ihre Kehle ging.

00:00:38: Die gebürtige Amerikanerin, die sich in Deutschland schnell etablieren und hocharbeiten konnte hat sie alle gesungen.

00:00:45: Als sie Glinde, Brünnhilde, Chrysothemis oder Elektra begeisterte sie auf den großen Bühnen der Welt – aber auch als Fidelio Leonore oder Marschallen!

00:00:56: Auf diesen Bühne steht sie glücklicherweise noch heute.

00:00:59: Wenn auch nicht mehr in den tragenden Titelpartien von einst, dafür aber in den karaktervollen Nebenpartien wie in Jenova, Kavalleria Rusticana oder ganz aktuell – in Richard Strauss selten gespieltem Conversations-Stück Intermezzo in Berlin und Dresden!

00:01:17: Ich bin froh dass wir uns über diesen Weg begegnen durften und das ich sie nun vor mir sitzen habe, um mit ihr ein wenig über ihren spannenden Lebensweg zu plaudern.

00:01:28: Die amerikanische Sopranistin Nadine Sekunde!

00:01:32: Herzlich willkommen!

00:01:34: Danke, danke für diese Chance mein Ideen und Wissen weiterzugeben.

00:01:40: Ich

00:01:40: bin ganz neugierig und alle die zuhören auch.

00:01:43: Also ich hab die große Ehre, wie schon gesagt, dich nicht nur hier im Podcast begrüßen zu dürfen.

00:01:48: Sondern auch heute Abend wieder als meine Gattin in der Straußoper Intermezzo an der Semper-Opa in Dresden!

00:01:55: Eine Partie, die du auch kürzlich in Berlin gesungen hast an der Deutschen Oper?

00:02:00: Dein Debüt in Dresten

00:02:01: generell?!

00:02:02: Nein... Ich war

00:02:04: schon mal...

00:02:05: also mein Mann sagt immer, ich habe ein Gedächtnis wie ein Sieb und das stimmt irgendwie.

00:02:12: Er weiß besser als ich wohne und war nicht gesungen habe.

00:02:15: Aber ich weiß ganz genau, dass ich hier vor etwa zehn Jahren die Aufseherin gegeben

00:02:21: hab

00:02:21: in diese berühmte Elektra mit Tilemann.

00:02:24: also da war ich auch dabei.

00:02:26: Also es kann sein das früher irgendwas war aber Es mischt sich alles.

00:02:32: über

00:02:32: die fünfzig Jahre mischt sie sich das alles.

00:02:35: Du hast

00:02:35: wirklich viel gemacht.

00:02:36: dein Lebenslauf ist so beeindruckend du kannst manches gar nicht mehr auseinander puzzle Wo, wann wie?

00:02:44: Was.

00:02:45: Das ist wirklich ein Problem manchmal und ich setze mich hin und versuche zu denken okay ich war schon hier wo habe ich gelebt was hab ich gesungen Wann überhaupt?

00:02:57: Aber ich glaube, das ist eine Art zu speichern.

00:03:00: Mein Mann hat einfach so dieses Elefantengedechnis mit Daten und Vorstellungen und für mich ist das alles so ein Wasch irgendwie.

00:03:11: Das war schön oder es war wenige schön aber wann und wo bin ich nicht so gut mit.

00:03:16: Also du führst da auch kein Archiv keine Strichliste die Partie so oft gesungen oder?

00:03:21: Mir wurde sehr oft gesagt dass hätte ich machen sollen.

00:03:24: Das wäre spannend für alle anderen wahrscheinlich.

00:03:27: Ich glaube, diese Spannung ... Wenn ich mit meiner heutigen Schüler drüber spreche, also die wissen zum Beispiel gar nicht einmal, wer Kristallutig war.

00:03:38: Erschreckend oder?

00:03:39: Nein, nein, das ist wirklich

00:03:40: wahr!

00:03:40: Ja, ich weiß.

00:03:42: Ich beobachte das auch aber ich finde es wirklich erschreckend wie wenig sich heute Generationen mit den Vorgängern auseinandersetzen.

00:03:50: selbst eines spannende thema weil ich weiß ich habe mich gesanglich musikalisch mit deren aufnahme nun alles sehr auseinandergesetzt.

00:04:00: aber wenn man wirklich singen will dann denkt man immer ins geheim.

00:04:06: das

00:04:06: kann ich auch hier irgendwie da schaffe ich doch.

00:04:10: ja die war ganz toll.

00:04:11: aber ja und die karrieren an sich wie und waren aufgebaut und so und hat mich weniger mich interessiert.

00:04:20: Also ich kenne die Namen, aber ja also... Ich bin auch ein Kind der Gegenwart und das glaube ich meine Schüler sind noch schlimmer als ich heutzutage.

00:04:30: Viel viel schlimmer.

00:04:32: Apropos Gegenwart du bist aktuell in einem Alter wo es nicht mehr selbstverständlich ist auf der Bühne zu stehen.

00:04:40: bitte sag uns was ist dein Geheimnis.

00:04:43: Ich meine, du hast wirklich ein Fach gesungen wo man denkt da ist die Altersgrenze schnell erreicht einfach von der Füße, von der stimmlichen Belastung.

00:04:51: aber wie hast Du es geschafft selbst jetzt in deinem Alter noch aktiv auf der Bühne zu

00:04:56: stehen?

00:04:58: Das ist für mich auch ein Steckenpferd ein bisschen wenn ich da richtig loslassen darf.

00:05:04: Ich glaube die meisten Leute verstehen nicht wie viel die körperliche Kondition mit der Sängerei zusammenhält.

00:05:13: Es ist einfach, wenn man den Körper pflegt, pflegt man auch die Stimme.

00:05:19: bleiben.

00:05:19: Man muss wirklich und extra wenn man älter wird, weil wir verlieren einfach Muskelmasse wie alle wissen.

00:05:27: Ich glaube nicht dass meine Stimme dann anders sind als anderen aber mein Körper ist wesentlich anders als die Leute in meinem Alter um da.

00:05:35: deswegen glaub ich kann ich auch singen.

00:05:38: Andere Sache ist, dass ich Gott sei Dank vom Anfang an eine Schule gehört haben.

00:05:44: Diese Langlebigkeit pflegt also die Leute singen einfach sehr lange diese traditionelle Belcanto irgendwie Schule und man muss auch dazu sagen Ich habe nie übermäßig viel gesungen.

00:06:01: Also wenn ich drei, vier Produktionen im Jahr hatte und ein paar Gaspiele, das war es dann.

00:06:09: Ich hatte auch Familie und das ging einfach nicht, wenn man sagte ja drei Monate Australien schabt und was mache ich mit den Kindern?

00:06:18: Ja die können die Kangaroo sehen.

00:06:19: Neeee, nee!

00:06:21: Das heißt man muss sich begrenzen.

00:06:24: Du hast das ganz bewusst geplant?

00:06:27: Bewusst... Nicht, es war einfach eine Fall zu fall Entscheidung.

00:06:35: Wenn das geheißen hat ich bin aus diesem europäische Kontinent zu lange dann ging das nicht.

00:06:43: Ging einfach nicht!

00:06:44: Dann konnte ich das nicht machen.

00:06:47: wenn ist ein drei Vorstellungen in Japan über zwei Wochen nichts wie hin.

00:06:52: aber jetzt war die Zeit die ich gefehlt habe Zuhause die wichtig

00:06:56: war Aber das war bestimmt auch nicht immer einfach.

00:06:58: Da hast du bestimmt auch manchmal Kämpfe gehabt, weil wir wissen alle Agenten wollen Geld verdienen und eine Karriere ist eigentlich nicht mehr darauf ausgelegt möglichst lange zu gehen sondern schnell und intensiv.

00:07:09: Musstest du dich dagegen wehren oder ging das glücklicherweise gut?

00:07:12: Nein,

00:07:12: das ging eigentlich gut.

00:07:14: also meine deutsche Agentur die ich wirklich sehr geschätzt habe, das war Hilbert Die haben mich vom Anfang an... Also die wussten wie ich bin, wie ich ticke Und das haben die dann so und so gemacht.

00:07:26: Viel Wien, viel München, viel Berlin.

00:07:30: wenn es um was weiß ich Australien oder San Francisco ging dann sehr wahrscheinlich nicht.

00:07:35: Haben sie gleich mitgedacht für dich?

00:07:36: Ja und die amerikanische Agentur war ein alter Freund der da war.

00:07:42: natürlich er hat auch jahrelang auf diesen Met-Debüt geplant.

00:07:48: Aber das war natürlich, so San Francisco war Chicago war jetzt MET wenn wir es in MET machen und er hat mich dann besucht bei einer Vorstellung weil typisch ich keine Ahnung wo wir waren.

00:08:00: Und dann habe ich gesagt also Awek Ich muss dir was sagen Ich bin widersprungen.

00:08:06: Oh!

00:08:08: Das war das Met-Debüt?

00:08:09: Kannst du

00:08:12: uns wenigstens verraten, was wäre es gewesen?

00:08:14: Tarnhäuser

00:08:15: Es wär die Elisabeth.

00:08:16: Ja

00:08:16: und das war mal eine Partie wirklich meine sehr geliebte Partie.

00:08:20: aber ja er hat mich nur anguckt und gesagt, dass sieht der eh nicht.

00:08:29: Aber ist das etwas wo du denkst?

00:08:31: Schade, hätte das passieren genug?

00:08:33: Überhaupt nicht.

00:08:34: Nein also ich glaube nicht dass ich mit diesem Haus ein richtiges Verhältnis aufgebaut hätte oder hätte machen können.

00:08:43: es ist einfach zu weit weg.

00:08:46: und ja nein das tut mir überhaupt nicht leid Es sind andere Sachen die mir schon bisschen leid tun aber da ist

00:08:52: gar nicht schnell.

00:10:21: Erzähl uns mal von deinem Namen.

00:10:23: Du bist Amerikanerin, aber dein Name klingt sogar nicht amerikanisch!

00:10:27: Was steckt dahinter?

00:10:28: Man muss das nur richtig aussprechen und dann klingt er schon amerikanes, d.h.

00:10:33: Zekandi.

