00:00:19: Ein herzliches Willkommen zurück zu Parallando.
00:00:22: Mit mir, Pernhard Hanski und einem spannenden Gast aus der Welt der Oper.
00:00:28: Heute darf ich eine ganz bezaubernde Kollegin begrüßen mit der Ich das große Vergnügen habe und seit mehr als zehn Jahren die Bühne teilen darf.
00:00:38: sie ist man muss es sagen eine Institution der Semperoper Dresden wo sie seit fast vier Jahrzehnten das Publikum begeistert und mit ihrer strahlend fröhlichen Bühnerscheinung entzückt.
00:00:50: Ihr Einstand hätte spektakulärer nicht sein können!
00:00:53: Ausgerechnet, mit der halsbrecherischen Partie der Zerbinette aus Richard Strauss Ariadne auf Naxos stellte sie sich den Dresdnern erstmalig vor.
00:01:03: Viele weitere Partien als festes Mitglied des Opernaussembles sollten folgen – darunter unter anderem die Gretel Susanna das Blondchen, die Fiakameli, Zerlina, Musetta – die Popo Olympia oder Verdi's Naneta um nur einige zu nennen.
00:01:20: Eine eher kleinere Partie muss aber ganz prominent an erster Stelle genannt werden, denn mit ihr dürfte sie weltweit wohl einen Rekord aufgestellt haben.
00:01:31: Es ist die Papagena, die Sie seit siebenunddreißig Jahren durchgängig in der nun mehr dritten Inszenierung an Ihrem Dresner Stammhaus verkörpert!
00:01:42: Und ein Ende ist, so sehe ich das glücklicherweise erst mal noch nicht in Sicht.
00:01:48: Wenn sie nicht selbst singt hilft sie anderen es bühntauglich zu lernen.
00:01:53: Als Professorin für Gesang ist sie seit vielen Jahren an der Dresdner Musikhochschule eine geschätzte Pädagogin und hat nicht wenige Sopranistinnen anführende Opernhäuser bringen können.
00:02:05: Ich freue mich sehr, dass wir uns endlich mal wieder auch abseits der Bühne treffen um nun gemeinsam über ihren spannenden Lebensweg und das Singen zu plaudern.
00:02:15: Meine liebe Freundin und hochgeschätzte Kollegin Professorin Christiane Hossfeld.
00:02:21: Hallo liebe Christiane!
00:03:22: Papagena, das große Stichwort.
00:03:25: Kannst du ungefähr abschätzen wie oft Du sie gesungen hast?
00:03:29: Hunderte Vorstellungen werden es gewesen sein aber ich... Ich kann das nicht, ich habe nicht gezählt.
00:03:36: Was schätzt du so ungefähr?
00:03:37: Aber in die Tausende geht es noch nicht!
00:03:39: Ne
00:03:39: also im naja wenn man das jetzt... Das sind sieben und dreißig Jahre, im Jahr zehn fünfzehn Vorstellungen kann man sich ja ungefähr ausrechnen wie viel das gewesen sein
00:03:50: mag.
00:03:52: Ja, es gibt ja Spielzeiten wie eben jetzt.
00:03:53: Da läuft eine Zauberflöte bis zu dreißig Mal.
00:03:56: Man singt ja nicht alle Vorstellungen aber es gab Vorstellung wo ich also fast allein das gemacht habe.
00:04:03: Aber mittlerweile ist es auch im jungen Ensemble angekommen und die Kolleginnen machen das auch ganz schön.
00:04:10: Was denkst du denn, was predestiniert dich für diese wunderbare Nebenrolle?
00:04:15: Dass du sie trotz aller Hauptpartien die du ja auch immer nebenher gesungen hast nicht los geworden bist.
00:04:20: Weil du hast selber schon gesagt mittlerweile das junge Ensemble ist ja auch dafür da.
00:04:24: warum begleitet sich doch so lange?
00:04:27: Naja vielleicht liegt es auch daran weil ich von der Optik Ich bin relativ klein und dass diese Ich würde es mal jetzt so sagen, vielleicht diese etwas puppige Optik.
00:04:38: Und da streiche ich das und mache die Papagener möglich!
00:04:43: Das andere ist, dass ich sehr viel Wert darauf lege gute Dialoge zu sprechen, Texts zu sprechen.
00:04:49: Dass es nicht unwichtig in einer Zauberflöte... In dieser
00:04:51: Partie lebt von dieser Veränderung, von dieser alten Frau und wie man das auch immer machen kann – das liegt ja am Regisseur – aber das habe ich eigentlich immer sehr genossen.
00:05:02: Und diese Kombination zwischen Optik-Sprechen und die hohe Stimme Das wird es wohl sein, dass ich halt auch mir nicht so blöd bin.
00:05:12: Blöd zu sein!
00:05:13: Ja, richtig.
00:05:13: Das ist auch ganz wichtig.
00:05:15: Ich bin ein sehr komediantisch veranlagter Mensch dem es unglaublich Spaß macht sich zu verändern, sich zu verstellen in verschiedene Figuren zu springen.
00:05:28: das ist eigentlich immer schon meine meine Wahrnehmung gewesen auf der Bühne für mich.
00:05:34: Ich will mich verändern können, in etwas hineinschlüpfen und gucken wer ich dann werde.
00:05:40: Schön!
00:05:41: Und daraus höre ich auch du hast wirklich bei der sagen wir mal siebenhundertsten Papagener immer noch Spaß ja?
00:05:47: Ja immer und es ist immer neu.
00:05:50: man weiß ja auch nie wer der Kollege ist, der Papageno is man... Es gibt keine Routine.
00:05:58: das so was kenne ich nicht.
00:06:00: Es gibt jede Sekunde auf der Bühne Erfahrung, eine Ersterfahrung für mich.
00:06:08: Ich bereite mich vor ich gehe das alles durch und dann lebe ich in diesem Moment spontan das was ich da tue.
00:06:16: Also das lebt natürlich auch dann von deinen Bühnenpartnern.
00:06:19: Ich meine, du hast viele Papagenus aus der Taufe gehoben und andere Milch?
00:06:24: Aber auch viele namhafte Kollegen Olaf-Bär Andreas Scheibner, Markus Marquardt ne?
00:06:28: Du hast ganz viele verschiedene Sichtweisen von Papagenuss auch bekommen und sicherlich auch dadurch so ein bisschen immer wieder die Frische dir erhalten.
00:06:37: oder wie ist das?
00:06:38: Ja naja ich sagte ja mir ist es ja mal passiert wir hatten in der ersten Inszenierung die Papagener mit einer großen Pappmaskeform gesetzt als Alte.
00:06:47: Und ich habe dann zum Kollegen gesagt, wenn das irgendwann mal keinen Sinn macht diese verknitterter alte Maske abzumachen und da wenn man sie abmacht und dann kommt noch was Schlimmeres unten vor, dann würde ich sagen ist gut jetzt.
00:07:00: aber das sind so auch Momente wo man sagt ja also es sind schon Generationen und ich muss ganz ehrlich sagen Es gibt schon den Moment wenn die Papagenus so vor mir sehe die mittlerweile meine Söhne sein könnten.
00:07:14: Ich denke, na gut okay.
00:07:18: Gehen was an!
00:07:19: Aber das ist doch auch wieder der Zauber des Theaters?
00:07:21: Natürlich!
00:07:22: Das am Ende wieder gar keine Rolle spielt über dem Orchestergraben oder?
00:07:25: Ich meine die Fernwirkung ist ja auch eine gewisse verschwimmende Geschichte.
00:07:31: So einen Altersunterschied über eine Entfernung von dreißigvierzig Metern... relativiert sich manchmal.
00:07:40: Das will ich schon mal.
00:07:41: Wenn die Körpersprache, wenn der Gestus jugendlich ist und sich das ein bisschen kann man da viel kaschieren und verschwinden lassen.
00:07:51: wir sind Theater ist Magie ist zauber richtig.
00:07:54: ja wir sind nicht im Fernsehen wo man jedes Augenlied klappern sieht sondern wir sind auf der Bühne in einer Zauberwelt Akustisch und visuell.
00:08:09: Aber ich finde auch toll, dass dir da in keiner Weise... Ich meine Altersdiskriminierung wissen wir alle ist ein Thema.
00:08:15: Aber das sich da Gott sei Dank niemand gemeldet hat und dich einfach walten lässt weil man sagt sie macht eine tolle Arbeit ob sie nun zwanzig, ob sie vierzig oder fünfzig ist?
00:08:25: Das ist doch auch großartig muss man sagen!
00:08:27: Ist nicht selbstverständlich!
00:08:28: Nein es ist nicht selbst verständlich nein unbedingt.
00:08:31: also da bin ich auch sehr dankbar für das Vertrauen fast grenzenlose Unbefangenheit, die mir davon der Leitung entgegen gebracht wird.
00:08:43: Und was ich auch sagen muss eben aus meiner Perspektive als ich meinen ersten Papageno eben in Dresden gesungen habe für mich ist das eine ganz inspirierende Sache und eine große Unterstützung, so eine erfahrene Kollegin zu haben.
00:08:55: Da kommt mir nicht einmal der Gedanke, oh mein Gott die ist ja älter als ich!
00:08:59: Ich finde das eher wirklich was Beflügeln des, wo.
00:09:01: ich denke diese Frau hat schon mit den großen Papagenos hier in diesem Haus gestanden.
00:09:05: Ich kann davon doch nur profitieren und lernen.
00:09:07: Na gut wir sind ja nicht in dem Paar nun ganzen Abend auf der Bühne.
00:09:11: Der Papageno hat schon doch erheblich viel mehr zu singen uns zu gestalten.
00:09:16: also man kann es daran sicherlich sich orientieren.
00:09:21: Das Happy End!
00:09:22: Ja.
00:09:22: Nein, aber ich muss sagen es war ja nicht nur mit deinem Fall auch eine Ute Selbig die da noch ne Pamina gesungen hat und ich fand das eben so toll in Dresden dass sich das so gemischt hat.
00:09:32: Da hast du eben diese jungen Sänger die wirklich rein wachsen und dann hast Du eben die gestandenen Kollegen und ich finde das ist doch ein tolles Miteinander.
00:09:39: also mir tut jeder leid jeder junge Sänger der das nicht erleben kann?
00:09:43: Das ist leider eine Entwicklung die nun der Sache geschuldet ist.
00:09:47: Ich muss ehrlich sagen als ich hier angefangen habe Da lebten auch noch die großen
00:09:54: Namen.
00:09:56: Und man ah, der und der und er hat die Hexe gesungen in Hänsel und Gretel und weißte noch und der.
00:10:03: Man hatte dann schon auch Respekt und hat toll!
00:10:07: Dann darf ich mit dem auf der Bühne stehen den habe ich noch erlebt.
00:10:10: und solche Sachen Das... Ja, ja.
00:10:13: In deinem Fach zum Beispiel die Eleonore Elstermann?
00:10:16: Ja
00:10:16: natürlich!
00:10:16: Die Kolleratöse, die große Dresdner Kollerateuse.
00:10:19: ich weiß nicht wie du noch alles kennengelernt hast.
00:10:20: Ganz viele.
00:10:21: Hast du die
00:10:22: Reichelt noch kennengelernen?
00:10:23: Nein, die
00:10:23: habe ich nicht kennengelaernet.
00:10:24: meine Mutter hat bei ihrem Mann beim Professor Reichelt studiert und diese sind sich tatsächlich auch noch begegnet.
00:10:32: und Elisabeth Reichelt war ja wenn ich mich nicht irre sehr berühmt als Despina was ich dann ja später aufgesungen habe.
00:10:39: Und also von daher sind wir uns natürlich nicht begegnet, aber ich bin da schon involviert gewesen ins Geschehen.
00:10:49: Ja toll!
00:10:49: Also vom Hörensagen sag'
00:10:51: ich mal.
00:11:12: Sieg du hast es ja schon angesprochen die war für dich immer schon da.
00:11:54: Also du kamst zur Welt und du wurdest schon umgeben von Musikern und Musik, denn beide Eltern waren Sänger.
00:12:01: Vater, Chorist an der Berliner Staatsoper – und du hast sie schon angesprochen, deine tolle Mama!
00:12:07: Die renommierte Sopranistin und mittlerweile Gesangspädagogin Irmgard Boas die mit ihren unglaublichen siebenundneunzig Jahren noch immer aktiv am Leben teilnimmt.
00:12:17: Bitte erzähl uns mal von deinem spannenden Elternhaus.
00:12:21: Also du hast es ja schon gesagt, wenn man als Kind zur Welt kommt und eigentlich singen gehört einfach dazu?
00:12:30: Ich bin mit Singen groß geworden!
00:12:35: Ich habe mich selber – das ist vielleicht auch witzig – ich habe mich selbst als Kind in den Schlaf gesungen mit Fragmenten aus Tosca Was alles, was ich aufgeschnappt habe als so ein Vorschulkind oder Kind auch noch später, habe ich verarbeitet und hab das dann gesungen und improvisiert.
00:12:58: Was mir so einfiel... Ich habe bei meinem Papa zum Beispiel sehr witzig.
00:13:04: Ich habe beim meinem Papa, der war ja im Chor einer Staatsober-Berlin Und die haben Tanhäuser einstudiert wahrscheinlich Offensichtlich!
00:13:15: Vorschulkind bin ich da rumgekullert, gemalt oder hab irgendwie gespielt im Chor-Saal.
00:13:22: Ich war geduldet!
00:13:23: Ich war auch brav und habe also die Pilgerchöre offensichtlich am Passant so inhaliert.
00:13:31: Und dann meine Mutter hat ... In der gleichen Zeit in etwa die Venus im Thannhäuser gesungen.
00:13:37: Damals war das Bergtheater Tade noch so ein Festspielort unter Bodenstein, das war ein Event.
00:13:46: Das hat sich nicht überlebt in dieser Form und da war ich auch mit.
00:13:52: aber Thannhauser war mir dann weg.
00:13:56: Und als ich dann studiert habe später, sagte meine Mutter zu mir heute Abend kommt im Fernsehen Tannhäuser mit Spaßvenkoff.
00:14:04: Als Tannhauser von Bayreuth und die beiden haben ja zusammen auch viel gesungen in Halle.
00:14:10: Da kannte ich auch Spaßvenkhoff und da war ich ganz gespannt!
00:14:14: Jetzt ging das los... Mir war Tannheuse aber nicht bewusst.
00:14:18: jetzt ging es los und ich hätte mitsingen können wirklich wahr?
00:14:22: Ich habe diese Oper
00:14:25: Die Musik war in
00:14:25: mir drin.
00:14:26: Es war da und dann habe ich zu meiner Mutter gesagt, wieso kenne ich denn das?
00:14:32: Ich weiß das!
00:14:33: Und dann sagte sie eben, du warst bei Fadi mit dabei, aber mir war das gar nicht mehr bewusst.
00:14:43: als ob man mit mir Swahili spricht und ich verstehe es, könnte antworten.
00:14:47: Weißt das aber gar nicht?
00:14:49: Wenn dich eine fragt, sprichst du Swaheli, würdest du sagen nein.
00:14:52: Nein!
00:14:52: Aber ich versteh's und kann antwortend.
00:14:55: Und so ist mir das mit ganz viel Musik gegangen, mit ganz vielen Opern, wie wird sowas gesungen?
00:15:03: Wie klingt Verdi?
00:15:04: Wie klinkt Wagner?
00:15:05: Was ist Puccini?
00:15:07: Wie muss das
00:15:07: sein?!
00:15:08: Darüber haben sich meine Eltern unterhalten.
00:15:10: da fand ein Räger Austausch Stadt.
00:15:13: Und ich habe das als Kind einfach so nebenbei und bin damit groß geworden, liebe Gott hat mir geschenkt dass sich halt ein bisschen auch Talent mitgebracht hatte und dass vielleicht auf fruchtbaren Boden gefallen ist.
00:15:28: dieser ganze Samen der da ausgekippt worden ist über mich und davon hab ich eigentlich profitiere ich heute noch.