00:10:35: Und ich hab' das dann versucht als ich nach Deutschland gekommen bin mit sechsundzwanzig da so auszusprechen und die Leute konnten überhaupt nichts mehr anfangen... und haben überhaupt keine Ahnung, wie man das Buch stabiliert.

00:10:48: Und dann auf einmal Sekunde mit Zay!

00:10:50: Ah ok jetzt kommt...und dann seitdem habe ich das einfach aufgegeben.

00:10:55: Ach so du hast es einfach angepasst.

00:10:56: die Umstände?

00:10:56: Ja ja

00:10:57: aber der Name in der Tat kommt wahrscheinlich aus dem Elsass also mit K wahrscheinlich und es gibt noch eine ganze Sipschaft Sekundes im Wochen.

00:11:09: Keine Ahnung

00:11:11: warum, aber wir sind vertreten in Bochum.

00:11:14: Müsste man auch mal ausdröseln wie ihr da vernetzt seid.

00:11:19: Du bist geboren in Independence Das ist eine Kleinstadt im Bundesstaat Ohio.

00:11:25: Erzähl uns mal kurz zusammengefasst ein bisschen was von deiner Kindheit und deinen ersten Eindrücken auf dieser Welt.

00:11:34: Ich komme aus ein stinknormalen Familie.

00:11:36: Meine Mutter war Krankenschwester, mein Vater war Automechaniker aber komischerweise beide Großmüttern waren ziemlich musikalisch.

00:11:46: der eine hat Klavier gespielt die andere Orgel und das hat mich fasziniert.

00:11:52: und wie das gehört in diese Art von Familie habe ich sehr früh Klavierunterricht gehabt Und ich bin tatsächlich auf die Schule gekommen, auf die Uni gekommen als Klavierschülerin.

00:12:06: Nicht Stimme!

00:12:07: Also... Ich habe immer einen Chöre gesungen aber keine Unterricht und so was.

00:12:12: das war einfach.

00:12:13: und wir haben auch Musicals gemacht in Highschool.

00:12:17: also wir waren wirklich ziemlich aktiv und das hab' ich gemocht.

00:12:21: Aber von mir aus ... ich hatte überhaupt keine Ahnung dass man mit Singen Geld verdienen kann.

00:12:27: Das war Das war aus meiner Welt.

00:12:32: Und im Nachhinein denke ich, ich habe mir ziemlich viel Schwierigkeiten gespart in soviel dass ich sehr früh Klavier und nicht Gesang studiert habe weil erstmal kann ich natürlich meine Partien alleine...

00:12:49: Luxus!

00:12:51: Und ich glaube, die meisten Lehrer, die in independent Ohio begegnet wären, hätten mir nicht viel helfen können.

00:13:01: Das kam erst viel später und dann habe ich glücklicherweise so eine gute Lehrerin gefunden.

00:13:08: Ja

00:13:09: da kommen wir gleich noch drauf zu sprechen?

00:13:11: Aber dieses Klavierstudium hast du schon mit dem Ziel gemacht – Ich möchte Pianistin werden.

00:13:15: oder wolltest du einfach erstmal anfangen zu studieren und schauen wo die Reise hingeht?

00:13:20: Ich habe mir eingebildet, die Konterpianisten werden.

00:13:23: Das war eigentlich lächerlich dabei bei unserer Schule Oberlin da kamen die ganze Julia-Klassenbabys und so was.

00:13:30: Und dann hab ich die gehören, hab gesagt oh.

00:13:34: Aber ich bedarf ja auf der Gymnasium Chorleiterin zu sein das wäre schön!

00:13:41: Und ich hab einfach los gelernt und hab die Musik tatsächlich Schulmusik auch studiert und Klavier Und kam dann irgendwann viel später in Berührung mit einer Gesangsklasse, weil bei uns müsste man entweder in einem Kurs singen oder man muss irgendein so Nebenfach und ich habe begleitet.

00:14:01: Ich habe in eines Studio die Sänger begleitete und dann habe ich gedacht, das ist

00:14:07: ja da so

00:14:08: schwer klingt es auch wieder nicht.

00:14:10: Ja war Liebe In High School und so was singt man viel.

00:14:16: Und ich hab unsere Familie halt auch gerne gesungen, in der Kirche haben wir gesungen.

00:14:21: also ganz unbelegt war ich nicht aber ich hatte sagen wir von Technik und dass es eine Art zu singen gibt die besser ist als andere Arten.

00:14:31: da war ich wirklich ziemlich grün

00:14:33: Aber kamst du auch schon mal mit Opernaufführungen in Berührung?

00:14:37: Also gab es Theater, die war's aufgeführt haben.

00:14:39: Nichts im Radio!

00:14:42: Nichts null!

00:14:43: Das heißt du hattest keine konkreten Vorbilder?

00:14:45: Nein.

00:14:46: also ich kann mich wirklich wager Erinnerung.

00:14:48: da war ein Mett-Tour und

00:14:52: meine Großmutter

00:14:53: hat gemeint wir müssten dahin Aida oder so was.

00:14:59: aber das passierte in Cleveland.

00:15:02: Drei Tausend Leute mit Mikro und so was.

00:15:05: Das hat nicht viel mit Opern

00:15:06: zu tun.

00:15:07: Ja, das ist was anderes

00:15:08: wie es war.

00:15:08: Da saßen wir da und haben so in der Pause gesagt...

00:15:13: Also es hat nicht sonderlich Eindruck

00:15:14: hinterlassen?

00:15:15: Nein!

00:15:15: Gar nicht!

00:15:17: Aber wann kam dann für dich der Punkt wo du verstanden hast, dass könnte ein Beruf für mich werden?

00:15:22: Nicht einfach nur singen um das Singens willen sondern ich kann etwas was andere nicht können.

00:15:29: Ein richtig konkrete Idee kam erst mit diese neue Lehrerin, also in späteren Jahren.

00:15:37: Also ich war schon ... In Indiana?

00:15:40: Ja,

00:15:40: in der Indiana University.

00:15:42: Das waren so Graduate Studies und da hab' ich endlich mal Miss Margaret Harsha kennengelernt Und sie hat immer erzählt später auf jeden Fall Sie wusste von vorn herein was ich bin.

00:15:57: Ich wusste nicht!

00:15:58: Ich dachte ich bin ein Mezzo

00:15:59: oder irgendwas Aber es gibt ja viel großen Stimmen so.

00:16:03: Das passiert

00:16:04: sehr

00:16:04: oft hier.

00:16:05: Und

00:16:07: sie wusste das und das erste was sie mir eigentlich gesagt hat war, also irgendwann muss ich nach Europa... Hier haben wir keine Schule für dich!

00:16:16: Hier haben keine Freischütze, kein verkaufter Braut, keine.

00:16:19: was du für Training brauchst, das gibt's nicht.

00:16:21: Du

00:16:22: musst weg.

00:16:24: Natürlich mit sechsundzwanzig Dingen Aber mein Freund.

00:16:31: Und was ist mit ihm?

00:16:32: Ja, also es war einfach.

00:16:34: aber und ich wusste überhaupt nicht finanziell wie das zu bewältigen wäre.

00:16:39: Also ich bin immer nur mit Stipendium weitergekommen auch auf der Uni so Lernstependium Werkstepedium.

00:16:46: also meine Eltern haben fünf Kinder.

00:16:48: Also die Nagra, also die haben gesagt okay das war's jetzt musst du irgendwas.

00:16:56: wenn ich diesen Vollbreit nicht bekommen hätte.

00:16:59: Ich weiß überhaupt

00:17:00: nicht,

00:17:02: wie das weitergegangen wäre.

00:17:03: Dann hätt' ich wahrscheinlich diese typische New York-Weg gemacht.

00:17:07: und ob ich da glücklich geworden wäre?

00:17:10: Das weiß ich nicht!

00:17:11: Also sie hat dir den Flo ins Ohr gesetzt.

00:17:14: du musst nach Europa um in diesem Beruf glücklich zu werden.

00:17:17: Ja und ich

00:17:18: war... Da waren nicht so viele die sich das wirklich gesagt haben.

00:17:22: Wir hatten viele Stimmen, viele die Karriere gemacht haben.

00:17:25: Sie war ja auch selbst eine große Sängerin, ne?

00:17:27: Eine Metsängerin.

00:17:28: Eine wagener Ikone

00:17:29: in Amerika.

00:17:30: Ja, wirklich ein amerikanischer Ikon.

00:17:33: Und auch sie hat viel abgesagt.

00:17:36: Auch in Europa weil sie Familie hatte.

00:17:42: Ich wusste das aber sie hat vom Anfang an mehr und vielleicht einer oder zwei anderen von den größeren Stimmen gesagt also ihr müsst rüber.

00:17:52: Das ist die einzige Möglichkeit.

00:17:54: Wenn du dich an die Zeit mit ihr erinnerst, was hat sie dir mitgegeben?

00:17:58: Was war so speziell ihre Schule?

00:18:00: oder wo bist du ja heute noch dankbar für wenn du so dich zurückerinnerst.

00:18:05: Ja das ist komisch dass du das jetzt fragst aber ich bin mitten im Zuhören von irgendwas bei YouTube und das heißt die Methode und Unterricht von Margatashasso ungefähr vier Stunden.

00:18:20: Wahnsinn!

00:18:20: Ja es ist Wahnsinn

00:18:22: Unglaublich

00:18:23: interessant

00:18:24: und es

00:18:24: geht einfach um viele Leute, die Karriere gemacht haben.

00:18:29: Vielleicht acht Leute werden interviewt über verschiedene Punkte vor allem Michael Sylvester der wirklich in große Karrieren gemacht hat und er führt das alles durch und Es gibt sehr viele gemeinsame Punkte.

00:18:42: also die Schule ist uralt tiefe Stütze hohe Fokus und leere Hals, so ungefähr offene Hals.

00:18:53: Aber man merkt schon dass sie diese Schule ein bisschen ja nicht geändert sondern ein bisschen gerichtet hat je nachdem mit wem sie gearbeitet.

00:19:05: also es gibt wahnsinnig viel über Atem!

00:19:09: Also unglaublich alle reden über atem.

00:19:13: Mit mir hat sie nie über Atem geredet und ich, dann habe ich sie einmal gefragt.

00:19:18: Und sie hat gesagt du hast dein ganzes Leben geschwommen das brauchst du nicht.

00:19:22: Ach so!

00:19:23: Ja, spannend.

00:19:24: Ich war immer jeden Sommer mit Impul und Rettungsschwimmerin ...

00:19:30: Das brauchte ich einfach nicht!

00:19:31: Da hattest du das für dich schon körperlich alles gefunden?

00:19:33: War alles da.

00:19:34: Spannend.

00:19:35: Ja, fand ich auch.

00:19:36: Toll.

00:19:37: Weil das ist ja eigentlich das große Thema bei Jungsängern in der Ausbildung.

00:19:41: Also bei neun von zehn Leuten merke ich sie haben von Artem keine Ahnung.

00:19:46: Null.

00:19:46: Und da habe ich wirklich Lust, die alle Entschwimmer zu schmeißen.

00:19:50: Spannend!

00:19:50: Gut dass du sagst und es werde ich aufgreifen wenn man wieder jemand fragt ja.

00:19:54: Das ist genau dieselbe Technik weil man lässt nicht viel los.

00:19:58: Man expandiert die Rippen, man muss richtig dosieren um... Ich kam so quasi vorbereitet mit anderen Sachen zum Beispiel diese was sie wirklich große entspannte Kehlkopf.

00:20:11: da hatte ich nur keine Ahnung.

00:20:12: Ich glaube ich hätte das Wort noch nie gehört.

00:20:15: Wo ist das?

00:20:15: Okay, so ungefähr.

00:20:17: Und das ist aber im Grunde genommen diese uralte Schule.

00:20:21: also offener Hals, tiefe Stütze, hohe Fokus und irgendwie alles was dazugehört.

00:22:09: Und konntest du dich mit dem Gedanken anfreunden dass du so eine dramatische Sopranstimme sein sollst?

00:22:17: war das etwas wo du dachte ja spannend oder

00:22:22: ich wusste das irgendwie vom Anfang an ... wusste ich, wo ich hingehöre.

00:22:26: Ich habe mein Erster... In Indien habe ich das erste Mal ... ... Wahlköhre, erster Akt gehörte und ich hab gesagt okay,... ...das will ich, da bin

00:22:35: ich.".

00:22:35: Der Funke war schon übergesprungen?

00:22:37: Ja!

00:22:37: Und ich meine, ähm,... ...ich war auch mein ganzes Leben der die größte, die schwerste,... ...die stärkste.

00:22:47: Ich meine, ich war viel, viel anders als die meisten Mädels.

00:22:52: Und ich wusste nicht, wohin zu.

00:22:55: Jetzt denke ich, okay das war predestiniert.

00:22:59: Aber damals in High School war es nicht so schön.

00:23:03: Glaub' ich, glaub' ich auf sich erst mal zu verstehen und zu lernen und zu akzeptieren dass man aus der Masse raus sticht!

00:23:10: Jaa und nicht im positiven Sinn.

00:23:14: Was ich auch immer wieder spannend finde... Ich meine die großen Stimmen werden immer weniger.

00:23:19: aber trotzdem wie geht man mit einer solchen großen Stimme im jungen Alter um.

00:23:24: Viele Lehrer sind überfordert, zwingen dann erst mal diese Stimmen, ach geh erstmal trotzdem den Weg über Mozart und fang kleinen an und du darfst nicht so groß!

00:23:32: Wie ist deine Meinung dazu?

00:23:33: Darf man auch jung schon in dieses Fach einsteigen oder sollte man langsam und über Umwege?

00:23:41: Naja ich meine was heißt hier Jung?

00:23:44: Man kann mit dreiunddreißig vierunddreißig durchaus eine Freischütz.

00:23:50: Ja,

00:23:50: absolut.

00:23:51: Das finde ich zum Beispiel gar kein junges Alter für.

00:23:53: Sagen wir mal eine junge Frau kommt wie du... Anfang zwanzig, denke ich mal zum Gesangslehrer und da stellt sich heraus.

00:23:58: Oh!

00:23:59: Da ist eine Riesenstimme.

00:24:00: was mache ich?

00:24:01: Muss die den ganzen Weg gehen über Parmina & Co?

00:24:04: oder darf sie gleich in ihrem Fach anfangen?

00:24:06: Die muss in ihrem fach oder in dem Mezzofach anfangen.

00:24:09: Also doch mezzo wäre auch empfehlenswert.

00:24:12: Einfach ein bisschen Mittel zu bleiben.

00:24:14: also es gibt Mezzo-Arien, die wirklich nicht einfach für sopran sind.

00:24:19: Das kann man durchaus machen.

00:24:21: Es gibt so diesen klassischen Weg.

00:24:25: Das große Problem und das ist auch mit jedem großen Fach, was mache ich?

00:24:31: Wie verdiene ich mein Geld?

00:24:32: Eben genau.

00:24:33: Bis

00:24:33: ich fünfunddreißig bin

00:24:35: bis ich soweit bin.

00:24:36: Ja.

00:24:39: Das ist wirklich ein sehr heikler Thema Und wir haben glücklicherweise ein paar Theater die solche Leute erkennen und unter dem Fittchen nehmen und pflegen mit kleineren Partien und sowas.

00:24:53: aber die sind Die Minderheit.

00:24:55: Ja, eben!

00:24:56: Und der Rest muss entweder was anderes machen bis sie soweit sind oder die gehen in Chor.

00:25:03: Das ist ein Problematischer Weg nicht unmöglich aber eher sagen wir psychologisch

00:25:12: problematisch

00:25:13: weil Man gewöhnt sich an diesem monatliche Lohn, man ist bequem.

00:25:19: Man hat eine Familie oder so was und irgendwann dreht man sich um und es ist fünfzehn Jahre später und oops!

00:25:25: Also habe ich die Karriere nicht gemacht.

00:25:27: oh well.

00:25:28: Es ist ja das muss man jeder für sich beantworten.

00:25:32: aber ich finde also sauberer ist es wenn wie man das in New York macht.

00:25:37: Man macht etwas anders, man geht Kellnern, man tut irgendwas anderes.

00:25:41: Da muss man einfach Geld verdienen, auch um diesen teuren Lebensstandard zu erhalten.

00:25:44: Und

00:25:45: üben.

00:25:45: und dann irgendwann sage ich okay jetzt traue ich mir die Fidelio zu und ich singe jetzt vor.

00:25:51: also das ja ich finde aber wenn ich das jetzt ein bisschen predigen darf Ich finde von der heute Lehrschaft werden viel mehr Stimmen eingestuft als Gross dramatisch aus eigentlich sind.

00:26:10: Viele singen wirklich übers Fach?

00:26:12: Ja, aber die werden dafür trainiert!

00:26:15: Aber liegt es daran dass es die großen stimmen einfach zu wenig gibt das andere gezwungen wären dieses fach zu singen einfach damit man spielen kann?

00:26:22: so ist manchmal mein eindruck.

00:26:24: was kann sein?

00:26:24: das kann

00:26:25: wirklich sein dass das eine rolle spielt aber ich glaube eher.

00:26:30: also die stimmen sind noch da ich höre sie ich höhe sie öfters okay aber das ist dann diese diese Zeit, wo man sehr schwer zu überbrücken irgendwas finden kann.

00:26:44: Und da fallen sehr viele einfach durch die Lagen irgendwie hier.

00:26:49: Die Theater... Man kann das nicht sagen, sie sind nicht unverantwortlich aber die müssen die Partien besetzen.

00:26:55: und wenn eine kommt und sagt ich kann das?

00:26:58: Und man hört mit einem Ohr dass okay du kannst das für zwei Jahre und dann nicht mehr.

00:27:04: Aber die haben gesagt ja das ist nicht unser Problem Wir haben besetzt, wir können das Stück spielen und was diese jungen Mann in zwei Jahren junge Frau machen kann ist nicht unser Bier.

00:27:17: Also das ist deren Verantwortung und da haben sie natürlich auch nicht ganz unrecht.

00:27:23: Man versteht beide Seiten klar aber es ist schon gerade weil jedes kleine Theater mittlerweile den Ring spielt ja so viele Brünnhilden kann es gar nicht geben.

00:27:31: also gerade wenn man die deutsche Opernlandschaft sieht

00:27:33: Ja, aber dann gibt es immer wieder... Ich meine die Herlitzius hat ihre Erzebrunhilde in Münster gemacht.

00:27:38: Ja toll!

00:27:39: Also ich

00:27:40: glaube so was ist immer der Kevin Foster.

00:27:42: Die probieren die aus im kleinen Theater und manche machen den Weg

00:27:46: dann.

00:27:46: Absolut natürlich.

00:27:47: Ist ja auch so gesehen ein kluger Weg.

00:27:49: Aber

00:27:49: nicht.

00:29:26: Du hast schon gesagt du bist mit dem Fulbright Scholarship nach Stuttgart gekommen.

00:29:31: Wiederum an die Musikhochschule oder?

00:29:34: Zu wem bist du dort gegangen?

00:29:35: bei wem hast du studiert?

00:29:37: Professor Bruce Abel.

00:29:39: Der war ganz süß, also ein unglaublich herziger Mensch und wir haben von Anfang an gesagt das ist jetzt eine kooperative Sache hier mehr oder weniger.

00:29:53: wir lassen uns gegenseitig in Ruhr weil.

00:29:57: er hat mich eher ausgefragt als unterrichtet um.

00:30:01: ich bin nach wie vor jeden Sommer zurückgegangen zu meiner Lehrerin, damit es einfach so weitergeht.

00:30:08: Aber er war nett genug mich in sein Studio aufzunehmen, damit ich dann ... weil man muss irgendwo einen Platz haben.

00:30:14: wenn wir diese vorbei bekommen kann man nicht sagen, ich gehe irgendwo hin.

00:30:19: Es ist viel besser, wenn man ein Lehrer

00:30:20: hat Und von dort aus ging es mal, denke ich direkt in dein erstes Fest-Engagement nach Wiesbaden.

00:30:26: Genau!

00:30:26: Wie kam das zustande?

00:30:28: Naja... Das war ein sehr

00:30:30: gutes

00:30:30: Programm damals.

00:30:31: Jedes Jahr dürfte die Gesangsklasse für so einen richtigen Agent vorsingen.

00:30:38: Also das finde ich fantastisch und wir haben alle vorgesungen sofort angerufen mit drei Vorsingen.