00:15:36: Das heißt, du hast das immer auch als etwas Positives empfunden?
00:15:39: Die singenden Eltern die diesen außergewöhnlichen Beruf haben.
00:15:43: also warst Du auch schon direkt in der Vorstellung dann sehr jung drin?
00:15:47: Also ich war also zum Beispiel daran kann Ich mich super gut erinnern.
00:15:50: dass sind auch so signifikante Sachen.
00:15:53: Als der Theo Adam seinen ersten Sacks gesungen hat um die siebziger Jahre herum muss es gewesen sein In einer Staatsoper Berlin, da war mein Fatih im Chor und hat gesagt du das ist so toll.
00:16:09: Da bin ich mehrmals in die Meister-Singer gegangen.
00:16:14: Ich hatte keinen Platz und habe mit zehn Jahren im dritten Rang auf der Treppe oben gesessen.
00:16:21: Hast wahrscheinlich die Hälfte nur gesehen von der
00:16:24: Bühne?
00:16:24: Ja.
00:16:25: Und hab mich halt hingestellt.
00:16:27: und diese Loschenschlieser wussten auch dass ich
00:16:29: da...
00:16:31: Und ich war, ich hab dann immer gewartet auf den Fliedermonolog und auf diese wunderbare Musik.
00:16:38: Also ich war
00:16:38: Fan.
00:16:39: Klasse!
00:16:40: Wir kommen noch auf ihn zu sprechen, Tio Adem spielt dir in deinem Leben auch später eine wichtigere Rolle.
00:16:45: Hätte ich nie gedacht!
00:16:48: Aber es ist schon verrückt.
00:16:50: warst du dann auch von Anfang an gleich wenn man dich gefragt hat nach klein was willst du mal werden?
00:16:55: Sängerin war nicht die Antwort.
00:16:57: Ich habe dann mit drei Jahren angefangen Klavier zu spielen und dann waren meine Hände aber so klein.
00:17:05: Und dann hat die Klavierlehrerin gesagt, komm lasst ihr doch ein bisschen.
00:17:09: Soll sie erst mal in die Schule kommen?
00:17:10: Ja.
00:17:12: Für mich als Kind begann das Alphabet, als ich in die Schule kam ... C-D-E-F-G-A-H-C, so war's.
00:17:21: Da war die Musikerin schon
00:17:22: präsent?
00:17:22: Da war ich erst mal verwirrt!
00:17:25: Nee, ich war mir da also nicht... Ich hab mich... Ich habe nicht gesagt, ich will das machen weil ich dachte, das will ich eigentlich nicht.
00:17:32: Ich will meinen eigenen Weg finden vielleicht mal Lehrerin zu werden oder es war nicht ... Ich hab' mich dann nicht fixiert.
00:17:41: Weißt du noch wann dieser Punkt war wo du plötzlich gemerkt hast Ich könnte doch mein Lebensunterhalt damit bestreiten.
00:17:47: Ja, ja... ich war dann bei meinen Großeltern, bin ich dann mal drei Jahre gewesen, hab' bin da aufgewachsen bis zur Jugendweihe und da habe ich dann angefangen so Pop-Songs zu schreiben mich ans Klavier gesetzt und hab', es war die Abarzeit, da kam ein Hit nach dem anderen und so.
00:18:06: und ich hab dann halt Pop Songs geschrieben.
00:18:09: Und dann habe ich das auch in der Schule bei meinen Schülern, beim Mitschülern.
00:18:13: Dann sind wir da in den Essensraum gegangen, da standen Klavier und haben gesagt Mensch komm Spiel doch mal.
00:18:18: Und dann haben die mitgesungen... ...und irgendwie habe ich dann gemerkt dass mir das Spaß macht.
00:18:25: Dass ich das machen will.
00:18:27: Bei meiner Eigenungsprüfung an der Hochschule hab' ich auch einen Song von mir gesungen.
00:18:31: Wirklich?
00:18:32: Ja ja.
00:18:32: Toll!
00:18:34: habe ich gesagt, ich möchte es einfach probieren.
00:18:36: Dann habe ich meine Mutter gefragt.
00:18:38: Ich war halt klein aber dass sich nur nicht mehr so viel wachsen würde, konnte ja keiner wissen.
00:18:44: und dann habe ich meiner Mutter gefragt, sag mal wenn ich da vorsingen würde die Rosalka-Arie, die würde mir gefallen weil Rosalker war ich viel, hab' ich viel gesehen und das hat mir so gut gefallen.
00:18:58: Da hast du das mir einstudiert, habe ich das gesungen Und dann haben wir es versucht.
00:19:02: Ich sag, ich würd's gern einfach probieren!
00:19:04: Aber du hattest vorher wirklich bei ihr etwas länger schon Unterricht
00:19:07: gehabt?
00:19:07: Nein, überhaupt nicht!
00:19:08: Das war eine ganz reine ins kalte Wasser her.
00:19:10: Ach wo?
00:19:10: Ach
00:19:10: wo...ich hab doch...ach!
00:19:12: Ich konnte singen!
00:19:13: Ja,
00:19:13: ja.
00:19:14: Es war natürlich für
00:19:14: dich.
00:19:15: Ja das war ganz natürlich und ich habe ja über das Hören und sie auch...wenn ich bei ihr war in Erfurt damals mit am Theater, ich hab sie einsingen gehört ... bin mit dem Theater gewesen, da braucht man doch kein Lehrer.
00:19:33: Also... Nee ich verstehe was du meinst.
00:19:35: ja!
00:19:35: Als Kind?
00:19:35: Wenn das so früh bekommt
00:19:38: dann saugt man auch.
00:19:39: Manchmal war es ganz lustig.
00:19:40: Da saß ich bei ihr im Wohnzimmer und sie hat ja damals auch schon ... ... den einen oder anderen Kollegen unterrichtet.
00:19:47: Und da saß sich dann in der Wohnzelle und die Sänger haben dann gesungen ... ... und dann habe ich manchmal gedacht, das könnte ich auch.
00:19:55: Vielleicht nicht besser aber wo ich dachte Was macht er jetzt?
00:20:00: Das ist nicht gut.
00:20:01: So, ja!
00:20:02: Und ich hab dann so singen ... Ja und dann kam ich an die Hochschule und hatte dann Unterricht und irgendwann habe ich gedacht es wäre vielleicht ganz gut wenn ich mal zu Professor Leib vielleicht mal
00:20:19: frage
00:20:20: ob er mich nehmen würde weil ich dann irgendwo feststand.
00:20:25: Und dann habe ich ihm das erzählt von meiner Mama und dann sagte er, wieso wollen sie denn nicht bei ihr die Ausbildung weitermachen?
00:20:34: Das ist doch das naheliegendste.
00:20:37: Ich dachte mir, wenn es geht... ...und dann hat man einen Leerauftrag für Sie gemacht!
00:20:41: Sie hat den Leer-Auftrag quasi für dich durch Dich bekommen an der Einstein.
00:20:46: Nämlich
00:20:46: durch mich aber... Um mich zu betreuen, lag es nahe.
00:20:51: Und das war sozusagen der Türöffner ohne dass man das gewollt hat?
00:20:56: Das hat sich dann einfach so ergeben!
00:20:58: Aber da war man ja auch von dir anscheinend sehr begeistert und überzeugt, dass man gesagt hat, dass ist es wert ihre leere Mutter quasi an's Haus holen.
00:21:06: Es war der einfachste Weg...
00:21:09: Ja, aber nicht selbstverständlich.
00:21:10: Man hätte auch sagen können, suchen Sie sich hier jemand aus oder gehen sie?
00:21:14: Aber
00:21:14: man war ja offensichtlich von dir sehr überzeugt.
00:21:16: Aber
00:21:16: der Günter Leib war da sehr unkompliziert, sag ich mal.
00:21:21: Und dann war das so.
00:21:23: und dann fügte sich für meine Mama ... ...eins zum anderen.
00:21:26: Ich
00:21:26: war gerade sagen, die ist ja da auch geblieben.
00:21:28: dann?
00:21:28: Natürlich!
00:21:28: Die war ja dann eine große Pädagogin
00:21:30: oder Eisler.
00:21:31: Ja natürlich also zu sagen hat sich das so quasi abgelöst... ...ich war dann fertig und in meiner Studienzeit kamen auch schon die einen oder anderen Studenten dann auch zu ihr... ...und so wurde das dann fast nahtloser Übergang.
00:21:48: ich ging ans Theater und sie war dann simultan In der Halle noch und in Leipzig und so, aber auch dann eben auch nach
00:21:57: Hochschulen.
00:23:05: großes Fach, eben eine Salome Aida Turandot.
00:23:09: Wir könnten die Liste fortführen.
00:23:11: Aber sie hatte auch lokative Angebote im Westen, die dann ein bisschen durch den Bau der Mauer vereidelt wurden?
00:23:16: Wie hast du das?
00:23:17: oder wie habt ihr das erlebt?
00:23:19: Naja... Das war schon nicht so einfach!
00:23:22: Sie war einmal mit Leipzig in Marcerata also in Sofia und da waren also im östlichen Ausland gab es... Die Gasspiele waren kein Problem aber im westlichen Auslands war es ein Problem ja Und da war sie einmal mit in Margerata und ein paar andere Dinge, wo sie Salome gastieren sollte.
00:23:41: Das hat halt nicht geklappt!
00:23:44: Das lasse ich mal offen.
00:23:45: Ja ja ja, verstehe.
00:23:46: Aber war das ein großer Einschnitt für Sie oder konnte Sie damit Ihren Frieden machen?
00:23:51: Was willst du denn
00:23:51: machen?!
00:23:53: Wenn die sagen, dass kann leider nichts stattfinden... Fitturan dort.
00:24:00: Tatsächlich, da gab es ja ein Angebot
00:24:03: und wenn's dann aber heißt geht nicht ist nicht Dann musst du schlucken und sagen ich kanns auch nicht ändern Und muss es schnell vergessen sonst wäre ich krank.
00:24:15: Ja und das hat sich gut geschafft.
00:24:17: solche Schicksalsschläge oder solche Dinge Dass sie gesagt hat okay ich schüttel mich jetzt es ärgert mich zwar Aber ich kannst nicht ändern.
00:24:27: Ich mache
00:24:27: weiter Und das macht sie Gott sei Dank bis zum heutigen Tag und ist eine gefragte Pädagogin.
00:24:33: Ja,
00:24:33: und sie hat unglaublich... ...ist eine sehr starke willensstarke positive Person die eigentlich immer an die Zukunft denkt und glaubt und ich glaube dass es auch was was sie den Sängern vermittelt kommt arbeitet an euch macht etwas aus eurem Leben.
00:24:55: Ich unterstütze euch.
00:24:56: ihr müsst aber
00:24:57: machen
00:24:58: Ja, also das mit Technik hat es jetzt mal nichts zu tun.
00:25:01: Das ist eine Lebenseinstellung!
00:25:02: Das ist ja auch etwas was man als Gesangspädagoge immer mitvermitteln muss.
00:25:05: Man ist ja nicht nur Technik-Lehrer... ...man gibt ja so viel mehr im besten Fall oder?
00:25:10: Ja, das kommt natürlich auch immer auf den Studenten oder den Schüler drauf an.
00:25:14: Was das Leben ihm in die Händespiel da kann man auch als Lehrer dem sind Grenzen gesetzt.
00:25:23: Natürlich Absolut, klar.
00:25:25: Man will sich auch nicht in alles einmischen und man hat ja auch ein eigenes Leben
00:25:29: Ja aber vieles kann man gar nicht beeinflussen.
00:25:33: Aber so gesehen ist deine Mutter da für dich ein Vorbild von ihrer Lebensweise Denkweise
00:25:38: Diese positive Kraft die sie für sich selbst entwickelt diese Kämpfergeist Sich vorwärts zu bringen dieser Instinkt auch Zu wissen was muss ich Also nicht für andere Leute, sondern was muss ich für mich tun?
00:25:58: Diesen Instinkt hatte sie schon als junges Mädchen oder als Kind zu wissen.
00:26:04: Was will ich?
00:26:05: Die ist zum Beispiel in der nächsten Ort zum Fahrer gegangen – als Kind!
00:26:13: Und hat gesagt da auf dieser Kanzel will ich singen.
00:26:16: und hat der Pfarrer gesagt na entschuldigung Kannst du denn das?
00:26:21: Ja.
00:26:21: Und da hat sie ihm vorgesungen und dann stand die wirklich da oben zu Weihnachten und hat gesungen.
00:26:27: Ich meine, dass mit diesem ... diese innere Stimme nicht nur die äußeren oder die innere seelische Stimme, die sagt... Da sehe ich mich!
00:26:36: Und das will ich machen.
00:26:37: Das ist ganz wichtig für diesen Beruf auch, der so nicht greifbar ist.
00:26:42: Da muss dieses innere Feuer irgendwie, das muss brennen.
00:26:46: War das bei dir auch so?
00:26:48: Als damals die Semper-Opa eröffnet wurde, da war ich ja noch in Halberstadt am Theater und hab im Fernsehen natürlich Rosenkavalier und Freischütz gesehen.
00:26:58: Und dann habe ich gedacht als ich das sah, oh, da will ich hin!
00:27:03: Da will ichhin!
00:27:06: Dann habe ich mich beworben.
00:27:08: Na gut, dann habe Ich Zerbinetta vorgesungen... Und dann war ich halt hier.
00:27:13: Also, so einfach ist das alles nicht!
00:27:17: Aber ich hab schon manchmal im Leben so Situationen gehabt wo ich gedacht habe,
00:27:21: dass will ich.
00:27:22: Das hast du manifestiert und dann vielleicht unbewusst daraufhin gearbeitet?
00:27:25: Ja deswegen frage ich auch manchmal wenn junge Sänger zu mir kommen was is denn ihr Traum?
00:27:34: Erzählen Sie mich jetzt nicht sie wollen de Barbarina singen, das interessiert mich nicht.
00:27:38: Ich will wissen Zum Beispiel, ich will Königin der Nacht singen oder ich will Tosca singen.
00:27:46: Oder ich sehe mich als das und das in fernster Zukunft.
00:27:50: Dann weiß sich aber wie so ein Mensch... Manchmal brauche ich das!
00:27:56: Dass ich als Lehrer weiß, wovon träumt er?
00:28:02: Weißt du, wo man einfach sagt ach so das ist das spricht in dir.
00:28:06: Das ist aber nicht verkehrt auch wenn es vollkommen illusorisch ist und nie erreicht wird.
00:28:13: Aber wenn ich dass nicht habe diesen Traum Da will ich singen oder das will Ich ist genau wie wenn man jetzt Man sieht jemand und sagt der gefällt mir vielleicht das wird mal mein Mann Oder das wird mal meine Frau.
00:28:30: Ob's dann klappt, ist eine andere Sache.
00:28:31: aber wenn ich das nicht habe...
00:28:33: Ja ja ja, es ist schön, schöner Gedanke.
00:28:36: Ja?
00:28:36: Absolut!
00:28:37: Und das ist total wichtig für diesen Beruf.
00:28:41: Weil auch jeder Weg an, man weiß nicht wo gehts hin, aber man braucht diesen konkreten Traum.
00:28:46: Man muss sich irgendwo sehen und sagen ob ich das jemals schaffe, weiß ich nicht.
00:28:51: Aber jeder, ich glaube überhaupt jeder Mensch braucht seinen Traum
00:28:57: Richtig.
00:28:59: Hattest du von deiner Mutter abgesehen noch andere konkrete Vorbilder in deinem jungen, sängeren Leben?
00:29:05: Natürlich!
00:29:06: Also Maria Callas stand über den Dingen und man hat natürlich versucht nicht das nachzumachen.
00:29:15: Das ist oberflächlich unquatsch... Darüber hinaus lernen kann, ist diese unglaublich differenzierte Auseinandersetzung mit der musikalischen Struktur.
00:29:29: Alles andere ist oberflächlich und misst.
00:29:34: Was man von ihr gelernt oder was ich glaube von ihr gelern zu haben ist, Konkrete korrekte Art, diese Musik zu studieren und emotional zu erfassen und umzusetzen.