00:30:48: Und den, wo ich wirklich hin wollte das war wie Spalier.

00:30:52: Hat ein bisschen gedauert weil die Kollegin weiß sich nicht ganz sicher ob sie geht und dann kurz vor Weihnachten habe ich den Anruf bekommen dass ich den Vertrag habe.

00:31:03: Habe so ungefähr vier mal vorgesungen in meinem

00:31:05: Leben.

00:31:05: In deinem ganzen Leben!

00:31:08: Ja,

00:31:08: das

00:31:09: war damals möglich.

00:31:12: Wenn man das erste Engagement hatte, dann kam das zweite und dann in meinem Fach kriegst du den Beiräuter-Stempel... Dann war's das

00:31:24: so?

00:31:24: Also wenn du Prädikat beiräut hast,

00:31:27: dann musst du mal nicht mehr vorsingen!

00:31:29: Aber erzähl uns von deiner wiesbadener Zeit weil du hast ja obwohl große Stimme und Wagner, du hast dir trotzdem Viel anderes gesungen.

00:31:37: Michaela!

00:31:38: Ja?

00:31:38: Irgendjemand

00:31:39: musste sie singen

00:31:41: und ich war das nächste, also

00:31:43: war ich Michaela

00:31:44: oder erste Dame die ich bis heute hasse.

00:31:47: Die erste Dame der Zauberflöte ja.

00:31:50: Und ja, kleineren Partien ganz viel moderne Musik.

00:31:54: Ja man ... Man hat einen Fachvertrag eben!

00:31:57: Noch mehr von Mozart.

00:31:58: als erste Dame?

00:31:59: Oh, die haben ein

00:32:00: Negräfen wäre wirklich nichts gegangen.

00:32:03: aber Elvira

00:32:04: hatte

00:32:05: ich einmal singen müssen.

00:32:07: Aber dann war Mozart.

00:32:08: Adieu nicht weil ich nicht Mozart liebe sondern das sind wirklich für große Sperrstimme ist.

00:32:14: Ist das nix?

00:32:14: Absolut oder?

00:32:16: Nein, das ist ... Mozart ist wirklich nicht für jeden was.

00:32:19: Und dann langsam haben sie mich mit so größeren Partien anvertraut.

00:32:26: So erste Tarnhäuser, erste...

00:32:29: Das kam alles auch schon in Wiesbaden?

00:32:31: Ja und wir hatten damals einen wunderbare alte Kollegen Hermin Esser der auch bei Reuter war.

00:32:38: Ein ganz eigenartiger und liebenswürdige Kerl aber sehr ungeschickt.

00:32:44: ein bisschen auf der

00:32:45: Bühne

00:32:49: Kennt man, glaube ich nicht mehr diese Oper Sly.

00:32:52: Wo ist Ferrari?

00:32:54: Eigentlich haben die extra für ihn gemacht und wir das war so rührend weil ich weiß bei der Premiere hat er mir drei Rosen aus einem Garten gebracht und gesagt du inspirierst mich nach meiner lange Karriere.

00:33:07: Das aber ein schönes Lob.

00:33:08: Ja, das war... Aber er war halt so einen ganz, ganz lieber!

00:33:12: Und wir hatten damals einen Intendant als ich ihm gesagt habe zum Beispiel Ich würde sehr gerne die Elisabeth und Don Carlos singen, aber ich kann es nicht.

00:33:24: Also ich würd's sehr, sehr gerne!

00:33:26: Aber das will man wirklich nicht hören.

00:33:28: Also diese Ausflüge hast du auch gar nicht mal ausprobiert?

00:33:31: Verdi, Bellini... Das hast Du alles weggelassen ja?

00:33:34: Nein.

00:33:35: Es hätte niemand mir am allemedigsten Freude gemacht.

00:33:39: Wirklich.

00:33:41: Nur in dieser slafische deutsche Fach.

00:33:43: Genau, ich kann grad sagen... Also im slafischen Fach hast du ja doch einiges.

00:33:46: die Lisa und Pic Dham, ne?

00:33:48: Ja, Pic Dlam!

00:33:48: Jana Czech hast Du gesungen.

00:33:50: Ja, Jana Czech ziehe mich viel... Ein bisschen andere... Oh, Lady Macbeth von Peschinsk.

00:33:55: Sogar mit DVD.

00:33:57: Das hab' ich gemerkt aber... Nee italienisch das war einfach nicht mein Ding.

00:34:02: Nicht weil ich das nicht... Ich hätte alles gegeben um Troubadour zu singen.

00:34:06: Aber das passte nicht.

00:34:08: Aber auch schön wenn man das selber erkennt.

00:34:12: Na ja, aus Musikerinnen kennt man das auch.

00:34:15: Man kann das spüren.

00:34:16: Das ist diese Linien die passen nicht zu diesen... Also ob man alles auf der dicke Seite G-Seite spielen

00:34:39: würde?

00:34:49: Es geht nicht!

00:35:20: Du bist dann nach fünf Jahren gewechselt in das Ensemble der Oper Köln

00:35:26: zu der höchste Zeit.

00:35:28: Ja, genau die blühte

00:35:30: Zeit von Kölner Opa!

00:35:32: Wie hast du dich weglocken lassen aus Wiesbaden?

00:35:36: Das ist eine interessante Frage.

00:35:38: ich weiß überhaupt nicht warum mich das gemacht habe.

00:35:41: also wir waren sehr glücklich in Wiesbaden.

00:35:45: mein Mann war im Orchester da.

00:35:48: ja Du bist auch heute noch verwurzelt in WIESBADEN In derselben

00:35:52: Wohnung

00:35:52: sogar Wahnsinn

00:35:54: Ich weiß überhaupt nichts.

00:35:56: Ich glaube, das kam so einen leichten A-Stritt vor der Agentur und gesagt sie hat fünf Jahre in so einem Provinzhaus im besten Sinne des Wortes.

00:36:06: Aber wer ist nicht nett?

00:36:08: Also probier es mal eine Stufe.

00:36:10: Ein Upgrade!

00:36:12: Das war eigentlich Vorsorge Nummer vier Und ich werde nie vergessen... ...ich habe da ein paar Arien gesungen und dann war der Albert Kost mein herzliche Freund aus der KBB und er hat mich so am Ellenbogen gepackt und da einfach hinter der Bühne gehuscht, ja so gesagt.

00:36:30: Ah!

00:36:31: Wann kannst du anfangen?

00:36:32: So ungefähr.

00:36:33: Ja.

00:36:33: Die haben einfach diese Jugendliche Fach gesucht.

00:36:37: Es war richtige Zeit, wichtige Vorsicht.

00:36:40: Es stimmt da einfach alles.

00:36:41: Einfach alles.

00:36:42: Und die haben mir einen Vertrag den ich wirklich später gesagt habe bist du blöd?

00:36:48: aber ich war froh es war ein besseres Haus und meine erste Probe war mit

00:36:54: Gwyneth Jones.

00:36:55: Oh mein Gott!

00:36:56: Damals

00:36:57: hat sie da gesagt... War das in der Katja Kabanova?

00:36:59: Nee,

00:36:59: das war Elektra.

00:37:00: Elektra?!

00:37:01: Da hast du Chrysothemys gemacht und sie war deine Schwester.

00:37:04: Ja die war die böse Schwester ja.

00:37:06: Und die war also.

00:37:07: ich hatte so Schiss vor der Frau aber einfach ja das war.. Ich kannte meinen Ding.

00:37:16: Ich konnte, also auch wenn sie nicht schon hundert Prozent sicher war.

00:37:20: Manchmal war ich sicher.

00:37:22: das ist immer ein großer Vorteil um diese Produktion.

00:37:25: Das war eine alte Everding-Produktion.

00:37:28: Ach toll!

00:37:29: Die Bilder vergisst man nie, die waren unglaubliche Sachen.

00:37:33: Hast du mit Averdingen nicht mehr gearbeitet?

00:37:35: Nein

00:37:36: der war ja leider nur wieder Aufnahme.

00:37:39: Aber war die Gwyneth Jones ein Vorbild von dir oder hattest du überhaupt so konkrete Vorbilder?

00:37:45: Meine Vorbildern gehen meistens ein paar Generationen zurück, so wie Flagstatt oder Friede Leider und so was.

00:37:53: Warnei?

00:37:54: Ja, fantastisch ja!

00:37:56: Und mit der Warn... die warnei hab ich Tatsächlich

00:37:59: kennengelernt.

00:37:59: Hast du kennengelaert?

00:38:00: Leider nicht mitgesungen, aber ich hab sie in München kennengelernet.

00:38:05: Toll!

00:38:05: Ja das war fantastisch.

00:38:07: Das glaube ich, wenn man plötzlich so ein Hero

00:38:09: trifft.

00:38:11: Leoni Ryssaneck auch?

00:38:12: Die Leonie und ich waren tatsächlich befreundet.

00:38:15: Wirklich?!

00:38:15: Ja

00:38:16: wir haben sehr ... Sie war sehr früh in die Costa Nica-Dings

00:38:23: gegangen

00:38:24: Und Und dann haben wir eine unvergessliche Produktion von Elektra gemacht, wo sie schon die Glytemestra ... Die,

00:38:34: die Grytemestra gemacht hat.

00:38:35: Das war Wahnsinn!

00:38:36: Da warst du noch Glythemestra?

00:38:38: Ich war ja noch Grythemestra.

00:38:40: Ja, das glaube ich.

00:38:40: Wo war das?

00:38:41: Weißt Du's doch?

00:38:42: Nein!

00:38:43: Da haben wir es wieder.

00:38:44: Entschuldigung!

00:38:46: Sie wollte dich nicht auflaufen lassen.

00:38:47: Wahrscheinlich

00:38:48: ihr Mann weiß das aber ich weiß das nicht.

00:38:50: Aber

00:38:51: spannend... Ja, sie war, das waren ganz, ganz tolle Kollegen.

00:38:55: D.h.,

00:38:55: Ihr habt auch Du hast ihr Fragen stellen können.

00:38:59: Hast du von ihr profitiert oder war das kein Thema?

00:39:01: Das war eine menschliche Freundschaft.

00:39:04: Das war eher eine menschenliche Sache, weil ... Leonie war auch einer dieser Leuten wie viele die eine absolute Naturbegabung war.

00:39:17: Mhm.

00:39:18: Die Stimme war so unglaublich!

00:39:21: Sie hat den Mund aufgemacht und es hat alles ... ... gestimmt einfach.

00:39:26: Also sie, so viel ich weiß, hat sie nie unterrichtet...

00:39:29: Ich wüsste auch nicht, nein!

00:39:30: Was sie einfach gesagt hat, meh, also wenn ich das nicht verstehe, wie soll ich das anderen Leuten weitbringen?

00:39:37: Aber sie war einfach... Die ist jemand anders geworden auf der Bühne als Clintonestra.

00:39:46: Also da haben sagen wir die hatten musikalisch sehr oft Fehler gemacht aber es war so egal Weil die war so in diese Partie, dass manchbar war es einfach unglaublich schwindig.

00:39:59: Ja toll,

00:40:01: toll!

00:40:01: Die tollste Glüterngesprache.

00:40:05: Ja bei dir ging es dann karrieremäßig Schlag auf Schlag.

00:40:07: du hast mit der Arabella in München gastiert sie Glinde und Elisabeth kam schon in Wien Und auch Bayreuth wurde auf dich Aufmerksam.

00:40:17: Und du wurdest eingeladen, die Elsa zu singen.

00:40:22: Kannst du dich noch erinnern?

00:40:23: Wie war das das erste Mal auf dem grünen Hügel mit so einer Partie ... Ich weiß!

00:40:29: Du hast mit der Premiere eher weniger schöne Erinnerungen, obwohl du alle Folgenvorstellungen gesammelt

00:40:35: hast.

00:40:35: Ja, das war einfach so... Jeder kennt und fürchtet das Klima in Bayreuth.

00:40:41: Es kann ganz böse Sachen passieren.

00:40:49: Es kann sein, dass ich einfach zu jung und zu grün war.

00:40:54: Zu verstehen was das für eine Ehre war.

00:40:56: Das war für mich also eigentlich die nächste logische Folge, also der nächste Schritt!

00:41:03: Das hat mein Agent mir gesagt, das haben diese und das gesagt.

00:41:06: Und Bayreuth war für mich nicht so ein Ding.

00:41:10: Tatsache!

00:41:11: Also ich wusste von Bayreut und weiß, dass es Wagner ist aber das ist also Heilige von Heiligen, da war's mir nicht ganz bewusst.

00:41:21: Vielleicht auch ganz gut oder?

00:41:23: Ist das nicht eine Art Selbstschutz,

00:41:25: Durchschnitt?

00:41:26: Ja, durchschnitt.

00:41:27: Vielleicht ganz gut

00:41:28: auch, dass man so ein bisschen...

00:41:29: Es war wahrscheinlich erstmal eine Art Schutz.

00:41:32: Jugendlicher Leichtsehn.

00:41:34: Genau!

00:41:34: Ganz genau.

00:41:36: Dazu hatten wir ... ... den wunderbaren Werner Herzog als Regisseur.

00:41:41: Ja, dem

00:41:42: berühmten Filmregisseur!

00:41:43: Das war unbeschreiblich schön.

00:41:45: die Funktion.

00:41:46: War gut,

00:41:47: ja?

00:41:47: Auf

00:41:47: die Arbeit mit

00:41:48: ihm?!

00:41:48: Nein... Also

00:41:50: nein!

00:41:52: Werner nicht hinhört.

00:41:56: Der weiß von Bildern viel das weiß Gott ja.

00:41:59: und aber von der Musik hat er wirklich nicht so viel verstanden und einfach uns gesagt, ja mag was ihr normalerweise wacht und dann wenn es mir gefällt.

00:42:11: Dann sag ich Ja oder nicht?

00:42:13: Dann musst du was anderes vorschlagen um das ist okay weil er hat das als Gesamtkonzept gesehen war natürlich die Bühnenbilder waren erste Priorität und die waren auch unvorstellbar schön Und wir müssen uns irgendwann dazu begeben.

00:42:31: Aber im Endeffekt, ein schöner

00:42:33: Rundgang habe ich noch nie gesehen.

00:42:34: Das Endergebnis hat wirklich gesprochen?

00:42:36: Nein das war unbeschreiblich schön!

00:43:50: Und du hast dann auch überwunden dass die Premiere krankheitsbedingt an dir vorbei ging?

00:43:56: Ja... Ich weiß ganz genau wo ich war Küchenboden geputzt und geweint.

00:44:02: Und die Aufene, also die... Die

00:44:04: Radio-Übertragung gehört?

00:44:06: Oh mein Gott!

00:44:07: Da hast du dich aber extra gequält.

00:44:08: Das war schon

00:44:08: schrecklich ja.

00:44:09: Aber nee das war gar nicht immer meine Entscheidung.

00:44:12: Das hat der Wolfgang Wagner gesagt.

00:44:14: Also er hat gesagt ich mache jetzt die Entscheidung.

00:44:17: Du kannst dich jetzt nicht mehr rumquälen, du singst hier nicht.

00:44:20: Ich habe die Legenser hier, die kann das machen.

00:44:24: Dann sei vernünftig und er hatte wahrscheinlich

00:44:27: recht.

00:44:28: Und von sieben Vorstellungen hast du dann alle restlichen sechs gesungen?

00:44:31: Genau, und hatte auch den Nächsten so meine andere Premiere.

00:44:34: das hat mich dann auch getröstet.

00:44:37: Du bist da nämlich wiedergekommen als Siglinde im berühmten

00:44:42: Kupferring!

00:44:44: Wie war dieser

00:44:44: Erfahrung?!

00:44:47: Ich hatte schon mit Harry in Köln gearbeitet und ich wusste, wie intensiv er arbeitet.

00:44:53: Aber natürlich Bayreuth ist auch ... Der hatte schon Holländer und alles gemerkt.

00:44:57: aber es ist trotzdem für den Regisseur auch ein Stress.

00:45:00: Und der war so Harry Hochzehn ungefähr.

00:45:03: Aber ich habe mit ihm wahnsinnig gerne gearbeitet.

00:45:06: also für mich war das nicht nur ein Tod-Regisseur sondern einen unglaublichen Lehrer.

00:45:13: man hat zu viel gelernt was möglich ist von ihm.

00:45:17: Und wenn er eine Idee hat und das hat nicht geklappt, dann hat er zehn andere Ideen in der Tasche und sagt ja okay wie wär's damit?

00:45:26: Und so was bis er diese Art von Energie erzeugt hat die ihr möchte.

00:45:31: Das war eine sehr körperliche Energie.

00:45:33: Konntest du damit umgehen?

00:45:35: Ich bin stark!

00:45:35: Ja stark Belastbar.

00:45:39: Und man muss mit ihm zu arbeiten, das müsste mal wirklich ziemlich belastbar sein!

00:45:42: Wir waren alle Athleten damals.

00:45:44: Also wir sind von der Probebühne ins Fitnessstudio gegangen.

00:45:48: Ja, der Rainer Goldberg hat immer gesagt wenn er im Alter, wenn ihm seine Knie wehtaten, hat er immer gesagt danke Harry!

00:45:54: Danke

00:45:54: Harry, genau ganz genau!

00:45:56: Da trinkst du auch manchmal dran, ja?

00:45:59: Aber diese Glinde hattest Du vorbei heute schon debütiert Oder war das die

00:46:03: erste?

00:46:05: Ich glaube ja.

00:46:05: Okay, ich frag nicht mehr!

00:46:09: Muss gewesen sein hier!

00:46:11: Ja... Die Karriere wurde plötzlich immer internationaler.

00:46:14: Du hast selbst gesagt Bayreuth hat dir die Tür geöffnet in die ganze Welt Zürich Barcelona London Venedig Chicago Seattle Los Angeles Paris Buenos Aires um nur einige zu nennen.

00:46:26: Wie ist es?

00:46:27: du hast selbst angesprochen?

00:46:28: Du bist auch Familienmutter.

00:46:32: Lässt sich das vereinbaren?

00:46:34: Ist das vereinbar, ist es ein Kraftakt oder hast du eine gute Balance gefunden und wenn ja wie?

00:46:42: Also erst mal habe ich die Kinder relativ spät bekommen.

00:46:46: Ich war schon siebenunddreißig für das erste und fast vierzig für das zweite.

00:46:52: Bis dahin habe ich genug Geld verdient dass ich wusste Wenn es wirklich hart auf hart kommt habe ich das geld für einen für Hilfe einfach.

00:47:02: Das war wichtig, wie ich das sehe jetzt man muss das entweder sehr früh machen wenn die Karriere dann richtig losgeht dann sind sie alt genug zu Hause zu sein alleine oder ganz spät und sie mitnehmen und die waren also einfach immer mit

00:47:19: Wie viele Kinder hast du?

00:47:21: Zwei Und das war die eigentlich ganz spannend.

00:47:26: Dann wird es problematischer wenn Sie in die Schule kommen.

00:47:29: Ich wollte sie nicht mehr dann mitnehmen, weil ich weiß Kollegen machen das mit so privat.

00:47:35: Homescooning oder so.

00:47:37: Aber das scheint mir so gesellschaftlich nicht so ganz in Ordnung und wir hatten damals aber schon einen Nanny quasi die Kinder schon kannten und sie ist dann zu Hause geblieben.

00:47:47: Und wie gesagt, ich habe einfach nichts gemacht was angeboten

00:47:51: war.

00:47:52: Wie war das für deine Kinder?

00:47:54: Die singende Mami War das etwas besonderes?

00:47:58: Die, die sind nicht gerne ins Theater gegangen.

00:48:00: Also nee also das war ja auch.

00:48:04: zu dem Zeitpunkt habe ich alle nur diese traurige Rollen gesungen!

00:48:08: Also es war immer... Ich weiß wir haben einmal in irgendwo haben wir Fidelio gemacht und da waren schäfer Hunde und die waren dann oben in der Loge.

00:48:18: was ich hab gedacht Fideljo das geht doch irgendwie.

00:48:21: Und die haben angefangen zu bellen und dann habe ich beide Schreien hören.

00:48:25: Oh mein Gott!

00:48:26: Du auf der Bühne und du hörst den Kindern schreien, oh mein Gott.