00:29:50: Diese nächste Ebene zu beschreiten?
00:29:52: Wir haben zum Beispiel bei ... Das gibt es bei Mozart das gibt's bei Verdi Zum Beispiel gerade im Reguletto.
00:30:00: Man hat bei diesem Stück Nicht einmal den Eindruck, dass eine Punktierung, eine Pause oder eine Notation dem Zufall irgendwas ist.
00:30:10: Das hat einen Sinn!
00:30:12: Warum sagt die Gilda?
00:30:18: Sie kann nicht sprechen.
00:30:20: Das sind nicht Pausen, das ist Atemlosigkeit.
00:30:26: Oder bei der Susanna... Da ist irgendwie ein Tugschluss drin.
00:30:36: Das muss man mal hören.
00:30:37: Ja, das ist spannend!
00:30:39: Oder wenn die Marzelline singt... Oh wer?
00:30:42: Blum blum.
00:30:42: Ich schon blum blumm.
00:30:45: Für mich ist das Poch des Herzes und wenn die ... das ist das was man lernen kann nicht nur Noten singen sondern versuchen zu gucken.
00:30:56: was sagt mir diese Pause?
00:30:58: Was sagt mir die Tonart?
00:31:00: Es gibt ja Menschen, die diese Begabung oder sage ich mal nicht B-Gabung sondern Gabe haben in Farbentöne zu sehen.
00:31:10: Interessant!
00:31:10: Toll, oder?
00:31:11: Und das hat jetzt mit Professionalität nichts zu tun.
00:31:15: Das ist einfach ein Zufall der Natur und ein Spaß der Natur.
00:31:20: aber ich finde sowas interessant und ich finde eine der größten humanistischen Errungenschaften überhaupt.
00:31:27: Wenn man sich das überlegt, es findet eine Opernaufführung statt.
00:31:32: Da sind Menschen auf der Bühne ein Chor, da hat irgendjemand sich etwas ausgedacht, das hat es gehört, hat es in sichtbar lernbare Noten geschrieben dann andere haben das einstudiert bringen das zu Gehör und diese Emotion erreicht die Menschen im Publikum.
00:31:50: Diese Symbiose aus Emotionen, Schwingungen, Professionalität.
00:31:56: Das ist eine unglaubliche menschliche Errungenschaft die die Menschen auf eine ganz zauberhafte Weise verbindet.
00:32:05: Richtig!
00:32:05: Sowohl die auf der Bühne als die im Publikum.
00:32:08: das dann wirklich so ein magischer Moment an so einem
00:32:11: Abend und da ist es egal ob ich we will rock you von Queen oder in Feuerzauber oder was höre.
00:32:21: Das ist egal!
00:32:23: Es verbindet Menschen und diese symbiotische Form von Spingungsaustausch ist eine der wundervollsten menschlichen kommunikativen Möglichkeiten, um daran teilzuhaben sowohl im Saal als auch auf der Bühne.
00:32:41: ein wunderbares Geschenk.
00:32:43: Richtig kann ich nur unterschreiben.
00:32:46: Ja, du hast dann recht jung auch schon ganz professionell debütiert.
00:32:50: Ich denke mal noch während deines Studiums an der Eisler hast Du mit einundzwanzig Jahren die Gretel an der Oper in Halle debütieren.
00:32:58: Erzähl mal wie es dazu kam?
00:33:00: Naja meine Mutti war ja in Hallen engagiert und damals war da mittlerweile Professor Christian Klutich denn nun auch schon wieder längst in Rente gegangen ist.
00:33:11: Und die haben sich halt, ja deine Tochter uns soll sie doch mal vorsingen.
00:33:16: Was könnte man denn vorsingen?
00:33:18: Wir wollen Hänse und Gretel bringen.
00:33:20: Soll sie doch einmal
00:33:22: vorsingen!
00:33:23: War das eine Premiere?
00:33:24: Ja es war eine Premiere.
00:33:26: Da habe ich dann diese ganze Auffach.
00:33:28: wo bin ich?
00:33:28: wache ich diese ganze Geschichte mit dem hohen D und so wo man wirklich Farbe bekennen muss.
00:33:35: Und ich war ja wirklich sehr, sehr jung.
00:33:37: Ja,
00:33:37: einundzwanzig für einen Bindibee ist schon
00:33:40: beachtlich!
00:33:41: Ich war wirklich sehr sehr jung und dann hieß es... Du hast gefallen?
00:33:48: Das spricht auch für diese Grete dieses naive.
00:33:51: Diese kleine Frau da oder Mädchen kann man sagen.
00:33:57: Und meine Mutter war als Mutter besetzt.
00:34:00: Ach,
00:34:00: wie toll!
00:34:01: Ja und das war natürlich irgendwo schon auch witzig
00:34:07: Aber für sie wahrscheinlich stressiger als für dich oder?
00:34:09: Nein,
00:34:10: für sie
00:34:11: war es einfach so.
00:34:12: Sie hat ja zu der Zeit auch noch die großen Partien gesungen.
00:34:16: Diese Mutter war jetzt keine Herausforderung, so will ich es mal sagen.
00:34:20: Und es gab immer eine Situation wenn sie gesungen hat dann hau' ich euch dass ihr fliegt.
00:34:25: Ich konnte ihn nicht angucken!
00:34:28: Es ging einfach nicht.
00:34:30: Aber so ... ich weiß gar nicht ob da Salo mir noch lief aber das war ja irgendwo schon irgendwo verrückt.
00:34:39: Ja
00:34:40: Wahnsinn
00:34:41: Und ich habe damals mit Bettina Weichert zusammen debütiert.
00:34:46: Wir haben uns jetzt erst vor Kurzem wieder getroffen, haben neulich mal unser vierzigjähriges Debüt gefeiert und eine wunderbare schöne Begegnung so unverbraucht.
00:35:03: dazu singen.
00:35:03: Das war ein schönes Erlebnis!
00:35:07: Aber du bist dort nicht festgegangen, das blieb
00:35:08: bei diesem Gastspiel?
00:35:09: Es waren Praktikum nannte man so was, nennt man heute noch denke ich.
00:35:14: Ein Praktikum zu machen.
00:35:15: Aber trotzdem!
00:35:16: Also die Gredel ja sicherlich ist eine Kinderpartie und aber die da unter ist trotzdem ein Wagnerorchester.
00:35:24: Du hast hier dann später auch einen bisschen größerem Format hier in Dresden gesungen.
00:35:28: also du wirst auch bestätigen so leicht ist das gar nicht diese Partie?
00:35:31: Nein,
00:35:31: du musst schon in der sichere nicht zufällige Stimme Ausbildung haben.
00:35:38: Als Amateurstimme wird das wohl nix werden, also da muss man schon ein bisschen... Muss man schon singen weil die des Orchester erschlägt
00:35:46: dich sonst.
00:36:11: Du hast angefangen wirklich als reiner Kolloratur-Supran
00:36:15: oder?
00:36:16: Na ja!
00:36:17: Man würde damals sagen Ja, so Brette bis Kollaratur.
00:36:24: Also mein in meinem Vorsinge-Rap hat war als ich Bühnenachweis gesungen hatte.
00:36:29: damals war der Page aus den Hogenotten die Lauretta Arië und die Despina
00:36:37: Arië.
00:36:39: Also ein schönes Feld abgedeckt.
00:36:40: Eigentlich würde ich mal sagen leichte leichtes Fach.
00:36:46: Kollaratur So Branisten mit Serbinetta, das kam dann erst.
00:36:50: Kam später ja?
00:36:51: Das war noch gar nicht so abzusehnliche Richtung.
00:36:53: Ich hatte
00:36:53: zwar die Höhe aber also da... ...das war schon noch eine Handfeuererentwicklung.
00:37:00: Aber ich finde es auch wieder witzig!
00:37:02: Die Tochter einer hochdramatischen Sängerin geht plötzlich in die ganz andere Richtung.
00:37:07: Also auch von der Füße her ist ja eigentlich ein witziger Zufall, dass sich das dann doch so... weil ich kenne hier auch so Mutter-Tochter-, Sängergenerationen, die denn doch alle sehr ähnlich sind.
00:37:19: Manchmal sogar die Stimmfarbe.
00:37:20: Ich weiß nicht ob du kennst die Alexandra Kujak deren Mutter auch Sängeren war.
00:37:24: Manchmal weiß man gar nicht wenn man die Aufnahme hört wer es ist.
00:37:26: denn nun?
00:37:27: Das würde bei euch beiden wahrscheinlich nicht
00:37:28: passieren.
00:37:28: Nein, vor allem nicht passieren aber es gibt eine sehr, sehr hübsche einen hübschen Beleg für diese Symbiose.
00:37:36: Meine Mama hat Turandot gesungen in Halle und Leipzig, da gab es den Michael Michailov der den Karl aufgesungen hat.
00:37:46: Und wir haben in Halberstadt Turandott gespielt!
00:37:49: So, da gibt's zwei Episoden dazu.
00:37:52: Die erste Episode ist die, dass ich damals ... Ich bin ja mit diesem Stück auch groß geworden und die Liu war immer so mein ... Meine Mutter hat die Turan dort gesungen früher schon Und ich habe immer diese Liu-Arien auch und ich hab sie gesungen und ich habe die geliebt Ja?
00:38:06: Und ich wollte, ich dachte das schlägt mein Herz!
00:38:09: Und dann bin ich damals zum Hans Auenmüller gegangen in Halberstadt und hab...ich war nicht besetzt und hab gesagt Lieber Herr Auenmüller, ich möchte doch so gerne die Liu mitstudieren dürfen wenn ihr jetzt Turan dort bringt.
00:38:24: Auf Herrn Michaelow komme ich gleich noch und dann sagte er na wiesig nicht kannst du denn das?
00:38:31: Und da habe ich gesagt Ich würde Ihnen gern die Arien vorsingen.
00:38:34: Na los sagt er mach mein Termin kommst Du singste vor und es sitzte am Klavier.
00:38:40: ich singe mit innen Brunst diese Arien und wirklich hat der Hans Auen Müller Tränen in den Augen gehabt Und hat gesagt, du singst die Premiere.
00:38:50: Um Gottes Willen?
00:38:51: Das war gar nicht ... Den
00:38:52: Ziel ja!
00:38:53: So.
00:38:54: und dann sang ich diese Premiere und der Witz war, der Michael Michailov, der mit meiner Mutter die Turandot gesungen hat gerade ein Jahr vor oder wann, sang bei uns dann den Kalaf und es gibt Aufnahmen also Kassette aufgenommen hat man ja gemacht so wo meine Mutti die Turan dort sinkt Und in einer anderen Aufnahme, wo ich die Liu singe mit dem gleichen Sänger als Karl-Haff.
00:39:19: Wenn man das zusammenschneiden würde könnte man den Eindruck gewinnen wir haben beide zusammen auf der Bühne gestanden durch dieses Verbindungsstück Karl Haff und das ist für mich eine ganz wunderbare Erinnerung, sag ich mal.
00:39:36: Aber ihr habt leider die Turan dort mit deiner Mama nicht zusammengesungen?
00:39:38: Natürlich nicht!
00:39:40: Da lag ein paar Jahre dazwischen.
00:39:43: Nicht viel aber durch diesen Kalaf hat sich das verbunden und das war eigentlich so.
00:39:48: wenn du sagst wie kann es sein?
00:39:51: der Traum mein Traum war eigentlich immer das große Fach aber ich habe immer gewusst dass geht nicht.
00:39:57: Kann ich doch gar nicht wie mit der Körpergröße und der Stimme, wo sollen das gehen?
00:40:02: Aber irgendwo war immer das so... Das Ideal.
00:40:06: Aber immerhin hast du dir dann in Halberstadt auch so ein bisschen so'n paar Holträume erfüllen können?
00:40:10: Auf jeden Fall, auf jeden Fall!
00:40:12: Genau also Halberstatt das war da nämlich dein erstes Theater wo du einen Festangriff angetreten
00:40:16: hast.
00:40:16: Ja.
00:40:17: Das war ja damals auch zu DDR-Zeiten ein spannendes System.
00:40:21: man war ja nicht so dass man wie heute sich einfach an jedem Theater bewirbt und vorsingt.
00:40:25: Das ging wahrscheinlich auch bei dir über dieses zentrale Bühnenvorsingen.
00:40:29: Kannste darüber mal etwas erzählen?
00:40:30: Naja
00:40:31: zum eigentlichen Termin war ich natürlich krank
00:40:35: Die Sängerzüge eben.
00:40:39: Ich war krank, dann wurde das nachgeholt und kaum noch die Stellen waren alle eigentlich weg!
00:40:47: Und Halberstadt hatte dadurch, dass die ja immer noch das Bergtheater hatten ein Riesen-Ansammelschuppe waren über vierzig
00:40:54: Solisten.
00:40:55: Das kann man sich gar nicht mehr vorstellen in so einem kleinen Theater?
00:40:57: Ja weil wir ja auch das Bergtheater und Übergreifende.
00:41:03: also es war ein riesiger Spielplan und alles war doppelt und dreivach besetzt Toll.
00:41:08: Das hat natürlich auch den Luxus, dass man bei einem vollen Spielplan nicht alle probt.
00:41:13: Aber
00:41:14: ja... Man hat es
00:41:14: die Kollegen!
00:41:16: Wir mussten nicht jeden Tag ... Es hat immer auch die Kollegin die Probe gehabt, so bist du nicht kaputt
00:41:21: gespielt.
00:41:21: Genau!
00:41:21: Du musst es nicht jeden Tag voll aussingen.
00:41:23: Früher in der BO-Arm, ne?
00:41:24: Bo morgen Hauptprobel,
00:41:25: ne?!
00:41:26: Und wenn du Abendsvorstellungen hattest und nicht dann früh noch die Proben, dann hat sich das mit der Besetzung ausgeglichen, sodass man nicht den Eindruck hatte, obwohl man ganz viel Repertoire erschaffen hat, ah man wurde nicht totgespielt... ...und dann konnte man als junger Sänger natürlich auch... ...du siehst ja was die Kollegen machen und sagt, auch das gefällt mir.
00:41:49: Das möchte ich auch so machen.
00:41:52: oder du sagst, das gefellt mich nicht.
00:41:54: Das mache ich
00:41:55: anders.".
00:41:56: Und dadurch lernt man unglaublich viel ob die Entscheidungen, die man dann trifft richtig sind.
00:42:03: Das steht auf dem anderen Blattpapier aber man hat die Möglichkeiten sich zu orientieren.
00:42:08: Es ist eine gute
00:42:09: Schule, ne?
00:42:09: Ist eine riesentolle gute Schule!
00:42:12: Aber du... ... hast ja dann nach drei Jahren eben den Absprung
00:42:16: geschaffen.
00:42:17: Weil ich im Fernsehen diesem auch...
00:42:19: Ja, genau!
00:42:20: Aber
00:42:21: bis dahin hast du dort dir ein schönes Repertoire aufbauen können.
00:42:24: Die besagte Liu eine Adelae und eine Zerlina aus Fragdiavolo.
00:42:29: Eine Gilda
00:42:30: natürlich
00:42:31: Und eben auch schon die Cervinetta.
00:42:33: Das war die Erstbegegnungen in Halberstadt?
00:42:35: Natürlich.
00:42:36: Also die Gilda war natürlich auch ne ganz ganz wichtige Partie für mich an der
00:42:42: gedacht
00:42:42: habe, oh werde ich das physisch.
00:42:44: Wäre ich das schaffen?
00:42:44: Diese Riesenpartie mit vierundzwanzig Jahren wird es denn gehen.
00:42:49: und dann habe ich ganz vorsichtig angefangen alles nur im Piano bloß nicht über den Tellerrand beugen um sich tot zu singen sondern immer vorsichtig sein.
00:42:59: und dann durfte ich sogar.
00:43:01: aber habe ich zweimal sogar in Leipzig damit Und da hatte ich ja auch meine Mama gesehen auf der Bühne.