00:48:31: Wie da nicht die richtige Opa?

00:48:32: Nein,

00:48:33: wo kann ich sie denn mitnehmen überhaupt?

00:48:37: Weil die erste Dame in der Zauberflüte wüsste dann nicht mehr gesungen haben.

00:48:40: Dann

00:48:41: war es schon fertig, Gott sei Dank

00:48:43: ja.

00:48:43: Ja lustig Genau, bleiben wir mal bei Richard Wagner.

00:48:47: Wahrscheinlich der große Komponist deiner Karriere.

00:48:51: Elisabeth Elsa Eva Sieglinde Brünnhilde Freia Isolde.

00:48:56: Ich habe bestimmt noch was vergessen.

00:48:58: Was bedeutet dir seine Musik?

00:49:00: Seine Sprache?

00:49:02: Sein Partien?

00:49:03: Was ist das Besondere für dich?

00:49:05: Was löst das in dir aus?

00:49:09: Ich glaube viele Leute die Wagner singen Das ist irgendwie Ich würde nicht sagen Hassliebe, aber es ist eine zwei schneidige Schwert.

00:49:24: Die Musik ist endlos zufrieden, befriedigend kann man da sagen Es ist zum Singen wunderbar Aber nach einer ganzen Produktion geht man nach Hause und will nur Mozart hören.

00:49:43: Der ist diese Unterleib-Faktor irgendwie in der Musik, um das... Man kann es nicht sagen mehr wie der Mensch selber vielleicht hundert Prozent sich hingeben.

00:50:00: Also ich konnte es nicht auf jeden Fall.

00:50:03: Wobei bei den früheren Stücken habe ich ein bisschen einfacher und komischerweise bei Götterdämmung Götterdämmerung.

00:50:10: für mich ist die Vollendung, die schönste alle alle partieren.

00:50:14: Also wenn ich nur eine Partie singen könnte wäre es auf jeden Fall

00:50:18: dieser Schlüsselgesang.

00:50:19: Boah das ganze Ding, ganze Entwicklung also das ganze Orchesterpartitor ist wahnsinn körperlich sondern mental.

00:52:03: Ich habe wahnsinnig viel Wagner gesungen aber ich würde...ich hab öfters eigentlich Strauß gesungen

00:52:11: Tatsächlich mehr Strauß alsordener.

00:52:13: Ja,

00:52:13: weil die Stücke kommen öfters.

00:52:15: Ich meine wann hat man dann einen ganzen Ring?

00:52:18: Nicht so oft.

00:52:19: Tharnhäuser vielleicht lohnen wir aber sie werden nicht so oft aufgeführt.

00:52:25: also ein ganzes Ring zum Beispiel wobei also Elektra oder Ariadne und sowas.

00:52:32: das kommt in jedem Theater in jedem Haus Und da hat man eigentlich, also die Chrystotomies ist die Partie, die ich wahrscheinlich am meisten gesungen

00:52:41: habe.

00:52:41: Ja das fällt sofort auf in deinem Lebenslauf.

00:52:43: Die hast du quasi als Besiedenkarte an jedem Aussitz erlassen

00:52:47: ja mehr irgendwie und ihr ob das an der Persönlichkeit von diesen Komponisten liegt weiß ich nicht weil die Musik is auch unter Leibs Musik raus auf jeden Fall aber es ist Ich kann mich damit besser identifizieren irgendwie als

00:53:07: Wagner.

00:53:08: Welche ist von diesen Strauß-Wagnerpartien, die dir am nächsten ist?

00:53:13: Wo du einfach sagst... Die könnte ich jeden Tag singen!

00:53:17: Das ist balsam für die Stimme.

00:53:19: das berührt mich am meisten.

00:53:20: da habe ich am meisten zu sagen.

00:53:21: Gibt es da eine Partie?

00:53:23: Die Siglinde,

00:53:25: ja.

00:53:26: Das singt sich von alleine, das ist nur schön.

00:53:30: Und es sympathisch und ... Ja, nee, das is wirklich eine Partie.

00:53:36: Obwohl natürlich mit Elisabeth kommst du erst zum zweiten Nackt, das auch nicht schlecht!

00:53:41: Und jede liebt dich?

00:53:42: Oh ja, oh ja...

00:53:43: Aber diese erste Aria, jikes also.

00:53:45: Ja,

00:53:46: wirklich?!

00:53:48: Ich hätte gedacht, du hast anstrengenderes gesungen als dieser Hallen-Arie.

00:53:51: Nee.

00:53:52: Also die Hallenarier Ein, sagen wir ein... ein Seiltanz ohne Netz.

00:54:01: Witzig!

00:54:01: Hätte ich nicht gedacht?

00:54:02: Nein.

00:54:03: Die ist jetzt nicht ohne.

00:54:05: Interessant.

00:54:05: Wenn die Hallenarie vorbei ist ... Dann

00:54:07: ist Spaziergang.

00:54:09: Ja, aber die Arie.

00:54:11: Wie steht man überhaupt so ein

00:54:13: physisch-psychisch

00:54:14: so einen, sagen wem mal fünf Stundenabend Isolde?

00:54:18: Muss man sich da anders darauf vorbereiten, merkst du?

00:54:21: Du brauchst da Vorpause, danach Pause.

00:54:23: Hast du gewisse Abläufe die dann stimmen müssen damit du so ein Abend wirklich Hochleistungsform vollbringen kannst?

00:54:31: oder ist das überbegärtet?

00:54:32: Wenn man gesund ist und man hat die paar Tage vorher Ruhe müsste es eigentlich gehen wobei mit Tristan ist.

00:54:42: ja das ist eine wirkliche Hassliebe für mich.

00:54:44: tatsächlich warum?

00:54:47: Ich weiß, dass viele Leute denken das ist ein größtes Werk.

00:54:52: Für mich ist es das unglaublich anstrengende Abend hauptsächlich glaube ich weil das immer nur Konversation ist.

00:55:01: im Grunde.

00:55:02: Ja, ist es tatsächlich?

00:55:03: Nur zwei Leute und es ist immer kompliziert Es liegt nicht so gut wie seine späteren Werke, also für mich.

00:55:14: Kann ich da vollziehen?

00:55:16: Ja, es ist einfach sehr, sehr anstrengend.

00:55:18: Sehr

00:55:18: exponiert!

00:55:21: Und Schopenhauer hin oder her... Ich finde den Text teilweise auch richtig, richtig schlecht.

00:55:27: Also das ist einfach... Was haben die gemeint

00:55:31: da?!

00:55:33: Die Musik ist unbeschreiblich und eine andere Welt.

00:55:38: Das ist das Problem.

00:55:39: Es ist einfach nicht meine Welt.

00:55:41: Ja, okay interessant.

00:55:42: Kann man ja auch einfach sagen wenn es so ist... Man muss ja nicht alles hundertprozentig, muss ja nichts zu einem passen.

00:55:47: Nein!

00:55:48: Nur weil man schön singt kann.

00:55:50: Ich mein deswegen habe ich die Salome nie gesungen.

00:55:52: Tatsächlich?

00:55:53: Nie gesungen?

00:55:54: Nein, ich verstehe diese Frau nicht.

00:55:56: Wirklich?!

00:55:57: Naja

00:55:57: überhaupt nicht.

00:55:58: Auch nicht als historische Person, die gar nicht greifbar sein muss, das hatte ich nicht interessiert.

00:56:03: Nee, nicht und ich weiß Viele Diskussionen mit Hildegard Behrens, weil das war ihre absolute Lieblingspartite.

00:56:12: Wie kannst du doch nicht wollen?

00:56:14: Das ist auch ein Kind!

00:56:16: Du musst sie lieben und verstehen ... Hilde, ich versteh's ja nicht.

00:56:20: Also,

00:56:21: nupp... nie

00:56:23: gesungen.

00:56:24: Spannend.

00:56:24: Hast

00:56:25: du mal eine Orttod gesungen?

00:56:27: Oh, ich hätte gerne.

00:56:28: Aber habe ich nie die Chance leider.

00:56:29: Weil ich dachte, die fehlt irgendwie so in deiner Liste?

00:56:32: Ich dachte das hätte eigentlich gut gepasst.

00:56:33: noch dann irgendwann von der Elsa zur Outro da.

00:56:36: Hätte ich gerne gesungen aber ja keine Ahnung.

00:56:39: zu dem Zeitpunkt hab' ich wahrscheinlich zu viel Ringe und Zeug gesungen hier.

00:56:44: Auch

00:56:44: schön!

00:56:45: Elektra ist euch...

00:56:46: Ja genau du hast ja dann irgendwann den Wechsel von der Chrysothemis auf die Elektra gewagt.

00:56:51: wie war das?

00:56:53: Das war insofern Da weiß ich ganz genau, dass was Masse war.

00:56:59: Und das Masse ist ein sehr einfaches Haus zu singen mit einem wunderbaren Dirigent und sehr zuvor kommende Regisseur um die.

00:57:12: nicht nur die Leonie Rieseneck war dabei sondern auch die Krista Ludwig war der Premiere.

00:57:17: Wirklich?

00:57:17: Ja es war irgendein Sonderanlass und das waren sehr schönes Erlebnis an sich.

00:57:24: also Hab gedacht, okay.

00:57:27: Bis zum Schluss wollte ich eigentlich wechseln und zurückwechseln und abgestohlen

00:57:30: ist.".

00:57:30: Und die gesagt, nee jetzt nicht mehr!

00:57:32: Komm mal

00:57:32: an.

00:57:32: Augen zu und durch?

00:57:34: Ja, Augen zu gut

00:57:34: durch.

00:57:35: Und es ging ja offensichtlich gut?

00:57:36: Es ging gut... Nein also ich muss sagen das ging sehr gut.

00:57:41: Ich merkte in den nächsten acht oder zehn Jahre wie anstrengend diese Party wirklich ist.

00:57:47: Das glaube ich.

00:57:48: Einfach körperlich.

00:57:50: Hast du mal eine Partie wirklich bereut, dass du gesagt hast, oh die hätte ich nicht singen sollen.

00:57:54: Die hat mir geschadet oder?

00:57:56: Ja ganz

00:57:57: früh Center!

00:57:58: Ah ja das passte nicht.

00:58:00: Ich

00:58:00: habe ein paar Mal versucht Center zu singen jedesmal... nie wieder.

00:58:06: Die Partytour geht unter dem Bett.

00:58:08: Nein, nein, das habe ich... Das war richtig ein Fertritt.

00:58:11: Sollte nicht sein.

00:58:12: Nein.

00:58:14: Hast du jemals eine Stimmkrise gehabt durch die du durch musstest, wo dein Instrument dir nicht so gehorcht hat wie du wolltest?

00:58:23: Also direkt Krise kann man nicht sagen.

00:58:30: Ich müsste ein paar Mal mit, also sagen wir krank singen Weil es gab einfach keine andere Möglichkeiten.

00:58:42: Einmal war das ein Konzertding in Neuseeland, so ein Turnier und da war wirklich kein anderer Sopranisten weit und breit.

00:58:49: Und einmal ein paar Vorstellungen Elektra – das weiß ich noch!

00:58:56: Da kriegt man eine bittelböse Rechnung.

00:58:59: dann, weil da muss man von quasi vornherein wieder irgendwie... alles einrenken.

00:59:05: Hast

00:59:06: du dich auch immer wieder betreuen lassen, gesangstechnisch?

00:59:09: Hast Du noch mal Hilfe gesucht bei Gesangslehrern?

00:59:12: oder warst Du für Dich selber der beste Berater?

00:59:15: Nee ich glaube kein Sänger ist für sie selber der bester Berater weil wir uns alle falsch hören.

00:59:21: man braucht immer andere Ohren.

00:59:23: Ich habe ein paar Mal versucht mit anderen Lehrern mit mehr oder weniger Erfolg.

00:59:33: Aber ich hatte zum Glück eine sehr, sehr gute Repetitoren in Wiesbaden mit Superohren und sie wusste nicht wie das zu korrigieren ist.

00:59:41: aber die wussten nicht ob sie gefällt hat oder nicht.

00:59:45: Dann gesagt, nee, das ist nicht... Biete mir was anderes an!

00:59:50: Das hat geholfen.

00:59:52: Und ich muss auch sagen, ich hatte, habe ich sie noch?

00:59:56: Wahrscheinlich irgendwo immer noch unseren Aufnahmen von unserer Gesangsstunden.

01:00:05: Wirklich?

01:00:05: Auf der Uni, ja.

01:00:06: Toll!

01:00:06: Deine Stunden bei der Margot Harscher.

01:00:08: Da habe

01:00:08: ich bestimmt fünfzig Stück,

01:00:10: ja... Wahnsinn.

01:00:11: Auch wertvoll.

01:00:12: oder dass man mal reinhören kann und sich wieder ein bisschen in Erinnerung rufen.

01:00:15: Ja, obwohl man findet sich nicht unbedingt darin das ist so lange her.

01:00:23: Aber die Ratschläge.

01:00:24: Eben, die Worte der Lehrerinnen.

01:00:26: Das ist

01:00:27: doch

01:00:27: schön noch mal zu recapitulieren!

01:00:30: Hast du mit Lampenfieber zu tun gehabt?

01:00:33: Ich habe da ganz früh gelernt dass ich ziemlich meine Nerven manifestiere und sich ganz komisch werde.

01:00:42: Todmüter vor der Vorstellung so ohh ich möchte nach Hause, ich möchte mich hinwerfen und sowas.

01:00:47: Dann vom Auftritt.

01:00:49: also klappern klapper klapper und wenn man auf der Bühne ist kein Problem mehr.

01:00:53: Super, das hat sich nie verändert.

01:00:54: Egal wo welche schwierige Partie du gesungen hast Du bist da immer wieder gut durchgekommen.

01:01:00: Ja Toll!

01:01:01: Auch nicht selbstverständlich Gerade in deinem Fach.

01:01:05: Da habe ich auch schon andere Geschichten gehört.

01:01:07: Ich glaube die große Partien haben weniger damit zu tun Weil man hat so lange sich zu beweisen Und wenn irgendwas schief läuft dann... Man muss auch sagen von diesem deutschen Fach Das Orchester überdeckt viele Fehler.

01:01:25: Wir haben viel Hilfe, wirklich!

01:01:27: Also es ist so eine Art ... was heißt dieses Ding über ein Video das einem schöner macht?

01:01:36: So

01:01:36: ein Filter, ja

01:01:38: genau.

01:01:38: Das Orchester ist ein sehr dankbarer Filter für uns.

01:03:22: Super.

01:03:24: Der

01:04:04: Orchester mit den größten Dirigenten deiner Zeit gearbeitet.

01:04:09: Wer sind für dich Die Prägenden, wo du wirklich sagst das war eine Begegnung die hätte ich nicht missen wollen.

01:04:15: da habe ich gelernt.

01:04:16: Da hab' ich mich wohl gefühlt.

01:04:17: gibt's da ein paar Namen die du herausheben kannst große Meistrie?

01:04:24: Also natürlich muss man Entschuldig erwähnen.

01:04:28: er war so einen Bühnenmensch Er war nicht unbedingt... sagen wir ein Stimmmensch, aber er hat einfach die Dramaturgien in der Hand gehabt und dann hat das auf einmal auch musikalisch gestimmt.

01:04:44: Also von Repetitionen also Hilfe her war der Barrenmäum fantastisch.

01:04:53: Ob das dann weitergegeben ... wurden ist dann am Abend, dass das war man mal so, mal so.

01:04:59: Aber mit ihm zu arbeiten als Repetitor, also als Coach... Das sagen viele ja!

01:05:05: Wahnsinnig interessant und ich verheere natürlich nach wie vor der Christian Thielmann sehr.

01:05:10: Ja

01:05:11: ihr habt auch gearbeitet?

01:05:12: Ja

01:05:13: ziemlich viel und da sind halt so viele Geschichten.

01:05:19: Man kommt auf eine Rosenkavalierprobe und der Penistiz nicht da und sagen wir fangen schon an und er setzt sich hin ohne Ohne Noten.

01:05:27: Und spielt das Ding runter und so, ersten Akt?

01:05:30: Ja also das ist eine...

01:05:31: Ein Ausnahmekünstler

01:05:32: definitiv.

01:05:33: Ausnahmebegabung

01:05:34: einfach.

01:05:36: Gab es auch mal ohne Namen zu nennen meist mit denen du überhaupt nicht zurecht gekommen bist wo man sich vielleicht wirklich sogar wo es Konflikte gab oder konntest du solchen Konflikten immer gut aus dem Weg gehen?

01:05:47: Also ich ... habe noch nie Krach mit einem Dirigenten in Gegensatz zu riskieren.

01:05:53: Aber Dirigenten haben mich meistens geliebt, weil erst mal kann ich mein Zeug also wirklich hundert Pro und... Ich hab da einfach gelernt auch von meinen Lehrern gesagt, die haben immer recht vielleicht nicht immer dein Recht aber die haben mir recht und du hast es einfach zu gehorchen!

01:06:16: Vielleicht altmodische Einstellung?

01:06:18: Aber letztendlich ist es ja auch eine altmodische Hierarchie, in der wir sind.

01:06:22: Ja das finde ich auch und wenn es möglich ist natürlich wenn sie was sangstechnisch verlangen dass ich nicht kann dann sage ich das einfach.

01:06:32: Meistwo ich hätte sehr gerne gemacht aber ich kann es anfangen.

01:06:37: ich gehe nicht so liebend gerne aber können wir da ein Kompromiss finden irgendwie?

01:06:42: Und dann war's kein Problem.

01:06:45: Aber mit Regisseuren hat es schon mal gekracht.

01:06:47: Da hast du dir nicht alles bieten lassen, ja?

01:06:52: Ich bin leider Gottes Ehr der Schmol-Typ.

01:06:55: Geht nach Hause und trinke ein Glas Wein und schimpfe über Leute die ihren Hausaufgaben nicht machen und uns vampirartig regie ihre eigene Regie aussaugen und so was.

01:07:08: da habe ich geschrieben.

01:07:10: aber so richtig krach eigentlich Ich schmarle nur.

01:07:15: Oder wo es mal etwas gab, wo ein Regisseur etwas von dir verlangt hat und du hast gesagt nein lieber geh ich das gab es nicht.

01:07:21: Nein.

01:07:22: Woten keine Grenzen überschritten

01:07:24: oder?

01:07:24: Das ist eine.

01:07:25: die Grenzen sind wahrscheinlich in den letzten zehn Jahren so richtig aufgedacht.

01:07:29: also dass man also oben ohne

01:07:31: aber die Zeit hast Du ja auch mitgemacht die letzten zehn Jahre ne?

01:07:34: Ja, aber nicht in diese Partien.

01:07:39: Also eine Tarnhäusenszenierung, wo die Elizabeth also splitternagt dann von irgendeinem Gebet.

01:07:46: Sie entkleidet sich und geht splitternakter Richtung Himmel.

01:07:49: Das verstehe ich bis heute nicht.

01:07:53: Da hätte ich wahrscheinlich was gesagt.

01:07:54: Ja das war ne Grenze für dich!

01:07:57: Wie hat sich seit deinem Debüt bis heute der Opernt-Betrieb verändert?

01:08:03: Zum Positiven zum Negativen... Was ist anders?

01:08:07: positiv, negativ bezeichnen kann.

01:08:12: Es ist anders.

01:08:13: halt als ich in Wiesbaden angefangen habe waren zwanzig feste Sänger.

01:08:20: das war ein Ensemble.

01:08:22: Ich gehörte dann dazu.

01:08:24: es war eine Familie mehr oder weniger.

01:08:28: diese Art von Ensemble gibt's nicht mehr viel und das finde ich schade weil ja Die Sänger, die auf der Bühne standen damals, die kannte man.

01:08:46: Man hat in der Nähe gelebt eventuell oder unsere Kinder sind zu Schule gegangen zusammen.

01:08:52: Ich meine das waren unser Sänger.

01:08:55: Ja.

01:08:55: Die waren in der Stadt wie es Baden bekannt.

01:08:59: So den hat man aufgeschaut?

01:09:01: Und das gab es dann durchaus.

01:09:04: Hast du gesehen?

01:09:04: Die Carla Poldi macht die Elisabeth da, da müssen wir hin!