00:43:11: Es war halt jemand krank geworden und die waren wirklich so verrückt, mich dazu holen.
00:43:15: Das ist auch kein kleines Haus.
00:43:16: Nein nein nein!
00:43:17: Dann habe ich aber wirklich abliefern müssen und das habe ich auch ganz schön hingekriegt und das war für mich ganz wichtig
00:44:31: hat sich aber die Stimme so prädestiniert, dass man dir auch eine Zerbinetta eben angeboten hat.
00:44:36: Die wie wir alle wissen neben der Königin der Nacht ein bisschen die Königsdisziplin für das Kolloraturfach ist und wo auch wirklich... also ich habe auch gemerkt viele die König in den nachts singen können keine gute Zerpinetta singen weil es dann doch wieder speziell und anders ist oder?
00:44:51: Das sind ja auch andere Fächer!
00:44:53: Wir sind ja heutzutage so diese außer-dann-derspaltung Ich sage das jetzt nicht negativ.
00:45:03: Es gibt einen dramatischen Kolleratursopran, es gibt einen lyrischen Kolleratur-Sopran und es gibt Kolleratorsoprette.
00:45:10: Dass die Übergänge fließend sind steht ja nicht zur Diskussion, dass ist logisch.
00:45:16: aber eine Königin danach da sehe ich Edda Mosa.
00:45:20: Ja, so sollte es sein, dass man die Mutter noch hört.
00:45:23: Die dramatische Stimme!
00:45:25: Wieso sollte die eine verspielte Zerbinetta singen können müssen?
00:45:29: Wenn sie's kann ist das okay.
00:45:31: aber ich muss nicht sagen zwangsläufig muss die das singen.
00:45:34: Das ist ein ganz anderer Typ und anders ist es genauso.
00:45:37: wenn ich ne Zerbinetta singe heißt es noch lange nicht, dass ich mich hinstelle als Königin Mutter und da diese Dramatik auf die Bühne stellen kann und diese Töne
00:45:46: durchpfeffern
00:45:47: kann Das ist ein anderes Fach.
00:45:50: Ich kann sagen, Königin der Nacht, dann geht es weiter.
00:45:54: Traviata Donna Anna wie Frau Moser das auch gemacht hat diese Richtung und ja oder wie Frau Groberowadi die Donizetti-Königin gesungen hat.
00:46:05: Das hat mit Sabine Netta und Blonche aber wirklich überhaupt
00:46:08: nichts zu tun.
00:46:09: Richtig!
00:46:10: Ja bei mir endete das von der Dramatik her wirklich dort.
00:46:15: Die Madame Herz im Schauspieldirektor ist nochmal ein Ton höher, aber das liegt sehr angenehm kann man singen, aber mit Königin habe ich nie was zu tun
00:46:25: gehabt.
00:46:25: Hattest du auch gar keine Ambition?
00:46:27: Da
00:46:27: hatte ich schon!
00:46:28: Aber es ging nicht.
00:46:30: Ich hatte das nicht.
00:46:32: Ja... Ich kann mir zwar Absätze unter die Schuhe machen, aber ich bin trotzdem klein und die Stimme muss auch eine gewisse Farbe haben Eine Farbe, wo wirklich der Tamino in die Knie geht.
00:46:46: Oh
00:46:47: ja!
00:46:47: Ich sag auch immer, ein F-Alein macht keine Königin?
00:46:50: Nein!
00:46:51: Aber als Zehmal... Also du hast dann die Zerbinetta gut abgeliefert und dann bekamst du das Vorsingen an deinem Traumhaus.
00:47:00: Wie kam das zustande?
00:47:01: Hast du danach gefragt, ob man auf dich aufmerksam gewonnen hat?
00:47:04: Du bist wirklich hin, hast gesagt ich hätte ihnen da was vorzusinken.
00:47:07: Ich
00:47:07: hab mich beworben.
00:47:09: Das ging so einfach, ja?
00:47:10: Natürlich.
00:47:10: Ja ich hab mich beworben und habe angeklopft und es wurde mir aufgetan.
00:47:17: So einfach
00:47:18: ist das.
00:47:18: Erinnerst du dich noch an das Vorsingen?
00:47:20: Ja... Ich war relativ... natürlich ist man nervös aber was hatte ich denn zu verlieren?
00:47:31: Ich konnte doch nur gewinnen!
00:47:33: In dem Alter kann man nur gewinnen.
00:47:33: Und ich hatte bereits schon einen Engagement ... Vertrag in Strahlsund.
00:47:39: Aha, es sollte schon weitergehen?
00:47:40: Ja,
00:47:41: es sollte schon weiter gehen... Ich hatte schon in Strahlsund unterschrieben und von daher ich hatte gar nichts zu verlieren!
00:47:48: Null nur meinen Traum.
00:47:51: aber das war nicht... Das
00:47:58: Risiko bist du eingegangen?
00:47:59: Ich bin hingegangen und habe relativ entspannt vorgesungen
00:48:05: Und die Rückmeldung war ja offensichtlich positiv.
00:48:08: Ja
00:48:08: und dann haben wir halt versucht hier von der Oper zu sagen, wie kriegen wir denn das in Griff?
00:48:13: Dass wir jetzt in Strahl sind diesen unterzeichneten Vertrag... ...und dann wurde es so gemacht dass man gesagt hat okay, dann machen wir einen Förderung,... ...dass sie ins Opernstudio gehen muss.
00:48:26: Dann ist das eine Förderungen.
00:48:28: Und somit war das juristisch... geklärt, dass ich diesen Vertrag auflösen konnte weil ich eine Fördermaßnahme bekommen hatte.
00:48:39: Das heißt die hatten sofort Interesse dich fest ans Haus?
00:48:43: Naja
00:48:43: nun muss man sagen es war ja auch... Die Semperoppa war gerade eröffnet!
00:48:49: Man wollte ein junges Ensemble etablieren viele junge begabte Leute zu den bereits vorhandenen dazu bekommen, um ein spielbares Repertoire aufzubauen.
00:49:06: Und das war irgendwie war Bedarf!
00:49:11: Es war eine Aufbruchszeit wo man sich neu strukturiert hat.
00:49:15: dafür dieses Haus und ich bin irgendwie in die Lücke gehobst.
00:49:19: Das heißt, die erste Vorstellung Zerbinetta hast du als Gast gesungen oder direkt als Mitglied des Opernstudios?
00:49:25: Als Mitgliedes-Opernstudio.
00:49:26: Die Zerbinetta.
00:49:27: Ja!
00:49:27: Am fünftzehnten April nineteen hundert siebenund achtzig.
00:49:31: So genau wusste ich
00:49:31: es gar nicht.
00:49:32: Neben Helga Tieder als Ariatne und der Hans Ezim amit sechsundzwanzig Jahre Kannst du uns ein bisschen Einblick geben, was dir an diesem Abend durch den Kopf ging?
00:49:43: Wie du das erlebt hast.
00:49:44: Ich meine da steht man am frisch eröffneten Haus singt in diese Dimensionen... Die Akustik ist ja wie wir alle wissen sagenhaft und man erlebt wirklich etwas wenn man dort steht und singt Und dann so eine Partie die eben noch mit Straußenden absoluten Drehsten bezuckert.
00:50:00: Du denkst nicht über die Dimension nach in dem Moment Wie singe ich mich ein?
00:50:10: Wie kriege ich meinen hohen Töne schön in den
00:50:12: Griff?".
00:50:13: Ich hatte ja Proben.
00:50:15: Man ist im Tunnel mit sich beschäftigt, das wäre auch glaube ich gar nicht gut wenn man über diesen Tellerrand hinaus.
00:50:23: jetzt den ganzen... Du wirst ja blöd!
00:50:26: Das geht nicht.
00:50:27: also ich habe wirklich in dem Moment.
00:50:30: da endete für mich auch mal so bisschen die Zeitrechnung.
00:50:33: Ist doch klar.
00:50:34: Kann das total nachvollziehen.
00:50:35: und
00:50:36: Du bist so mit dir beschäftigt in dem Moment, auf sich selbst fokussiert.
00:50:42: Auf die Vorbereitungszeit, auf diese... Es gibt nicht das, dass man sagt was denken die jetzt?
00:50:48: wer denkt im Publikum?
00:50:49: Das hat mich nicht interessiert!
00:50:50: Ich war damit beschäftigt, mich zu organisieren und gut zu singen.
00:50:56: Alles andere hat mich dann eigentlich nicht interessiert.
00:50:58: aber ich kann jetzt ein.
00:51:00: eine konkrete Erinnerung kann
00:51:04: ich nicht.
00:51:04: Aber du hast es als absolutes Glücksgefühl abgespeichert, also das war für dich ein positiver Abend einen Einstand?
00:51:10: Einen Stress!
00:51:11: Einen Stress ja und die Partie ist ja auch Stress.
00:51:14: Du
00:51:14: musst das ja machen.
00:51:15: man geht nicht mit Glücks Gefühl da und sagt oh ich bin so glücklich sondern sag so jetzt muss ich abliefern.
00:51:21: Ja
00:51:21: aber danach wenn denn der Vorhang gefallen ist hattest du das Gefühl... Ich habe gerade meinen Traum wahrgemacht.
00:51:30: Man ist so beschäftigt mit dem, was man abgeliefert hat.
00:51:35: Also dass man natürlich freut sich.
00:51:37: Ja klar!
00:51:38: Das möchte ich nicht sagen und das freut man sich.
00:51:42: aber so... Ich habe jetzt nicht gefeiert oder so.
00:51:45: Hattest du deine Eltern im Publikum?
00:51:47: Meine Mama war glaube ich da
00:51:48: ja.
00:51:49: Für die muss es doch auch unfassbar gewesen sein oder diesen Weg zu verfolgen.
00:51:52: und dann das Ziel quasi.
00:51:55: Sie sollte ja damals, sie hat ja viele auch hier in Dresden am großen Haus gesungen.
00:52:00: Noch
00:52:01: im Vorgänger?
00:52:02: Im Schauspielhaus und da war ich auch mal dort ein Tannhäuser natürlich.
00:52:07: Und damals sollte sich ja mit Individueröffnung rein und dann verschob sich das aber um zwei Spielzeiten weil erst in Berlin das Schausspielhaus jetzige Musikhaushaus Wie heißt es am Gendarmmarkt?
00:52:23: Das Konzerthaus heute, ja.
00:52:26: Da wurden dann die Gelder eigentlich für die Semperoper wären gewesen sein und dadurch verzögerte sich das und dann kam meine Mama nicht mehr dazu.
00:52:35: Sie hat's nicht mehr geschafft.
00:52:37: Die
00:52:37: alte neue Haus her.
00:52:39: Und dann war sie natürlich – ich weiß nicht – die Gefühle, die sie gehabt haben muss als sie mich dort stehen sehen.
00:52:47: Einerseits sicherlich ein Glücksgefühl und andererseits sicherlich auch gesagt, Mensch ich habe es gerade nicht geschafft mehr.
00:52:55: Aber meine Tochter macht das
00:52:57: jetzt.".
00:52:57: Das ist sicherlich mit so einem nicht lachenden und weinendem Auge.
00:53:03: Das würde ich gar nicht sagen.
00:53:05: aber die Gefühlswelt...ei!
00:53:07: Aber trotzdem sie war natürlich
00:53:10: da.
00:55:15: Du bist ja dann auch ins Feste-Assemble direkt gekommen?
00:55:19: Ja Und wir haben grad schon geredet, die großen Kollegen Wer waren für dich eben die Leute wo du dachtest wow Plötzlich stehe ich dort, davon kann ich profitieren.
00:55:28: Hast du auch mal Kollegen um Rat gefragt oder wie hast du das erlebt?
00:55:32: Dieses Zusammenspiel was ich vorhin geschwärmt habe als junger Sänger mit den etablierten Kollegen
00:55:38: Also es war der Witz war tatsächlich dass ich Kollegen begegnet bin die alle mit meiner Mutter noch auf der Bühne gestanden
00:55:47: haben.
00:55:48: Frau Ile, Frau Tide hat nicht mit meiner Mütter auf der Bühne gestand, aber sie kannten sich natürlich.
00:55:55: Eleonora Elstermann, die war damals Chefin des Opernstudios... und auch die Frau Therma.
00:56:03: Ja, also das waren z.B.
00:56:05: auch Annette Jans hat ja auch mit ihrer Mutter der Ilse
00:56:11: Ludwig
00:56:12: zusammen auf der Bühne gestanden.
00:56:13: Die habe ich noch gesehen im Onyegin beide.
00:56:17: Und wir begegneten uns dann.
00:56:19: der Herr Stritzek Klaus König natürlich.
00:56:24: Mit dem hat sie viel gesungen.
00:56:25: meine Mutter ... Haio Müller.
00:56:31: Hallo, na der war dann mein Chef?
00:56:33: Vorher
00:56:33: gesagt, er war Leiter des Operinflugeurs.
00:56:35: Ja später übernahm er das und... Er war erst Haio Möller und dann hat die Frau Elstermann übernommen sowas.
00:56:44: Und der hat mit meiner Mutter Holländer gesungen und entstanden wir auch.
00:56:49: Ich war in Familie.
00:56:50: Das glaube ich!
00:56:51: Du hattest schon einen Bezug zu vielen Menschen ne?
00:56:54: Viele kannte ich nicht persönlich, die habe ich hier kennengelernt aber ich fühlte mich hier nicht fremd.
00:57:01: Ja
00:57:02: und dann eben auch besagter Theo Adam, der dich dann eingeladen hat in seine Fernsehsendung Theo Adam lädt ein.
00:57:10: Anzehn mal.
00:57:11: wie war das?
00:57:12: Na er hatte ja hier Parsifal inszeniert und ich war erstes Blumenmädchen und irgendwie war es...
00:57:20: Wurdest du auserkoren?
00:57:22: Und dann hatte ich ja auch dem Wolfgang Wagner vorsingen dürfen ... für Blumenmädchen, weil der auch gerade eine neue Besatzung da suchte.
00:57:32: Der kam nach Dresden dafür?
00:57:33: Und er hat mit seiner Frau die Warn-Hier.
00:57:36: Ich glaube sie haben hier Meistersingerproben gehabt oder so.
00:57:39: Ja ja, der hat hier Meister-Singer gemacht!
00:57:41: Genau.
00:57:43: Und dann mich angehört und das hat ihnen gefallen... ... und Theo Adam, ich soll in der Sendung singen.
00:57:52: Man ist aber... ... auch in dem Alter, sag ich mal von vielen Dingen... ... manchmal so überrollt.
00:58:01: Hier macht man Singma vor, mach' ma das und mach'ma jenes,... ... dann stellt man sich hin, man ist sich dessen wohl bewusst was man macht.
00:58:07: Aber das sind so Dinge die man nicht hinterfragt!
00:58:11: Ja?
00:58:12: Aber hat dir das Spaß gemacht?
00:58:13: Auf diese Art Aufmerksamkeit, Fernsehen und... Ich stresst.
00:58:16: Das war ja eine Aufzeichnung aus der Semperoper ne?
00:58:18: Es war... war live mitschnitt.
00:58:21: War
00:58:21: live sogar?
00:58:22: Natürlich!
00:58:23: Und ich hab nicht unbedingt gejubelt, das Lampenfieber sag' ich mir, war dominant.
00:58:31: zu wissen da sitzen... Ich hatte die Sendung immer verfolgt.
00:58:34: und dann zu wissen, da sitzen die Leute vom Fernsehen und du musst hier live Sabinetta abliefern.
00:58:39: Du hast keine Chance wenn irgendwas nicht klappt.
00:58:42: Da ist es eben dann so und dieser Stress überwiegt.
00:58:49: Man fühlt sich natürlich geehrt, aber man muss abliefern.
00:58:53: Ja klar!
00:58:54: Aber wie war das überhaupt bei dir?
00:58:56: Die Nerven-Lampenfieber?
00:58:58: Hattest du das immer gut im Griff?
00:58:59: oder kennst du auch Zeiten wo es mal negativ war?