01:09:07: Ja aber die zweite Besetzung ist auch interessant.

01:09:09: also die Leute haben ihre Sänge gekannt.

01:09:13: Das gibt's leider nicht mehr so oft um der kleine positive Nebeneffekt von Geldkürzungen an der deutschen Theater Szene habe ich gemerkt ist, dass mehr Ensemble sind jetzt ins Leben gerufen.

01:09:36: Es kommt wieder ein bisschen

01:09:37: zurück.

01:09:38: Ich bin auch sehr glücklich darüber.

01:09:40: Das ist also wirklich unersetzlich dieses Ensemble-Erlebnis.

01:09:44: Okay, hab' ich die beste Mikael der Welt gesungen?

01:09:47: Gar nicht!

01:09:48: Es war gerade passabel aber war das eine gute...

01:09:52: Gut genug

01:09:53: für Wiesbaden?

01:09:54: Ja sicher und die Leute haben es gemocht irgendwie.

01:09:58: Aber für mich war das einfach ein Erlebnis und ist, ja wie gesagt... Irgendjemand musste das Ding singen und ich war da.

01:10:06: Ich finde es auch für junge Sänger sehr wichtig, dass man diese großen Kollegen hat wo man hoch schauen kann.

01:10:12: Dass man nicht nur unter seines Gleichens Hauptsache jung ist sondern dass es diese Mischung gibt.

01:10:18: also ich erzähle mal gerne die Geschichte als ich hier meinen ersten Papageno gesungen habe.

01:10:22: meine Papageena hat ihre erste Papagena gesungen in dem Jahr wo ich geboren wurde.

01:10:27: Aber das ist für mich so etwas Tolles, weil ich kann von dieser Kollegin lernen profitieren und sie hat eben vor mir schon zweihundert Papagenus gehabt.

01:10:35: Und ich darf das alles mit Aufsaugen diese Erfahrung!

01:10:39: Das ist doch für einen jungen Sänger unbezahlbar?

01:10:42: Genau und deswegen war ich eigentlich immer wieder an der Deutschen beschäftigt die letzte zehn Jahre, weil quasi ich die Mama-Bär war.

01:10:51: also ich hab' mit den jungen Kollegen so gesprochen Ich war auf dem Frankfurter Beinhof vor, etliche.

01:11:01: Wochen und habe den Anthony Schneider.

01:11:04: Das ist ein junger...

01:11:05: Ein Bassist, ne?

01:11:06: Ganz toller Junge Bassist.

01:11:08: Und er gesagt, ach Nadine das war so schön damals!

01:11:11: Und weißt du ich hab da eine Ratschläge gefolgt und ich hab gut was hab' ich gesagt!

01:11:16: Und es gesagt ja viel Geld in die bayerische Einzahlung und sofort einen Eigentumswohnungen kaufen.

01:11:23: Da hab ich beides gemacht.

01:11:25: Ich hab das anderen Leuten immer wieder erzählt dass du mir das gesagt hast und das war auch hilfreich damals Ich

01:11:31: habe

01:11:31: keine Erinnerung.

01:11:33: Aber es war einfach, was man sagt ja wie kann ich finanziell und der war damals im Studio glaube ich in Frankfurt Aber sowas, das ist wichtig.

01:11:44: Tipps aus erster Hand und das sind Sachen die lernst du nicht an der Hochschule.

01:11:49: Nein!

01:11:51: Und auch die Leute vom Studios wo man sagt also ich bin in Frankfurter Studio mein Leben ist jetzt gebohnt

01:11:59: oder

01:11:59: um Gottes

01:12:00: Willen.

01:12:01: Es gibt so viel was man einfach wissen muss Und wenn man das von einem Kollegen oder einer Kollegin bekommt, die es einfach kennt.

01:12:08: Das ist doch Gold wert!

01:12:10: Ich finde auch und anscheinend war das auch der Meinung in der deutschen, weil also deswegen war ich da quasi hier.

01:12:17: Ja super.

01:12:18: Und du beschäftigst dich ja auch intensiv mit der neuen Sänger-Generation.

01:12:22: Du Unterrichtest?

01:12:23: Ja.

01:12:23: Du gibst

01:12:23: Meisterkurse.

01:12:24: Hast du privat auch Leute, die regelmäßig zu dir kommen?

01:12:27: Ja,

01:12:28: regelmäßig.

01:12:29: Das is ganz unterschiedlich sagen mir die Leute... Okay, von vornherein.

01:12:35: Ich kann nicht mit Anfänger arbeiten.

01:12:38: Keine Stimmbildung?

01:12:40: Ich kann das einfach nicht!

01:12:41: Ich weiß überhaupt nicht wo man anfangen

01:12:43: kann.

01:12:44: Mimamu also keine Ahnung aber ich habe meistens Leute.

01:12:49: entweder sind die sie suchen Solo-Verträge oder die sind schon unterwegs und die kommen nicht so oft weil wenn Sie Arbeit haben wir gehen einfach so neue Partien durch.

01:13:02: Aber was mich wirklich interessiert und fasziniert, sind die Leute im Chor.

01:13:07: Weil sie haben eine ganz eigene, sagen wir Bedürfnis für Pflege.

01:13:13: Und das kann man nicht behandeln wie ein Solosänger weil die müssen immer... Die können nicht wie Solosängern immer singen.

01:13:21: bei den Proben auf der Bühne ist etwas anders aber bei den Probem kein Solo-Singer kann sechs Stunden am Tag Die müssen zwei Werkzeugkasten haben.

01:13:32: Und das ist für mich wirklich eine sehr, sehr gute und interessante Arbeit die ich sehr gerne machen war.

01:13:38: meistens die Leute im Chor.

01:13:40: Das sind Zolostimmen in Grunde genommen.

01:13:42: Zollostimmen, die irgendwie das nicht so ganz gepackt haben um da das finde auch fürs ganze Chorwesen wichtig dieses Stimmhygiene

01:13:53: zu haben.

01:13:53: Da hast du einige die du betreuest?

01:13:55: Ja ja, das mache ich auch sehr gerne.

01:13:57: Spannend!

01:13:58: Du hast

01:13:59: eigentlich alles erreicht, was man in einem Sängerleben erreichen kann.

01:14:03: Ja!

01:14:04: Hast du trotzdem noch Wünsche an das Leben?

01:14:10: Was darf noch kommen?

01:14:12: Also die Zeit eilt vorbei aber ich würde wahrscheinlich noch ein Glutermnester schaffen.

01:14:20: Ja, hast du Lust drauf?

01:14:21: Ich habe so Lust drauf.

01:14:22: So lust...

01:14:24: Wir senden das ans Universum.

01:14:25: Jetzt Universum.

01:14:26: also bitte, bitte weil das wäre dann ... im Grunde genommen meine vierte Partie in Elektra.

01:14:32: Ja.

01:14:32: Grisodames Elektra, Schleppträger oder wie die heißt da?

01:14:35: Auf Serien dann!

01:14:36: Und jetzt auf Serien fünfte und dann... Wahnsinn!

01:14:38: ...und jetzt die Glühtemnesterwehr.

01:14:40: Und ich finde die….

01:14:42: Das ist das Herzstück von dieser Oper.

01:14:46: Ich find' die Frau einfach fasziniert.

01:14:49: Spannend dieser Charakter, was die alles auf ihren Schultern trägt.

01:14:53: Warum ist sie so geworden, wie sie geworden

01:14:55: ist?!

01:14:55: Sie is ja keine klassische Böse!

01:14:58: Sie ist ja eher so ein Opfer ihrer Umstände.

01:15:02: Oder wie siehst du das?

01:15:04: Ja, aber sie hat sich Richtung Bösheit sehr weit treiben lassen.

01:15:08: Also sie ist ... ich glaube, sie ist auch unglaublich einsam und sucht einfach Kontakt.

01:15:19: Ich finde sie faszinierend.

01:15:21: Ich würde mich freuen, wenn wir noch eine Glytemnestra von dir erleben dürfen.

01:15:25: Ah!

01:15:25: Wie ich mich auch.

01:15:27: Aber du steckst dir kein Ziel, bis dahin möchte ich singen.

01:15:31: Du lässt das offen?

01:15:32: Nein!

01:15:33: Also ich hätte gedacht die letzte Vertrag da in Berlin, das war es dann und jetzt kam Dresden also.

01:15:39: Die Dresdner

01:15:40: waren eine nette Überraschung noch.

01:15:41: Das war ein Geschenk

01:15:42: einfach ja.

01:15:43: Ja schön Ich freue mich dass du hier bist und dass wir das heute nochmal zum letzten Mal machen können Und dass deine nächste Strauß-Party dann die Glüterminister

01:15:52: wird.

01:15:55: Liebe Nadine Ich bedanke mich ganz herzlich bei dir für dieses spannende Gespräch in dein weitreichendes Leben.

01:16:01: Wir haben natürlich nur einen Bruchteil angerissen, man könnte stundenlang sprechen.

01:16:04: Möchtest du mal ein Buch schreiben?

01:16:06: Das alles mal aufschreiben?

01:16:08: Nein!

01:16:09: Ich hab keine... ich weiß überhaupt

01:16:11: nichts mehr.

01:16:12: Dein Mann soll dir helfen.

01:16:14: Ja, genau.

01:16:14: Deine Lexikon Nadine, tausend Dank.

01:16:17: Alles Gute für die Zukunft, für alles was noch kommen mag vor allem Gesundheit und wir sehen uns gleich oben auf der Düne.

01:16:23: Danke schön.

01:16:24: Ich freue mich.

Über diesen Podcast

Tauchen Sie mit dem Sänger Bernhard Hansky in die Welt der Oper ein. In seinem neuen Podcast "Parlando - der Operntalk" trifft er seine Kollegen und Idole zum persönlichen Gespräch. Wie wird man eigentlich Opernsänger? Wie schafft man den Sprung auf die berüchtigten Bretter, die die Welt bedeuten? Wie geht man mit Misserfolgen um? Dieses und noch mehr gilt es zu erörtern. Lernen Sie die Opernstars von damals und heute auch abseits des roten Vorhangs kennen. Ein Podcast sowohl für Musiker, bedingungslose Opernfans oder auch den interessierten Klassik-Neuling.

von und mit Bernhard Hansky

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