00:59:02: oder was sind da so deine Tricks um und dann doch irgendwie den Weg auf die Bühne zu schaffen und so etwas wie Spaß zu haben?
00:59:09: also ich habe immer Lampenfieber immer kenne ich gar nicht anders.
00:59:17: in dem Moment wo man dann arbeitet die ersten Schritte oder die ersten Töne hinter sich bringt, ist es
00:59:22: weg.
00:59:24: Ist immer bis heute so der Fall?
00:59:26: Ja!
00:59:27: Also dass man den ganzen Abend bankt und zittert, das wäre ja furchtbar.
00:59:33: Aber es hat mich auch nie blockiert sondern es hat mir angestrengt und herausgefordert und diese Herausforderung habe ich immer als... Das war ein Kampf mit mir selber Das kennt jeder, dass man einfach sagt so jetzt musst du abliefern und hoffentlich kannst es auch.
00:59:54: Ich kann mich erinnern wir haben hier Falstaff gemacht und ich habe die Nanetta unter Herz damals die ganze Inszenierung gemacht in Deutsch Und habe die Nanetta, das hatte ich drauf.
01:00:06: Dann wurde das abgesetzt und Jahre später kam eine neue Inszenierung und dann bin ich hingegangen und habe gesagt, ich würde gerne die Naneta machen.
01:00:15: Ja, nach dem haben wir Besetzung... Hier hast du ein Studierauftrag, kannst du studieren so in Italienisch!
01:00:23: Wer dieses Stück kennt weiß, dass ist ein Plapper-Plapperstück mit Unmengentext.
01:00:31: Diese Partie im Hals hat die Affrasierungen, die Atmung und die Verbindungen alles das in Italienisch nicht.
01:00:39: Sondern in Deutsch gesungen hat.
01:00:41: du musst das ganze Stück neu lernen ja?
01:00:44: Und ich hatte keine Probe!
01:00:46: Da habe ich mich hingesetzt zu Hause und habe diese ganze Partie mir italienisch in den Kopf und in den Hals studiert auswendig auch noch.
01:00:57: Das fällt der ja auch nicht einfach so ein.
01:01:00: Und irgendwann kriegte ich einen Anruf vom KWB, nur Häusi wir haben hier... wie siehst du das?
01:01:07: Ich habe keine Ahnung.
01:01:08: Ich brauche erst mal eine Probe.
01:01:10: Lange Rede kurzer Sinn!
01:01:12: Ich hab diese Vorstellung gemacht und dann hatten wir In der Vorstellung noch mal eine Probe für einen Ensemble.
01:01:22: Also vor der Pause dieses große, dieses Ensemble nicht die Schlussfuge sondern dieses andere Ensemble und ich stehe im Konsum und denke was ist überhaupt los?
01:01:33: Blackout!
01:01:34: Was singen die denn jetzt alle?
01:01:35: Was sage ich denn jetzt?
01:01:36: Musik ja aber mir wäre nichts von den Lippen gekommen dachte ich oh man na los das kann ja etwas werden.
01:01:46: Da ist mir meine eigene Courage dann so ein kleines bisschen auf die Füße gefallen und da bin ich raus.
01:01:51: Ich dachte, du weißt das?
01:01:52: Du machst einfach!
01:01:53: Und dann habe ich diese Flöse angebetet, die Gabi Audenmüller... ...und dann ist da auch nichts passiert.
01:02:00: aber ich hab gedacht mein Lieberschieber, dass es schon...
01:02:03: Manchmal lässt man sich auch was ein.
01:02:06: Aber ich habe nicht viel Mist mich eingelassen.
01:02:09: Ja,
01:02:10: aber hattest du noch so spektakuläre Einspringer?
01:02:14: Da gab es also mal einen Preisträger-Konzert, wo Camilla Nylond und die Anke von Dung wurde ausgezeichnet.
01:02:22: Und sie sollten Schluß Tertzert Rosenkavalier und Duett-Rosenkavaliers machen.
01:02:29: Ich habe ja nie so viel gesungen – ich hab' die so viel aber studiert!
01:02:33: Im Studium haben wir SchluS TertZt und SchluStuEt im Konzert im Studium gesungen.
01:02:39: Daran habe ich sehr lange auch ... gearbeitet.
01:02:42: Das war ein ganz intensiver Prozess und dann krieg ich doch einen Anruf.
01:02:47: am Abend vor dem Preisträgerkonzert, das war um elf Sonntag früh und abends gegen achtzehn Uhr kriege ich den Anrufe.
01:02:55: Sag mal kennst du jemanden der die Sophie singt kann?
01:03:00: Ich sage ja ich.
01:03:02: Dann haben sie nicht gerechnet.
01:03:03: Und dann habe ich gedacht oh jetzt muss man... ich sag gib mir meine Stunde Zeit!
01:03:07: Ich muss mal in die Noten gucken ob ich mich da nicht zu weit über den Tellerrand gebeugt habe.
01:03:13: Und dann hab' ich das mir angeguckt, mal durchgelesen und hab' dann auch meine Mutter angerufen die sah was meinste?
01:03:17: Ich mach das einfach morgen!
01:03:18: Und du sagst so kannst es
01:03:20: denn?!
01:03:20: Ich sage ja!
01:03:22: Dann hab'n ich am nächsten Tag auf der Semper-Opernbühne mit dem... ...mit der Staatskapelle, mit einem Dirigenten, ich nie eine Probe gemacht.
01:03:29: Mir haben die Hände gezittert aber ich hab das
01:03:32: gemacht.
01:03:32: Ihr habt das Ende dritter Akt.
01:03:35: Duett,
01:03:35: Terzett.
01:03:36: Ja.
01:03:36: Toll.
01:03:37: Und wie war's?
01:03:38: Gut!
01:03:39: Ich hatte so ein ... ich war so euphorisiert, dass ich das mach.
01:03:44: Ja?
01:03:44: Das hat mich so
01:03:45: getrieben!
01:03:46: Ich glaube
01:03:46: nicht... Jetzt mache ich das!
01:03:49: Das ist
01:03:49: so eine Chance!
01:03:50: Jetzt
01:03:50: will ich und jetzt zeig' ich euch, dass sich das kann.
01:03:53: Aber du hast dir dann leider nie komplett auf der Bühne gesungen.
01:03:55: Tut dir das leid?
01:03:56: Hättest du's gerne gemacht?
01:03:57: ja?!
01:03:57: Natürlich!
01:03:57: Und dann kam.
01:03:58: es hieß immer neja wir brauchen da aber eine Orchesterprobe und hmmm und dann sind erst die Kollegen dran und erst die dran und ich hab ... Du bist doch noch so jung und hast so viel Zeit und da habe ich mir geschworen, auch zukünftigen Leuten mit denen ich arbeite, Generationen von Schülernstudenten.
01:04:15: Wenn euch jemand sagt du bist doch noch so jung und du hast doch so viel Zeit, vergiss es!
01:04:23: Es gibt Sachen die kommen einfach nicht wieder.
01:04:26: Das stimmt.
01:04:26: Die Chancen nicht an dir vorbeigehen lassen.
01:04:29: wenn du jung bist und wenn du's kannst dann machs und lass dir von keinem erzählen.
01:04:35: Du bist doch Irgendwann guckst du zurück und sagst, ich hab's nie gemacht.
01:04:40: Das ist wirklich ein schöner Satz?
01:04:42: Ja das ist... Ich habe es erlebt so!
01:04:46: Und das Witzige war.
01:04:47: dann gab es hinterher diese Festveranstaltung, die Gala und da wurde man sich unterhalten und dann kamen Kollegen und haben gesagt, naja Du hast das ja schon oft gesungen, das hat man gehört.
01:04:57: Es ist das beste Kompliment.
01:04:58: Denkste.
01:05:00: Aber vorut weil ichs nicht singen konnte, habe ich's gut gemacht.
01:05:04: Ja, natürlich.
01:05:06: Der Ärger hat dich gepackt.
01:05:08: Jetzt zeig ich es euch!
01:05:09: Und das ist doch großartig?
01:05:11: Hast du alles reingepackt und
01:05:12: hab alles reingepackt?
01:05:13: Ich habe zwar hinterher ein bisschen umgekippt vor Stress aber
01:05:16: ich hab's gemacht.
01:05:17: Diese eine Chance nutzen.
01:05:19: Na
01:05:19: klar.
01:05:20: Aber ich hab auch Angebote mal bekommen für Olympia sollte ich in Kiel gastieren.
01:05:26: Habe ich nicht gemacht... ...aber Du hast sie ja gesungen hier in Dresden.
01:05:30: Aber da lag wahrscheinlich zu viel Zeit dazwischen
01:05:31: heute.
01:05:33: Ich brauchte mein Rad.
01:05:36: Ich weiß was du meinst, die Zuhörer werden's nicht wissen aber ihr hattet hier Anfang der Neunziger eine ganz tolle Inszenierung Hoffmanns Erzählung auf Deutsch auch noch und Du warst in ein Rad... War das Konwitschny?
01:05:47: Genau!
01:05:47: Du war es in einem Rad gespannt Und das hat sich gedreht, während du gesungen hast.
01:05:52: Kopf über mit unter!
01:05:53: Das hat sich nicht nur um mich selbst gedrehen, sondern die Achse waren meine Füße.
01:05:59: Ich stand kopfunter der Bühne auf dem Kopf und es war aber von Herrn Konwitschny eigentlich auch ganz... Es war irgendwie ganz witzig.
01:06:08: Der hatte die Konzeptionsbesprechung und ich war besetzt hatte das erklärt, dieses riesengroße Röhnrad aber eben nicht dass ich auf der Bühne drehe sondern dass sich komplett um sich selbst unter der bühne lang also doppelte Größe.
01:06:24: und da hat er mich angeguckt und hat gesagt na wollen wir das mal probieren?
01:06:29: Ja gesagt weiß ich nicht keine Ahnung.
01:06:33: Versuchen wir es mal.
01:06:34: Und dann sehe ich noch die erste Probe, da kam er an mit einem Röhnrad.
01:06:38: Das ist aber was anderes!
01:06:39: Da ist ja das Zentrum dein eigener Bauchnabel.
01:06:41: Du drehst dich ja nur um dich selber.
01:06:44: Also... und hatte gesagt, ich sage nicht los, dann machen wir das mal.
01:06:48: Nicht singen.
01:06:49: Erstmal nur in das Röhrrad festhalten.
01:06:52: Also wirst du eingespannt, dass du dir nicht weh tust.
01:06:55: Dann drehen wir einfach mal über die Bühne eine Runde.
01:07:00: Er hat auch gesagt ... Wenn das nicht geht, wenn ihnen schlecht wird oder wenn das irgendwie nicht geht.
01:07:06: Brechen wir das Unternehmen ab dann, dass man uns was einfallen und ich habe mich heraus gefordert gesehen wie oft in meinem Leben und hab gesagt naja so.
01:07:15: Dann haben sie mich gedreht und erstmal ohne Stimme.
01:07:18: Und ich dachte na ja Mir ist noch nicht schlecht Das geben wir mal.
01:07:23: und er sagt da wollen wir mal dazu singen.
01:07:27: Ja, hab ich gesagt probier mal einfach mal.
01:07:29: Und dann
01:07:29: so nahe hier mein
01:07:30: Gott!
01:07:31: Dann habe ich das probiert zu singen.
01:07:32: aber die Körperbalance ist speziell wenn du Kopf über fängst wieder an und bist aber mit dem Kopf auf den Fußboden und stehst die Füße in der Luft.
01:07:45: so jetzt haben wir das geübt.
01:07:49: Jetzt kam die Bühnenprobe mit dem ganz neuen Erfahrung, wo das Rad sich ja nicht um sich selber dreht.
01:07:56: Sondern Kopf über.
01:07:57: unter der Bühne ist eine viel größere Radius natürlich.
01:08:02: und da habe ich dann auch gedacht mein Lieberschwahn und dann weiß ich noch unten du brauchst ja dann ein Monitor damit du richtig einsetzt und hab' ich gesagt ihr müsst den Monitor auf den Kopf
01:08:13: stellen.
01:08:13: Ja natürlich!
01:08:14: Und da haben sie gesagt wieso?
01:08:15: Ich sag na weil ich ja auf den Und ihr müsst das Bild schon drehen, sonst sehe ich den Dirigenten gar nicht.
01:08:21: Du hast ja keinen Fixpunkt mit den Augen!
01:08:23: Ja, ich muss denen doch sehen wenn es wieder losgeht.
01:08:27: und dann war ich aber körperlich von der Körperbalance für diese Ari so oft dieses Rad orientiert.
01:08:37: Ich werde mich doch nicht hinstellen.
01:08:39: und die sind quatsch da mit diesem was abgezogen wird... Die klassische
01:08:43: Olympianhaltung finde
01:08:44: ich auch vollkommen über die Zeit Zumal heute im Zeitalter von Avatars und Kis.
01:08:53: Was ist
01:08:54: das für ein... Nein,
01:08:55: diese zackigen Bewegungen?
01:08:57: Das ist so idiotisch!
01:08:59: Heute.
01:08:59: Ja natürlich
01:09:00: ja.
01:09:02: Entweder man macht es dann antiquarisch so aber heute würde ich Olympia ...
01:09:08: Anders anlegen.
01:09:08: Kannst du gleich mit KI machen?
01:09:10: Aber erzähl mal, aber das ging dann wirklich gut!
01:09:13: Also auch im Zusammenspiel Orchestergraben... Das war alles machbar ja.
01:09:17: Man hatte die Probenzeit und dann habe ich mich drauf eingelassen.
01:09:21: Dann haben wir das gemacht mit dem großen Rad und ich hab gesagt, nein nur habe ich es mit dem Kleinen hingekriegt, da wär's das mit dem Großen Rad.
01:09:27: Es war spannend.
01:09:29: Es ist immer spannend, aber ich habe sowas auch immer als Herausforderung.
01:09:37: Ich habe das geliebt,
01:09:38: sowas zu
01:09:38: machen.".
01:09:40: Ja toll!
01:09:43: Das war für mich immer eine sich an etwas zu reiben, zu messen auszuprobieren neugierig zu sein was geht.
01:09:52: wo sind Grenzen?
01:09:54: Wo hört's auf?
01:09:56: Aber die Grenze wo es auf war als ich dann einen Anruf kriegte können sie bei uns Olympiasäge nicht
01:10:02: nur mit meinem Rad.
01:10:21: Ich möchte noch auf einen Meilenstein von dir zu sprechen kommen.
01:10:53: Wir haben es schon so ein bisschen umrandet, Wolfgang Wagner... Du bist dann tatsächlich an den grünen Hügel gekommen.
01:10:59: Ja, du hast ab neunzehnhundertneunundachtzig fortlaufen das erste Blummädchen gesungen.
01:11:05: James Levine hat dirigiert Wolfgang Wagner hat die Regie gemacht und ab zweihundneinzig kamen auch deine Traumoper-Tannhäuser dazu.
01:11:14: Da hast du den Hirtenknaben gesungen.
01:11:16: Auch wieder Wolfgang Wagner Regie Donald Runnigals hat dirigieren.
01:11:20: Erzähl mal wie hast du diese Jahre auf dem Grünhügel erlebt in Bayreuth.
01:11:24: Also zum Tannhäuser kann ich auch eine lustige Geschichte erzählen, Ich war ja schon Blume und dann war irgendwie der Hirtenknabe ein bisschen angeschlagen.
01:11:37: Und die wussten, ich hatte das hier schon gesungen in Dresden.
01:11:41: Da kriegte ich einen Anruf.
01:11:43: Frau Horsfeldt halten Sie können sich mal bereithalten für den Hirtenknaben Sie müssten das aber mal vorsingen.
01:11:49: Wir müssen das mal hören.
01:11:51: Naja, so und es war ganz komisch.
01:11:54: Es war Gewitter in Bayreuth Himmel schwarz Und aber nicht im ganzen Stadtgebiet sondern nur da oben.
01:12:05: Ich fahre da hoch Und wie ich anfange zu singen... ...ich war sehr aufgeregt Und da war Da war der Sinopoli.
01:12:13: Der Giuseppe Sinopyli war immer
01:12:16: Ein späterer Chef in Ressen Genau!
01:12:18: Und ich bin hochgekommen auf den grünen Högel Und es war ein schwarzer Himmel, ich komme in den Chor-Saal.
01:12:25: Ich glaube das ... Nee, das war nicht im Chor Saal aber das war ein anderer großer Saal und ich war furchtbar aufgeregt und wie ich anhebe zu singen hat es einen Hagel gegeben dass man nichts mehr gehört hat.
01:12:38: Nichts!
01:12:38: Das hat auf's Dach geschöppert?
01:12:40: Es hat so oft das Dach geprügelt... Und dann war ich fertig mit meinem Gesang.
01:12:48: Ich war bestimmt nicht gut gesogen, weil ich war so nervös und dann war ... ... ich fertig und dann haben alle gelacht, ich auch, weil man hat nichts gehört.
01:12:56: Absolut ja!
01:12:57: Und ich glaube wohl in der Stadt hat es gar nicht so wahr nur da oben.
01:13:02: So...und dann lachten alle und ich auch.
01:13:05: Und dann aber auch der Dampf ein bisschen raus, auch bei mir.
01:13:09: Dann haben sie gesagt zu Frau Esweld jetzt machen wir's noch mal.
01:13:13: Und dann haben wir es noch mal gesungen.
01:13:16: Dann war ich richtig gut, weil ich war völlig entspannt!
01:13:19: Ich war ganz frei und locker und habe den Hirkenknaben da gesungen und ganz so...
01:13:24: Frei von der Leber?
01:13:25: Frei
01:13:26: von einer Leber weg.
01:13:29: Der Wolfgang Wagner und Sinopolin haben gesagt, das hat uns gut gefallen.
01:13:33: Wenn die Kollegin krank würde würden wie sie bitten ansonsten gucken wir mal und dann kriegte ich quasi den Vertrag fürs nächste Jahr.
01:13:43: Und so war es.
01:13:43: Die
01:13:43: Kollegin war auch zum Glück nicht krank geworden, sodass ich Stress entlastet dann in der nächsten Saison mit ordentlich Proben mich da einfühlen konnte.
01:13:54: Und wie hast du das empfunden an dieser heiligen Stätte?
01:13:56: War das was Besonderes tatsächlich?
01:13:58: Was ganz
01:13:58: besonderes!
01:14:00: Der Wolfgang Schmidt war damals der erste Tannhäuser den ich erleben durfte.
01:14:04: Eike Wim Schulter
01:14:05: und Vlaschia.
01:14:06: Ja, auch
01:14:06: den habe ich den geliebt.
01:14:07: Und Vlascha hat ja mit meiner Mutter auch gesungen.
01:14:09: Ja ja
01:14:10: ja, auch alte Dresdner Schule.
01:14:12: Der Wolfgang Schmidt hat ja damals auch seinen ersten Tannhäuser gesungen.
01:14:15: Eine Riesenstimme, Wahnsinn!
01:14:18: Und ich war... Das war eine Anspannung und es gibt ja eine Variante wo es gibt ein Zwischenspiel.
01:14:27: Ja das gibt die Dresdner und die andere Fassung und der eine Fassung hat das Zwischenschiel und eine nicht.
01:14:33: Wo sie nicht das Zwischenspiel hat ist bitter weil man da nämlich dann wirklich internautorisch Silbernen Tablett.
01:14:42: Da war ich zuerst am Ende Ob's geklappt hat, ne?
01:14:44: Ja!
01:14:46: Und irgendwo war das aber auch was mich darbe.
01:14:50: Das werde ich nie vergessen.
01:14:52: nach meiner ersten Vorstellung die Verbeugungsordnung.
01:14:58: der Wolfgang Wagner hatte mich irgendwie so kurz mal beim Verbeugen, der stand hinter dem Vorhang auf der Bühne und hat mich so ein bisschen festgehalten Und dann hatte er mich rausgeschubst und dann tobten die da draußen.
01:15:11: Und ich hab gedacht, das ist denn das?
01:15:13: Ich bin ja hier... Ist doch keiner weiter da aus mir!
01:15:16: Das wär' ich nie vergessen.
01:15:18: Schönes Erlebnis.
01:15:18: Ja.
01:15:19: Die Arbeit mit Wolfgang Wagner mit so einer Größe, nicht nur dass er der Enkel eines der größten Kompolisten ist.
01:15:25: Unkompliziert.
01:15:29: Ich hatte auch immer den Eindruck, er war mir wohlgesonnen.
01:15:34: Ja wirklich.
01:15:38: Ich habe das auch immer als sehr, diese familiäre Situation dort.
01:15:44: Es war ein sehr familiärer Umgang.
01:15:48: Der war zu allen Leuten auf Augenhöhe nett, väterlich... Das weiß ich sehr zu schätzen.
01:15:57: Hat eine schöne Atmosphäre für die Sänger kreiert
01:16:00: und wir waren alle jedes Jahr Solisten in mehreren Etappen, bei ihm zu Hause eingeladen.
01:16:08: Es gab jedes Jahr diesen netten Empfang in seinem Haus oder im Festspielrestaurant auch unten und das war ... Man fühlte sich wirklich geborgen und aufgehoben.
01:16:22: Das heißt nicht dass man nicht abliefern
01:16:24: musste.
01:16:24: Ja klar!
01:16:25: Das war eine Voraussetzung.
01:16:28: Das ist wohl wahr aber er war.
01:16:33: Man hatte immer das Gefühl, wohl aufgehoben zu sein.
01:18:05: Wir haben viel über dich und deine Mutter geredet aber du bist ja auch selbst Mutter!
01:18:11: Wie lässt sich dieser doch anstrengende Beruf, auch dieser Beruf der dich durch die ganze Welt gebracht hat?
01:18:17: Also du hast ja nicht nur in Halberstadt und Dresden gesungen.
01:18:20: Du warst auch an allen Berliner Opernhäusern in Zürich Paris Hongkong Tokyo vielen Orten mehr Und hast nebenbei eine Tochter großgezogen.
01:18:29: wie geht das?
01:18:31: Na gut, das geht zunächst mit dem Vater meiner Tochter und meinem damaligen Mann.
01:18:39: Dass man sich halt die Klinke in die
01:18:40: Hand drückt.
01:18:42: Der war bei uns Tänzer am Ballett... Und wir hatten zwei Kinderfrauen für abends.
01:18:50: Die Tochter ging ja dann auch später in den Kindergeraden und in die Schule, aber das war schon nötig!
01:18:55: Wenn ich Probe hatte und eher Probe oder Vorstellung ... Dann haben wir gemacht das abends und wir hatten wirklich zwei Kinder-Frauen.
01:19:02: Einer habe ich so mal einfach eingeschlossen in der
01:19:04: Form.
01:19:06: Schlüsse mitgenommen oder was passiert denn auch?
01:19:12: Es geht.
01:19:13: Man lebt in der Situation und meistert jeden Tag, was ich dann sehr schön fand weil wir ja bei Hänsel & Gretel vorhin gestartet sind.
01:19:23: Meine Tochter war dann als die Klein war eine sozusagen Stellen für den Kinderkorb Und Herr Heinze damals hatte angefragt wer Kind was singen möchte und so.
01:19:41: Und dann habe ich gesagt, Saskia wie sieht das aus?
01:19:42: Willst du singen?
01:19:44: Ja will ich!
01:19:46: Und dann hab' ich Herrn Heinze gefragt, was soll sie denn vorbereiten?
01:19:49: Ja irgendein Lied... Ich kann dir da gar nicht mehr sagen, irgendwas haben wir einstudiert.
01:19:54: Dann hat sich meine Tochter die Kinderfrau geschnappt.
01:19:59: Wir haben gefragt sollen wir dich begleiten?
01:20:01: Nein Sie will das alleine machen, finde ich aber super.
01:20:06: Ja klasse!
01:20:06: Und
01:20:06: da ist sie wirklich.
01:20:07: mit sieben Jahren hat sich ihre Kinderfrau geschnappt.
01:20:10: die hat die in die Oper gefahren und dann hat sie Herrn Heinze vorgesogen.
01:20:14: Wahnsinn.
01:20:15: Und sie ist ja im Theater groß geworden.
01:20:17: Ja auch so wie du.
01:20:18: Genau
01:20:18: wie ich mich erinnere an Autofahrten.
01:20:21: Da kam im Radio irgendwas und ich habe dann zu meinem Mann gesagt, mein Gott was ist denn das?
01:20:26: Was ist denn dass?
01:20:27: Dann kam von hinten mann das is Figueroa
01:20:33: Auch
01:20:33: geschätigt.
01:20:33: Das
01:20:33: selbe Phänomen wie bei dir.
01:20:36: Und dann hat sie halt lange Zeit im Kinderchor gesungen und hat dann sogar ihren und Herrn Heinz das Abschied, die ganze Feier und die ganze Party dort für Herrn Heinze moderiert und gemacht.
01:20:52: Dann haben wir eben wie gesagt in Hänsel & Gretel als sie dann im Kinder-Chor Erlösbe, Freiheit gesungen hat und ich war Gretel.
01:21:02: Und dann kam das zu meiner Mutter und dann in die zweite Generation.
01:21:07: da hatte ich aber auch ein Drehchen im Auge.
01:21:10: Das glaube ich.
01:21:10: Das lässt einen nicht kalt wenn sich der Kreis dann wieder schließt.
01:21:15: Wir haben öfter zusammen auf der Bühne gestanden Frau ohne Schatten oder ein Bohem... Der Trailer, der von Bohem läuft bei uns dieser aktuelle Trailer.
01:21:26: Da bin ich Musetta und meine Tochter im Kinderkuh.
01:21:29: Ja süß!
01:21:30: Das ist für mich also... da erinnern wir uns beide auch sehr gerne.
01:21:34: Das glaube ich das glaube ich.
01:21:36: Es ist auch was Besonderes, da kann man auch stolz sein.
01:21:38: Also ich meine sie ist nicht Sängerin geworden.
01:21:41: Das ist ja auch völlig uninteressant.
01:21:44: Sie hat ... Wir haben ihr das alles wollen mal sagen gesagt du kannst Das und das ausprobieren.
01:21:50: Und finde du im Leben, dass was für dich
01:21:53: passt.".
01:21:54: Ja... ...und es hat sie!
01:21:56: Aber es ist für mich wichtig, dass man nicht zwangsläufig die Kinder so in diesen Generations-, äh, in dritter Generation Bäckermeister da muss man das im Singen aufmachen.
01:22:07: Richtig.
01:22:07: Das ist Unsinn.
01:22:08: R
01:22:08: richtig.
01:22:09: Weil gerade so ein Beruf wie den wir haben...
01:22:12: Wenn du nicht dafür brennst?
01:22:13: Ja,
01:22:13: das kann dir niemand auferlegen.
01:22:15: Das muss von dir kommen.
01:22:17: Das ist absolut richtig.
01:22:18: Und trotzdem wird sie aus dieser Zeit wahnsinnig viel mitgenommen haben für ihren jetzigen Beruf und Werdegang?
01:22:23: Naja, es ist eine allgemeine Bereich.
01:22:26: Ja eben, menschlich, sozial, künstlerisch... Also ich glaube da kann jeder von profitieren wenn er in dem Alter damit mal in Berührung gekommen
01:22:35: ist.
01:22:35: Sie hat ja viel auf der Bühne gestanden!
01:22:38: Ich erinnere mich auch an Vorstellungen, war das Frau ohne Schatten oder sowas wo sie auch Vorstellung hat.
01:22:44: Dann kamen Sie zu mir in die Garderobe, in ihrem Kostüm und wir saßen dann kurz und so.
01:22:49: Das sind Momente, die werde ich auch nicht vergessen.
01:22:52: Schöne Momente bei Papa im Ballettsaal.
01:22:56: Hat viel mitbekommen.
01:22:59: Verschiedensbereiche dann
01:23:00: auch.
01:23:45: Ja was auch ein großes Thema ist für uns Sänger war es uns eigentlich immer begleitet.
01:23:49: was stimmen muss ist unsere Gesundheit.
01:23:52: Da hast du ja sicherlich auch Erfahrungen gemacht, wo es vielleicht mal nicht so lief wie du's gern hättest.
01:23:57: Sei es körperlich.
01:23:58: Thema Stimmkrise kannst du uns da was erzählen?
01:24:02: Was waren schwere Momente oder Zeiten, wo du dich rausarbeiten musstest und wenn ja Wie hast du dich da wieder raus gearbeitet?
01:24:10: also stimmkriise in dem Sinne würde ich gar nichts sagen.
01:24:14: Aber das hat ja auch mal eine ganz berühmte Also nicht Fachkollegin im Sinne von Stimmfach, sondern Sänger-Kollegen gesagt.
01:24:24: Deren Namen ich jetzt nicht nenne,
01:24:26: dass
01:24:27: die Menopause und die hormonellen Veränderungen bei Frauen öfter so nicht wahrgenommen werden von der Gesellschaft oder von dem... Es ist aber so, ne?
01:24:41: Dass eine Stimme sich auch im Laufe des Lebens verändert die Hormonsituation verändern sich.
01:24:47: Und es kann also durch auch mal passieren, dass man sich von bestimmten Partien halt verabschiedet weil man sagt das tu ich mir jetzt nicht an!
01:24:56: Das geht nicht mehr so... Ich muss andere Wege beschreiten.
01:25:02: Das hast du für dich erlebt?
01:25:03: Dass du merktest hier sind jetzt Grenzen körperlich?
01:25:06: Ja natürlich wo man einfach sagt das ist jetzt weg Gott sei Dank aber lass es ruhen Kämpfe um jede stimmliche Schönheit, versuche dir deine Stimme gesund zu erhalten.
01:25:23: Um eben und auch nicht krank zu singen damit man eben Stimmschäden vermeidet.
01:25:29: diese Hygiene das man auch sagt Auch wenn man lange Zeit vielleicht mal die oder jene Partie nicht gesungen hat, dass man das Training fortsetzt.
01:25:37: Dass man ein Fitnessprogramm sich erarbeitet um eben auch die Range wird sagt man ja heute so gesund und lang wie möglich am Leben zu halten.
01:25:47: Und dann ist natürlich auch jeder Sänger anders beschaffen.
01:25:52: Es gibt Sänger die verlieren ohne dass sie was dafür können relativ schnell hohe Töne oder einen gewissen Umfang der Stimme, die Stimme verändert sich genau wie jeder Mensch anders altert.
01:26:05: Und da steckt niemand drin.
01:26:06: Du kannst machen was du willst und dann muss man sich diesen Situationen versuchen anzupassen das Beste draus zu machen und man muss manchmal auch eben Dinge hinnehmen.
01:26:22: Hat es die Pflege der Stimme und den immer wieder nachgucken lassen?
01:26:27: Auch meine Mutter hat auch, wo ich hier längst schon engagiert war.
01:26:31: Und sie ist dann nach Dresden gezogen habe Ich auch manchmal noch ein paar Stunden genommen um zu sagen hör mal rein Ist das in Ordnung?
01:26:38: was kann ich besser machen?
01:26:41: Das ist schon nicht verkehrt wenn man nochmal jemanden drauf gucken lässt.
01:26:44: aber Jeder ist gehalten seine persönliche Lebensstruktur anzupassen und auch zu gucken, wo geht die Reise hin?
01:26:56: Ich
01:26:56: finde es so bewundernswert.
01:26:58: Du bist in einem Alter, in dem viele deiner Kolleginnen nicht mehr singen und schon gar nicht so partien wie du sie eben singst mit der Papagena.
01:27:05: was hält dich frisch?
01:27:07: ist es wirklich übst du regelmäßig täglich?
01:27:10: ist ein Fitnessprogramm.
01:27:12: Wie erhältst du dir deine Jugendlichkeit, die du ja wirklich hast nachweislich?
01:27:17: Naja das ist abhängig von der Situation.
01:27:22: Es gibt Zeiten, wo man gar nicht machen großmachen muss.
01:27:24: Weil man sowieso im Run
01:27:26: ist
01:27:27: und dann gibt es aber wieder Zeiten wo man sagt naja komm mach mal Du musst sehen dass du dich fit hältst.
01:27:37: Das Unterrichten ist auch eine Form von dran bleiben.
01:27:42: Aber das ist ein Unterschied ob ich mich mit meiner eigenen Stimme auseinandersetze oder mit der Stimme der Sänger.
01:27:51: Das hat nicht immer alles miteinander zu tun.
01:27:55: Die Baustellen sind anders und auch die Befindlichkeiten.
01:28:00: oder man muss auch aufpassen, dass man sich nicht überzieht.
01:28:06: Ja ich will mal nur ein Beispiel sagen wenn da jemand zu mir kommt und ich soll mit der Detosca-Arie singen und ich muss das mit meinen Möglichkeiten annähernd vorsingen, das ist nicht immer so gesund für mich.
01:28:21: Für mich ist das nicht gut.
01:28:22: Würde ich ja nicht machen.
01:28:23: Ja,
01:28:24: fremdes Fahrwasser.
01:28:26: Und deswegen muss man sagen, Vorsicht!
01:28:29: Nicht zu viel beugt dich hier nicht beim Vormachen so über den Tellerrand, dass du dich selber überziehst
01:28:35: oder so?
01:28:36: Hattest du das mal bei einer Partie wo du im Nachhinein gesagt hast, die hätte mir jetzt oder hat mir geschadet... Hier muss ich Reißleine ziehen.
01:28:43: Du bist nie an eine extremen Grenze gegangen.
01:28:46: Nein.
01:28:47: Das ist mir erspart geblieben.
01:28:49: Also muss ich wirklich mal sagen, das war Glück.
01:28:51: Ich hatte keine Partie wo ich gesagt habe na oh oh...
01:28:55: Und welche ist die Lieblingspartie?
01:28:57: Die wie Butter in der Kähle lag?
01:28:59: Wo du sagst ach die hätte ich jeden Tag um zwei Uhr nachts singen können so gut lag die.
01:29:04: Es war immer die Partie an der ich gerade gearbeitet habe die im Hals war und die ich dann gern gemacht habe.
01:29:10: also dass sich jetzt sagen kann zu der Zeit als ich Jilda gesungen habe wars das.
01:29:17: Als ich Susanna gesungen habe, war es das.
01:29:19: Also als ich Mosetta gesungen haben, war's das.
01:29:21: Verstehe ich.
01:29:23: Ja kann man nicht eine herausheben, ne?
01:29:25: Weil in dem konkreten Zeitpunkt war das dann das höchste wahrscheinlich.
01:29:30: Ja, wir haben gerade drüber geredet.
01:29:31: Du hast seit und neunzehnundneinzig einen Lehrauftrag.
01:29:35: Seit zwei tausend acht bist du auch Honorarprofessorin an der Dresdner Hochschule für Musik Karl-Maria von Weber.
01:29:41: Du bist spezialisiert auf Frauenstimmen?
01:29:44: Ich glaube ja!
01:29:45: Du gehst hauptsächlich mit Frauenstimen in die Arbeit.
01:29:48: Naja das liegt auch in der Natur der Sache dass man natürlich in meinem Fach Niemand wird, ich hatte auch mal einen Bassbariton.
01:29:55: Es hat mir großen Spaß
01:29:56: gemacht.
01:29:57: Ich habe auch schon mal eine Stunde bei dir genommen?
01:29:59: Aber wenn man jetzt mein wegen Kolleratur oder leichte Sängerinnen bekommt an einer Hochschule und Die werden eingeteilt.
01:30:09: Na dann sagt man, na dann soll die doch da zur Frau Hausfeld gehen?
01:30:12: Ja,
01:30:12: ja macht ihr Sinn.
01:30:13: Das ist logisch und dann ist man natürlich auch breit aufgestellt und hat natürlich Riesen-Erfahrungsstaats.
01:30:21: und was genau passen wir auf?
01:30:21: einen Moment mal halt hier muss man das so und so machen.
01:30:25: Natürlich!
01:30:26: Und du hast dir auch wirklich also deine Schülerinnen Erfolge sprechen für sich.
01:30:31: Du hast ja einige namhafte... von mir mittlerweile Kolleginnen auch rausgebracht.
01:30:36: stellvertretend für alle möchte ich jetzt mal nennen die maria perl mit der wir in reier kombination aber auch ihr beide oft in der zauberflöte zusammen.
01:30:44: auf der bühne steht sie als königin danach du als pappagena.
01:30:48: wie ist das für dich wenn plötzlich deine schäfchen neben dir solche solche entwickelungen
01:30:55: machen
01:30:55: und meilen steine feiern?
01:30:56: also ich bin im positiven sinne wirklich stolz das muss ich wirklich sagen.
01:31:02: es kommen
01:31:03: Und ich freue mich, dass es uns vergönnt ist in dieser Konstellation Vorstellungen auf der Bühne zu singen.
01:31:12: Das ist ein Geschenk oder?
01:31:13: –
01:31:13: Das ist wirklich etwas Schönes und ich habe auch einige von meinen ehemaligen Studenten die bei unserem Opernchor singen ja und das befriedigt meine Situation als Pädagogen oder zum Beispiel auch hier an der Staatsoperat Dijanet Oswald, die bei mir studiert hat.
01:31:38: Wo ich einfach mich wahnsinnig freue dass wir das geschafft haben und dass sie ihren Weg mittlerweile schon seit Jahrzehnten kann man sagen beschreiten und stabil sind.
01:31:52: also das ist doch eine feine Sache muss ich sagen.
01:31:55: Wie beurteilst du den heutigen Sänger-Nachwuchs im Vergleich mit deiner eigenen Sängergeneration?
01:32:01: Es ist ja doch ein paar Sachen passiert seitdem politisch auch und aber wie hat sich das Sänger sein verändert.
01:32:09: Das hat sich natürlich dahingehend verändert, dass zu meiner Zeit als ich in dem Alter war wo heute Absolventen sind der Arbeitsmarkt natürlich ein ganz anderer war.
01:32:23: Die Engagements waren weitläufiger.
01:32:26: Heute werden die Sänger engagiert für eine Handvoll Vorstellungen oder ein, zwei Jahresverträge und dann sind sie wieder weg vom Fenster und müssen sehen wo sie bleiben.
01:32:36: Das ist für die Senger... Da fragt sich jeder Mensch.
01:32:39: Lasse ich mich auf diesen.
01:32:41: Ich sag mal in dem Falle nicht Beruf sondern Job Ein.
01:32:48: Kann ich das überblicken dass ich dann vielleicht nach sechs, sieben Jahren arbeitslos bin oder einen anderen Beruf ergreifen muss.
01:32:56: Noch mal komplett umsatteln?
01:32:58: Das gibt es ja auch alles!
01:33:00: Lasse ich mich auf so ein Abenteuer ein, oder gehe ich dann gleich in einen Chor, halte ich denn das durch?
01:33:08: weil das ist ein unglaublich anstrengender Beruf.
01:33:13: Ich bewundere und respektiere alle die im Chor singen.
01:33:18: Das ist unglaublich, was sie leisten müssen, die Kollegen!
01:33:21: Zwitschen durch alle Genre, durch Proben heute früh das, abends das – das ist eine unglaubliche Leistung.
01:33:32: und dann kommt natürlich die Heranführung an Musik in den Schulen, in den Familien... Es liegt nicht auf der Hand dass man Musik studiert, Opernsänger werden will.
01:33:48: Und wenn?
01:33:49: Was ist der Traum?
01:33:51: Was es überhaupt realistisch und machbar ist nicht etwa möglicherweise brotlose Kunst?
01:33:59: Musst du auch manchmal schon Träume zerstören, wenn Leute zu dir gekommen sind und du ihn eröffnen musstest für den heutigen Markt?
01:34:05: wahrscheinlich
01:34:06: hast du's schwer... Das ergibt sich meistens.
01:34:08: das muss ich gar nicht machen.
01:34:11: Das geht schon damit los, dass die Studenten sich bei der Bewerbung... Also ich mal sagen.
01:34:16: Dass Interessenten bei der Bewerbung schon ausgemustet werden?
01:34:20: Dann braucht man da gar nichts sagen!
01:34:22: Warum soll ich jetzt einem Sänger sagen Ich glaube sie sollten das lassen.
01:34:29: Das mache ich nicht.
01:34:30: Ich kann mich ja auch irren
01:34:32: Ja natürlich
01:34:33: Ja, dann sage ich dem vielleicht.
01:34:35: Also ich glaube nicht dass sie begabt sind und dann kriegen die eine Einladung und sagen, na die hat ja keine Ahnung.
01:34:42: Das mache ich nicht!
01:34:43: Das ist auch meine Befähigung.
01:34:46: wenn jemand kommt und sagt zu mir Ich will bei ihnen lernen, dass ich sag so Ärmel hoch jetzt geht's los Jetzt machen wir.
01:34:53: Aber ich bin nicht in der Befugnisleuten ihr Schicksal vorauszusagen.
01:36:13: Du bist ja nicht nur an der Oper Sondern auch in der Kammermusik zu Hause bei ganz spannenden Formaten.
01:36:19: Also erst mal ganz klassische Liederarmende, da haben wir ja auch schon einmal einen gemeinsam bestritten das italienische Liderbuch hier in Dresden... Hätte ich
01:36:26: nie gemacht!
01:36:27: Hätte dich nie
01:36:27: gemacht.
01:36:28: Da bist du selber für eine deiner Schülerin eingesprungen die du empfohlen hast und es war ne schöne Sache.
01:36:34: also ich erinnere mich jetzt war ein ganz toller Abend.
01:36:37: Ich habe es als unglaubliche Bereicherung empfunden dieses riesen Ding
01:36:41: Ist das ja wirklich?
01:36:42: Wir haben es komplett gesunden.
01:36:43: Boah,
01:36:44: also das war wirklich... Hätte ich gar nicht so... Ich hätte mich da gar nicht eingebracht!
01:36:49: Ich hätte dir das empfohlen, weil ich dachte, dass könnte dir ganz gut zu Gesicht stehen.
01:36:54: Die Schülerin konnte dann nicht oder die Sängerin konnte nicht, sie hat nicht frei bekommen.
01:36:58: und dann hast du ja gesagt, warum willst Du denn das nicht
01:37:01: machen?!
01:37:01: Und ich fand das, ich dachte nur... Ich hatte mich gar nicht auf dem Terminkalender mit dem Abend.
01:37:09: Und dann dachte ich mir aber, das wäre eine schöne Herausforderung auch eine Erweiterung meines wirklich griesigen Liedrepertoires und dann habe ich das als so eine wunderbare Zusammenarbeit empfunden und hat mir so viel Spaß gemacht.
01:37:29: Das ist wirklich ein schwerer Zyklus!
01:37:31: Was da alles drinsteckt, dramaturgische auch.
01:37:34: Wir haben das ja auch damals schön konzipiert und das ging ja wirklich man hat sich einander angesungen.
01:37:39: Man hat ja irgendwie auch in den Liedern des anderen irgendwie weiter gefühlt und es war so eine Staffelstabübergabe.
01:37:45: Das hat großen Spaß gemacht!
01:37:46: Genau also klassische Liederarmen hast du natürlich gemacht.
01:37:50: ich kann mich auch erinnern in Dresden überm Kosepalier habe ich mal einen ganz tollen Liederamt von dir erlebt auch Und Du machst einen Programm oder hast einen Programm gemacht was ja schon eher so in die Richtung Cabaret Das war im Dresdner Friedrichstadt-Palast.
01:38:05: Da hast du ein Programm gemacht, das hieß Du meine Seele?
01:38:09: Ja, Du meine seele!
01:38:11: Also das war der Micha Winkler, der in der Schnee Witte die Posaune gespielt hat.
01:38:17: Das war die Verbindung?
01:38:18: Ja
01:38:19: und er sprach mich mal an und sagte da wollen wir nicht mal was machen irgendwie zusammen mit Jazz und so.
01:38:28: und aber das war das Clara Schumannjaß schon so lange her.
01:38:33: Und dann bin ich aber wieder abgekommen und dann sagt er du kannst auch etwas Gedichte lesen.
01:38:40: Dann habe ich gesagt, was soll ich denn für Gedichte lesen?
01:38:42: Ich wüsste jetzt nicht ... Ja.
01:38:45: Was ich da lesen soll.
01:38:48: Das spricht ja nicht aus mir!
01:38:49: Du bist ja Sängerin,
01:38:51: ja.
01:38:51: Kann höchstens selber Gedichte lese, die ich geschrieben habe und dann... oder lass mich doch eigenhändig etwas machen.
01:39:01: Naja, und dann hab' ich halt Prosa und Gedichte und Geschichten geschrieben aus meinem Leben mit Nicht Anekdoten, das ist Quatsch.
01:39:14: Anekdoten sind wo man sich auf die Schenkel knüpft und so... Nein!
01:39:18: Sondern kleine persönliche Geschichten aus meinem Leben.
01:39:24: unter anderem ist auch ein Lied dabei gewesen was ich immer zu meiner Tochter gesungen habe.
01:39:33: Ich hab meine Tochter immer eine schlafengene Geschichte erzählt von einer kleinen Hexe.
01:39:38: Eine kleine Hexe die ihr Haus aufpusten konnte und überall wohnen konnte, und auf ihrem Besen durch die ganze Welt geflogen ist.
01:39:48: Und wo ich Lust hatte... Da hat sie ihr Haus aufgepustet und da war sie!
01:39:52: Aufgrund dieser Grundstorie habe ich meiner Tochter jeden Abend eine andere Geschichte erzählt.
01:39:59: Am Ende habe ich mich ans Klavier gesetzt oben an das Keyboard und hab ein Lied gesungen.
01:40:05: So Disney-like
01:40:07: Aber selbst komponiert?
01:40:09: Ja, nur so eingefallen Und hab ich gesagt, das könnte man noch machen.
01:40:16: Dann haben wir das so bearbeitet wie ich das auch harmonisch gemacht habe.
01:40:21: und trotzdem geht's mir gut Ich trage den schönsten Huuu Ich tanze mit meinem Besen durchs ganze Haus So in der Art, ja?
01:40:38: Zauberhaft!
01:40:39: Meine Tochter war dann in der Premiere.
01:40:41: Ich hab ihr das aber nicht gesagt Ich habe nur gesagt, es ist eine Überraschung drin für dich.
01:40:45: Toll!
01:40:47: Ich glaube ich sehr
01:40:47: gefreut.
01:40:48: Das glaube ich.
01:40:49: Aber dieser Abend war du meine Seele?
01:40:52: Weil das ist meine SeeLE.
01:40:54: Ich hab meine ganz persönlichen Sicht auf die Dinge des Lebens, auf meine biografischen Situationen da in künstlerische Form gepackt.
01:41:05: Wir haben das ein bisschen inszeniert mit Lichtregie und Kostümen Und der Micha Winkler und diese Gekrause am Klavier haben, wir haben das richtig erarbeitet Konzept.
01:41:17: Das hat Herr Schuch auch dann inszeniert und wir haben also da ein richtiges Bühnenstück auf die Bühne gebracht.
01:41:26: Also nicht, das war nicht irgendein Programm es war ein Bühnenschow!
01:41:32: Ja, und da konntest du vor allem auch mal alle deine Talente zeigen.
01:41:35: Du hast auch inszeniert schon an der Hochschule hier in Dresden am Haus?
01:41:39: Du hast schon so kleine Inszenierung gemacht im Schauspieldirektor Weihnachts-Ganz Auguste richtig?
01:41:44: Das hat Spaß
01:41:45: gemacht!
01:41:45: Und das hast du dort alles mit reingebracht?
01:41:47: Dann eben die eigenen Komposition sag ich mal.
01:41:50: und noch ein Talent was sich ja unglaublich bewundere.
01:41:53: Du bist ja auch kunstpfeilvoll.
01:41:55: Ob das jetzt aus der Luft greifen kann aber man muss das wissen... Also ich habe zum Beispiel dann, das war immer so der Gag.
01:42:12: Dass ich eine Geschichte Verbindung und da hab' Na, wer will ich jetzt nicht?
01:42:40: Da sind wir bei Thuran dort.
01:42:42: Und das habe ich dann auch mit Mikrofon natürlich, weil es sehr leise ist und da trägt sich das nicht.
01:42:47: Aber das ist ja schon fast nicht mehr menschlich!
01:42:50: Das
01:42:50: macht Spaß und da waren die Leute auch immer richtig ... Das war
01:42:56: lustig.
01:42:57: Ja aber das ist auch ein Unsinn.
01:42:58: Ich stehe mich dann auch nicht ernst.
01:43:01: Hast du das gelernt oder konntest du das immer schon?
01:43:03: Nein, das habe ich immer
01:43:03: schon gemacht.
01:43:04: Ja, klasse!
01:43:05: Aber es war dann so eine Einlage wo... Es war humorvoll.
01:43:11: Toll!
01:43:12: Unglaublich mit der Hälfte.
01:43:14: Ich nehme mich sowieso nicht.
01:43:16: Das liegt auch im Gener wenn man einfach bedient was auch mein wegen Papagena ein bisschen komisch.
01:43:25: Man darf sich immer zu ernst nehmen.
01:43:27: Man muss die Leichtigkeit haben auch mal über sich lachen zu können, sonst bringt man es nicht.
01:43:33: Aber ist das nicht schön als Künstlerin mal außerhalb des gewohnten Terras unterwegs sein?
01:43:39: Also mir geht's so wenn ich zum Beispiel dreißiger Jahre Musik singe... Ich brauche das auch total!
01:43:43: Ich bin sehr gern seriös und sing mein ganzes wassichso mache Aber ich möchte dann auch mal so mehr zeigen.
01:43:50: Und das ist wahrscheinlich die Aussage gegangen bei deinem Programm, dass man mal zeigt, guck mal!
01:43:53: Ich kann nicht nur das... Ja natürlich.
01:43:54: ...ich hab da noch ein paar andere Sachen.
01:43:56: Na klar, das macht doch Spaß.
01:43:58: Ja.
01:43:58: Ich find's für das Publikum interessant.
01:44:00: Natürlich
01:44:00: und die haben sich auch immer sehr wenn ich den Karl auf Wincher roh, wenn ich dann das gepfiffen habe, dann haben sie immer sehr geklatscht.
01:44:08: Das fanden die gut.
01:44:09: Und ich auch, wenn es geklappt hat.
01:44:11: Klasse Was wünschte dir noch vom Leben?
01:44:15: Nach all dem was du so toll hast schon mitgenommen hast?
01:44:19: Gesundheit.
01:44:21: Das ist eigentlich, wenn das stabil ist kann man viel aus der Situation heraus bewerkstelligen.
01:44:30: Wenn einem das wegbricht muss man sehr kämpfen aber es bedingt sich auch das wollte ich sagen.
01:44:39: einerseits brauche ich den Willen auf die Bühne zu gehen oder Dinge zu realisieren.
01:44:46: Das hilft mir beim Gesundwerden.
01:44:49: Und das wiederum, dass ich gesund werde, hilft dann wieder dem Beruf oder den Dingen die ich machen will also diese Symbiose aus Gesundheit und Kraft für was auch immer im Leben zu schöpfen.
01:45:05: man wird ja nicht ewig singen oder auf der Bühne stehen können wie man dann im Leben weiter sich gestalten kann.
01:45:10: das kann man auch nicht.
01:45:13: alles so planen
01:45:15: Geht nicht.
01:45:15: Und du wünschst dir aber auch, dass die Bühne dich noch eine ganze Weile begleitet?
01:45:19: Solange ich es kann und wie ich es darf ... ... würde ich gerne mitmachen dürfen, sag' ich mal so!
01:45:29: Ja...
01:45:29: Ich wünsche uns allen das wird ich noch oft auf der Büh ne erleben.
01:45:34: Man muss natürlich wissen wo ist Schluss.
01:45:38: Aber manchmal ergibt sich das auch von selber.
01:45:40: Ich
01:45:40: wollte gerade fragen, denkst du dieser Punkt kommt, dass du einen Tag auffachst und denkst jetzt reicht's oder...?
01:45:46: Wie stellst du dir das vor?
01:45:47: Also ich
01:45:47: will mal so sagen, dass ist ein... Ja na weiß ich jetzt.
01:45:50: Kann ich gar nicht sagen Ich habe auch nicht beschlossen Jetzt singe ich Keine Susanna mehr Es war einfach abgesetzt.
01:45:57: So Zack Bumm.
01:46:00: Den Dingen kann man Nicht entrennen.
01:46:04: Aber manches ergibt sich auch von selber
01:46:06: Ist vielleicht auch ganz gut wenn man es nicht vorherweist Wenn's dann einfach so ist und dann kann man es hinnehmen.
01:46:10: Ja also ich sehe das jetzt Natürlich nicht mit Gelassenheit.
01:46:16: Man lehnt sich zurück und lässt die Dinge geschehen, das ist ja auch Quatsch.
01:46:20: Aber man kann vieles nicht beeinflussen.
01:46:24: Richtig!
01:46:36: Zauberflötenvorstellung sowie in zwei zeitgenössischen Opern unter anderem die besagte Schneewitte, die wieder auf den Spielplan kommt und auch eine Uraufführung Pech Marie wo man dich auch miterleben wird.
01:46:51: Da bin ich auch sehr gespannt was das also diese Frau Holle die ich da zu geben gebeten bin was mich sehr sehr sehr... Also ich war ganz gerührt Als ich diese Anfrage bekam, wir würden dich da gerne besetzen.
01:47:10: Guck mal rein wo ich gedacht habe.
01:47:12: also das ist ja ein Ding Vielen Dank Ich werde mein Bestes geben.
01:47:19: und wir haben hier auch noch dieses was sich mit Respekt und Wohlwollen machen Das sind diese Schulproduktionen die wir da machen.
01:47:28: gerade Das ist schon jetzt das vierte Jahr Wo wir mit einem Stück ... in die Schulen gehen, in die Grundschulen.
01:47:39: Ja!
01:47:39: Da bist du auch dabei, stimmt?
01:47:41: Und da bin ich die Erzählerin und die kommunikative Person zwischen uns... ...und den Kindern.
01:47:47: Wie nennt sich das still?
01:47:48: Die Cougloria.
01:47:49: Ja.
01:47:50: Und das ist, wollen wir mal sagen,... ...ich hab ja alles gesungen.
01:47:54: Ja
01:47:54: wirklich?!
01:47:54: Was will ich denn?
01:47:55: Wirklich!
01:47:55: In deinem Fach hast Du alles mitgenommen.
01:47:57: Also es ist richtig.
01:47:59: Ich habe neun Jahre wundervolle Zeit gehabt in Bayreuth.
01:48:03: Du weißt wie schön das ist.
01:48:06: Und ich kann nicht sagen, was mache ich denn jetzt hier.
01:48:11: Das ist so ein Ausklang, sage ich mal den ich aber sehr gerne mache und das finde es wunderbar an die kleinen Mäuse da in die Schulen zu gehen und die mitzureißen, dass sie mitsingen, dass die mit klatschen, dass diese mit integriert sind im Musikstück.
01:48:31: Ja denen das auch schmackhaft zu machen?
01:48:34: Es ist ein ehrliches Publikum.
01:48:35: Wenn die es nicht als schön empfinden, dann kriegst du das direkt zu spüren.
01:48:39: Also Erwachsene sind ja diszipliniert und... Aber Kinder, die hauen einfach ab!
01:48:45: Also nicht dass sie aufstehen und gehen.
01:48:46: Oder
01:48:46: quatschen.
01:48:47: Aber die werden ungeduldig.
01:48:50: Du musst sie dran halten.
01:48:54: Und das ist eine Kunst?
01:48:55: Ja.
01:48:56: Eine
01:48:57: Frage, bevor wir das Gespräch bei Ihnen interessiert, mich noch in deinem Lebenslauf steht.
01:49:00: Du hast auch zehn Jahre lang am Berliner Ensemble gesungen?
01:49:04: Was hast du denn da Spannendes gemacht?
01:49:06: Also das war in der Studienzeit noch... Am Berliner ensemble gab es den kaukasischen Kreidekreis und Franziska Dröten hat die bekannte Schauspielerin Früher auch sehr schön gesungen.
01:49:20: wird sie vielleicht jetzt auch noch können.
01:49:22: Wir hatten uns mal kennengelernt im Friedrichstadtpalast, da hatte sie auch einen Abend gemacht und ich war dann dort.
01:49:28: also wir kannten uns früher schon aber wir haben uns dann wieder getroffen.
01:49:32: sogar hat mich sehr gefreut und die hat an Berliner Angsambel gesungen.
01:49:38: Da war sich ganz junge Schauspielerin diese kommentierenden Stimmen von Dessau ist das eine Musik?
01:49:45: Und sie hat dann die Grusche gesungen im Kaukasischen, gespielt im Kalkasischen Kreidekreis und jetzt brauchte man jemanden der singt.
01:49:53: Nur wollte man aber keine Sängerin haben.
01:49:55: das sollte so eine
01:49:57: unverbildete
01:50:00: natürliche Stimme sein, die dazu zweit mit noch einer Schauspielerin und noch einem Schauspieler das Stück kommentieren Das ist so komponiert.
01:50:11: Oder das ist das
01:50:12: Stück.".
01:50:13: Und dann haben sie sich an die Hochschule gewendet und gesagt, Mensch habt ihr nicht was nicht so sängerisch?
01:50:19: Was unverbraucht
01:50:20: ist!
01:50:20: Ja, was nicht ausgebildet klingt nach Sängerin.
01:50:25: Dann haben die gesagt in der Hochschulen, Christiana macht doch das mal.
01:50:31: Und dann habe ich das gemacht.
01:50:33: Toll über viele Jahre hinweg.
01:50:34: Über
01:50:34: viele Jahre, zehn Jahre lang.
01:50:36: Hab sehr viel.
01:50:39: Erwunderbarer Schauspieler auf der Bühne mit erleben dürfen.
01:50:47: Da war ich beteiligt an großen Theaterabend.
01:50:50: Das
01:50:51: glaube ich und man als junger Sänger, das saugt man ja auch.
01:50:53: Das ist ja unglaublich inspirierend oder?
01:50:57: Ich
01:50:57: erinnere mich an eine Aufführung.
01:50:59: da durften wir dann auch nach Athen reisen ins Herodes Atticus Theater Und ich wusste dass Maria Callas dort gesungen hatte
01:51:08: Beflügelt.
01:51:09: Völlig weg.
01:51:11: und wir konnten aber in diesem Herod des Attikus Theater nicht abgehen, am Berliner Ensemble konnten wir abgehen.
01:51:18: immer wenn wir gesungen hatten gingen wir weg und kamen dann wieder und setzten uns da vorne an die Rampe.
01:51:24: und in diesem Hierodes Attikuss Theater ging das nicht.
01:51:27: Und jetzt kam ein Ding zum anderen Ein aufgehender Vollmond Am Publikums Horizont an der Akropolis und du sitzt da und singst, das singen war ja überhaupt nicht wichtig.
01:51:47: Aber ich werde es nie vergessen!
01:51:49: Das glaube ich.
01:51:50: Klingt nach einer spannenden Erfahrung.
01:51:52: Das war Teil zu haben, teilhabend zu dürfen und dazu sitzen...und das war einfach Wahnsinn.
01:52:01: Schöne Momente einfach, ja?
01:52:03: Derer gab's sehr viele in meinem Leben sowieso
01:52:07: Und das ist doch schön, wenn man Rückblickensagt mein Gott.
01:52:10: Bereicherung?
01:52:11: Also solche Dinge, das hat ja mit Kunst nichts zu tun.
01:52:15: aber also dazu sitzen und Vollmondansuchungen...
01:52:18: Nein!
01:52:19: Aber es sind alles Momente wo eben auch wieder alles verschwimmt die Kunst und die Inspirationen und die Atmosphäre in der man ist.
01:52:26: Das geschämt.
01:52:27: Ja das ist ja alles so eins.
01:52:29: Da gab's viele solche Situationen in
01:52:33: meinem Leben Und letztendlich profitiert die Kunst von all diesen Eindrücken.
01:52:37: Wir müssen uns immer füttern mit diesen Bildern, mit diesen Atmosphären um eben dann in dem Moment wo es darauf ankommt dann die Kunst zu perfektionieren im besten Fall.
01:52:47: Also das Leben ist doch so.
01:52:49: wenn ich jetzt zurückblickend auf unser Gespräch jetzt auch gucke Es sind also wenn ich überlege schon mal zwei Stunden Solo-Programm mit Geschichten und Gedichten.
01:52:58: Was hat man alles zu sagen?
01:53:01: Man gibt so viel auch
01:53:02: und man erfährt auch so viel so viele Episoden im Leben, die ich aufgeschrieben habe durch diesen Abend.
01:53:09: Und im Grunde ist dieser Abend dadurch eigentlich auch ein lebendiges Tagebuch oder Biografie nicht Tagebuch eine lebendige Biographie geworden.
01:53:18: Hast du mal überlegt das rauszugeben zu veröffentlichen und sei es nur für einen engeren Kreis?
01:53:23: Ich weiß nicht.
01:53:24: Wäre vielleicht auch noch spannender.
01:53:26: Es ist ja da!
01:53:27: Ich hab ja alles aufgeschreiben.
01:53:28: Auf jeden Fall also wer Lust hat unsere liebe Christiana Hausfeldt auf der Bühne zu erleben Ab in die Semperoper.
01:53:34: oder es gibt auch ein paar tolle Sachen auf Konserve.
01:53:37: Da möchte ich stellvertretenden nennen deine großartige, auch wieder Ariadne aber nicht die Zerbinetta Es ist die Nayade.
01:53:43: Die hast du in einer wunderbaren Studioreinspielung gemacht wie Ich finde einen traumhaftes Nymphentrio Wie man es selten hört.
01:53:51: also ich weiß viele Nayaden haben mit Deiner Aufnahme gelernt das weiss ich.
01:53:56: Die gibt es auf CD und es gibt Auch eine Bühnaufführung auf DVD Mit dir als Nayde Die CD mit Sinopoli.
01:54:06: Aber der Live-Eindruck ist der Beste, also wer kann unbedingt noch Christiane Hausfeld in ihrer Lebenspartie der Papagener erleben?
01:54:14: Und sie isst sauberhaft und ich hoffe uns sind auch noch gemeinsame Vorstellungen
01:54:18: vergönnt!
01:54:19: Liebe Christiane Ich möchte herzlichen Dank sagen dass du uns mitgenommen hast auf diese schöne Reise durch dein Sängerleben was ja auch nur nicht vorbei ist Gott sei dank aber eben doch schon so viel erlebt hast, wovon wir alle profitieren können und lernen und staunen.
01:54:35: Also ich kann nur sagen im Rückblick auf das bisherige und momentane... Ich bin sehr beschenkt!
01:54:45: Das muss ich wirklich sagen und auch bin sehr dankbar für alles wie es bis jetzt gegangen
01:54:51: ist.
01:54:52: Wunderbar.
01:54:53: Ja.
01:54:53: Das ist doch ein schönes
01:54:55: Zwischenfazit.
01:54:58: Das was du dir für dich wünschst, das wünsche ich dir auch von Herzen Gesundheit.
01:55:03: Viele schöne Momente auf der Bühne aber auch abseits der bühne.
01:55:06: wir wissen alle es gibt auch noch ein Leben jenseits der Büne.
01:55:09: dass ist auch wichtig.
01:55:10: eine Bühnen ist nicht alles Aber für uns ist es doch viel und geht eben auch Hand in hand.
01:55:15: Und ich wünscht ihr einfach nur alles Gute und dank dir für dieses schöne Gespräch.
01:55:18: Ich bedanke
01:55:19: mich.